Die Fans auf der Alm feiern Arminias Sieg gegen Regensburg. - © Wolfgang Rudolf
Die Fans auf der Alm feiern Arminias Sieg gegen Regensburg. | © Wolfgang Rudolf

Arminias starker Saisonauftakt auf der Alm

Jörg Fritz

Bielefeld. Dieses Wechselbad der Gefühle, das die Fans seit Jahren bisweilen quält, häufig aber auch glücklich macht, prägte den Meisterschaftsauftakt von Arminia Bielefeld gegen Jahn Regensburg und unterstrich wieder einmal den Mythos der Schüco-Arena. Die Alm, wie das Stadion im Volksmund immer noch genannt wird, ist eine Spielstätte, in der den Fans beste Unterhaltung geboten wird. „Die zweite Liga ist ein Abnutzungskampf, in dem die Spiele erst am Ende entschieden werden." Treffender als Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi hätte niemand die 90 dramatischen Minuten plus Nachspielzeit beschreiben können. Am Ende siegten die Gastgeber mit 2:1 (1:1) und freuten sich über die ersten drei Punkte. Der Spieler des Nachmittags war mit Andraz Sporar ein Neuzugang, der in der 90. Minute von einem Geschenk der Regensburger profitierte. Eine Kopfball-Rückgabe von Innenverteidiger Marvin Knoll auf Torhüter Philipp Pentke geriet zu kurz, Joker Sporar hob die Kugel über den Jahn-Keeper hinweg und markierte den Endstand. Auf seinem Jubellauf riss sich der Slowene, der für eine Saison vom FC Basel ausgeliehen wurde, das Trikot vom Körper und kassierte für diese Aktion die Gelbe Karte. "Immer an den Sieg geglaubt" Später berichtete der Stürmer in englischer Sprache von einem „unbeschreiblichen Gefühl" und schwärmte von der wahnsinnigen Atmosphäre im Stadion. Zuvor hatten sich in der Schüco-Arena aber einige Szenen abgespielt, die jeden Arminen-Anhänger angst und bange werden ließen. Kapitän Julian Börner sprach von „einem Spiegelbild der letzten Saison", das zeitweise auf dem Rasen zu beobachten war. Unkonzentrierte Pässe leiteten eine Fehlerkette ein und bescherten den flinken Regensburgern etliche Kontermöglichkeiten. Jan-Christopher George profitierte von einem Fauxpas Stephan Salgers und traf zum 0:1 (23.). In der 39. Minute folgte dann der Ausgleich durch den jungen Keanu Staude, der nach einer schönen Einzelleistung zum 1:1 einschoss. Alles entscheidend bewertete Trainer Jeff Saibene die Qualitätssteigerung, die nach seinen drei Einwechslungen erkennbar war. „Es kamen Leute aufs Feld, die stärker waren als ihre Vorgänger." In der Tat sorgten neben Andraz Sporar auch Patrick Weihrauch und Leandro Putaro für frischen Schwung in der dramatischen Endphase. Selbst der Platzverweis für Rechtsverteidiger Nils Teixeira, der nach einem gesundheitsgefährdeten Foul an Alexander Nandzik in der 84. Minute den Rasen verlassen musste, erwies sich nicht als Motivationskiller. „Selbst in dieser Phase habe ich immer an einen Sieg geglaubt", meinte Keanu Staude, der schließlich Recht behalten sollte. Andraz Sporar bewies seine Fähigkeiten als torgefährlicher Stürmer, der zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle war und reaktionsschnell den Siegtreffer erzielte. Zu den positiven Fakten des erfolgreich verlaufenen Saisonstarts gehörte auch das Zusammenspiel der beiden Spitzen Fabian Klos und Andreas Voglsammer, die für viel Wirbel im Regensburger Strafraum sorgten. Geradezu beruhigend ist der Tatbestand, dass Arminia Bielefeld schon nach dem ersten Spieltag drei Punkte auf dem Konto hat. Vor einem Jahr war dies erst am fünften Spieltag der Fall.

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