Keanu Staude (rechts) ist ein Vorbild beim DSC. - © Wolfgang Rudolf
Keanu Staude (rechts) ist ein Vorbild beim DSC. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Staude ist Vorreiter und Vorbild

Die Nachwuchsarbeit des Zweitligisten trägt Früchte. Mit Innenverteidiger Weigelt hat ein zweites Talent den Sprung zu den Profis geschafft

Jörg Fritz

Bielefeld. Lobende Worte des Trainers tun immer gut. „Er ist ein belebendes Element in unserer Mannschaft und nur schwer auszurechen." Dieses Kompliment richtete Arminia Bielefelds Trainer Jeff Saibene nach dem 2:1-Saisonauftaktsieg der 2. Fußball-Bundesliga gegen Aufsteiger Jahn Regensburg an Keanu Staude. Der 20-Jährige hatte maßgeblichen Anteil am Sieg der Ostwestfalen. Neben seinem immens wichtigen Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 war Staude auf der linken Außenbahn ein ständiger Unruhestifter für die Regensburger Abwehr. „In den letzten Monaten habe ich einen großen Sprung nach vorne gemacht", sagt Staude, der seit der Amtsübernahme von Jeff Saibene schon drei Tore für Arminia erzielte. Stark im 1:1 Es sind die Situationen eins gegen eins, die zu den Stärken des gebürtigen Bielefelders gehören. In diesem Stil erzielte er auch in der 39. Minute das 1:1 gegen Regensburg. Staude nahm ein Zuspiel von Julian Börner auf, trickste zwei Abwehrspieler durch geschickte Körpertäuschungen aus und schloss die Aktion mit einem wuchtigen Schuss ins Tor ab. Staude gilt bei den Arminen als Vorzeigeprofi, der seit der frühesten Jugend sämtliche Jugendmannschaften des Klubs durchlaufen hat. Mit ihm hat nach langer Zeit endlich einmal wieder ein Talent aus den eigenen Reihen den Sprung ins Profiteam geschafft. Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi: „Seine Entwicklung ist eine große Motivation für andere Nachwuchsspieler, dass der Sprung zu den Profis bei Arminia durchaus möglich ist." Markenzeichen: wechselnde Haarfarben Mit Stefan Ortega, der nach einem Zwischenstopp beim TSV 1860 wieder nach Bielefeld zurückgekehrt ist, gehört ein zweites Fast-Eigengewächs zur Stammbesetzung der Arminen. Mit 15 Jahren war der heute 24-Jährige von Hessen Kassel zum DSC gewechselt. Bereits in der vergangenen Saison hat Staude, dessen äußerliches Markenzeichen ständig wechselnde Haarfarben („Das habe ich immer schon gemacht") sind, 23 Einsätze in der 2. Bundesliga bestritten und zwei Tore (Bochum, Braunschweig) erzielt. Auch wenn in einigen Spielen der Gaul mit ihm manchmal durchgeht und die Eigensinnigkeit Vorrang gegenüber der Mannschaftsdienlichkeit besitzt, erhielt der Youngster immer wieder Gelegenheiten, aus seinen Fehlern zu lernen. Staude gibt sich willig. „Ich muss weiterhin hart arbeiten", sagte der talentierte Offensivspieler, der einen Vertrag bis 2020 in Bielefeld besitzt. Mit dem gebürtigen Bielefelder Henri Weigelt (19/Innenverteidiger), der seit Saisonbeginn im Profikader steht, hat ein zweiter Youngster den Sprung aus der Nachwuchsabteilung geschafft. Und mit dem erst 16-Jährigen Roberto Massimo, in der letzten Saison mit 16 Treffern Torschützenkönig der B-Junioren-Bundesliga, steht das nächste große Talent bereit. Arminia Bielefelds Nachwuchsarbeit zahlt sich allmählich aus.

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