Erstmal durchatmen: Nach dem Schlusspfiff in Bochum musste sich Arminias Mannschaft einige Momente sammeln.
 - © Christian Weische
Erstmal durchatmen: Nach dem Schlusspfiff in Bochum musste sich Arminias Mannschaft einige Momente sammeln.
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Arminia Gündüz' Bogenlampe kostet Arminia zwei wichtige Zähler

Arminen agieren beim 1:1 in Bochum in den letzten 30 Minuten zu passiv / Der große Liveticker zum Nachlesen

Patrick Albrecht

Bielefeld. Arminia Bielefeld hat durch ein 1:1-Unentschieden beim VfL Bochum zwei wichtige Zähler im Abstiegskampf liegen gelassen. Nach starken ersten 60 Minuten beschränkte sich die Saibene-Elf in der letzten halben Stunde nur noch auf das Verwalten des Ergebnisses und musste zehn Minuten vor Schluss den verdienten Ausgleich hinnehmen. Keanu Staude hatte die Arminen in der 7. Minute in Front geschossen. Im Vergleich zum 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Greuther Fürth veränderte DSC-Trainer Jeff Saibene seine Startelf auf drei Positionen: Wolfgang Hesl löste den zuletzt verunsicherten Daniel Davari im Tor ab, der gar nicht erst im Kader stand. In der Offensive machten David Ulm und Fabian Klos für Keanu Staude und Reinhold Yabo Platz. Staude netzt ein - Arminia bleibt dran Die Arminen gingen mit einem Traumstart in die Partie: Nach einem langen EInwurf von Florian Dick konnte der herausstürmende VfL-Keeper Riemann Tom Schütz nicht an der Kopfballverlängerung hindern. Der Ball rutschte durch zu Keanu Staude, der im Durcheinander die Übersicht behielt und nach nur sieben Minuten zum 1:0 für den DSC einschob. Zwar sorgte Eisfeld mit seinem Volleyschuss fast postwendend für den Ausgleich, doch die Saibene-Elf blieb in der Folge am Drücker. Das hohe Verteidigen und agressive DSC-Pressing in des Gegners Hälfte setzte den Bochumern ordentlich zu, die durch das frühe Anlaufen der offensiven Kette um Hemlein, Voglsammer, Yabo und Staude nicht zu ihrem gewohnten Kombinationsspiel fanden. Besonders die rechte Seite mit Florian Dick und Christoph Hemlein sorgte für ordentlich Betrieb. Andreas Voglsammer (15.) und Christoph Hemlein (17., 23.) versuchten mit ihren Distanzschüssen das Ergebnis in die Höhe zu schrauben, stellten Keeper Riemann aber vor keine großen Probleme. Nach gut 25 Minuten kamen die Gastgeber besser ins Spiel und ließen durch einen Nachschuss von Weiland aufhorchen (27.). Dieser läutete eine bessere Phase des VfL ein, der durch Wurtz (28.), Janet (30.) und Stiepermann (37.) auf den Ausgleich drängte. Letztgenannter hatte nach Vorlage von Eisfeld die größte Gelegenheit, die aber vom starken DSC-Keeper Hesl vereitelt wurde. Tom Schütz (28.) und Christoph Hemlein (37.) probierten sich nochmals aus der Distanz, bevor Schiedsrichter Cortesen beide Mannschaften in die Kabinen schicken sollte. Arminia zu passiv, Gündüz im Glück In der Halbzeit blieb Torschütze Keanu Staude in der Kabine, für ihn war Sören Brandy mit von der Partie. Erneut sollte die Saibene-Elf den besseren Start erwischen. Zunächst zielte Voglsammer bei seiner Direktabnahme nach Vorarbeit von Hemlein direkt auf Keeper Riemann (49.), bevor Hemlein selbst nach schöner Flanke von Florian Dick einen Kopfball unbedrängt über die Querlatte setzte. Manuel Prietl sollte dann für die vorerst letzte Offensivaktion des DSC sorgen (61.). Wie aus dem Nichts tauchte Bochums Johannes Wurtz frei vor Wolfgang Hesl auf, der seine Mannschaft einmal mehr vor dem Ausgleich bewahrte (63.). Nach gut einer Stunde kippte das Spiel dann komplett zugunsten der Gastgeber, die an die 70 Prozent Ballbesitz hatten. Arminia beschränkte sich auf das Verwalten der Führung und zog sich in die eigene Hälfte zurück. Saibene brachte Fabian Klos für Andreas Voglsammer, was zunächst jedoch keine Wirkung zeigen sollte. Hoogland setzte einen Kopfball nach einer Gündüz-Ecke knapp am langen Pfosten vorbei (66.), wenig später kratzte der starke Hesl einen Bastians-Kopfball von der Linie (72.). Dieser setzte zwei Minuten später einen Lupfer wenige Zentimeter am Tor vorbei (74.), ehe erneut Bastians mit einem Volley-Schuss an der Unterkante der Latte scheiterte (77.). Die Schlinge zog sich mehr und mehr zu. In der 82. Minute passierte schließlich das, was passieren musste. Turbulente Schlussphase Mlapa legt rechts raus zu Gündüz, dessen Flanke sich denkbar unglücklich ins lange Eck senkte und schließlich zum 1:1 einschlug. Keeper Hesl sah unglücklich aus, konnte aber wohl nicht viel machen. Es folgte eine verrückte Schlussphase: Der Ausgleich schien die Arminen wachgeküsst zu haben. Klos (87., 89., 90.) und Hemlein (88.) hätten noch für den nicht mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer sorgen können. Besonders bitter: Nach einem Handspiel von Bochums Saglam hätte es Elfmeter für den DSC geben müssen. Schiedsrichter Cortus ließ jedoch weiterspielen. Bochums Mlapa hatte in der Nachspielzeit nach Zuspiel des starken Bastians sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß. Am Ende bleibt es bei einem leistungsgerechten 1:1, das für Arminia zu wenig ist. "Wir haben in der letzten halben Stunde keinen Fußball mehr gespielt und nur noch verwaltet. Wir hätten hier gewinnen müssen", so Trainer Jeff Saibene nach Abpfiff. Durch das Remis bleibt Arminia mit nun 33 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen. Der Rückstand auf den von den Würzburger Kickers belegten Relegationsplatz beträgt einen Punkt. Ein Nicht-Abstiegsplatz ist bereits drei Zähler entfernt. Nächste Woche Sonntag geht es mit einem Heimspiel gegen den Aufstiegsaspiranten Eintracht Braunschweig weiter. Alles über das 1:1 im Ruhrstadion können Sie in unserem Ticker nachlesen.

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