Packendes Kopfballduell: Der Bielefelder Leandro Putaro (l.) und der Stuttgarter Benjamin Pavard steigen hoch. - © Christian Weische
Packendes Kopfballduell: Der Bielefelder Leandro Putaro (l.) und der Stuttgarter Benjamin Pavard steigen hoch. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias Trainer Saibene verteidigt Spielphilosophie

Nach dem 2:3 gegen Stuttgart: „In unserer Situation kommen wir mit einem Remis nicht weiter.“

Jörg Fritz

Bielefeld. In der jüngeren Vergangenheit hat ein Fußballspiel in der Schüco-Arena selten für so viel Gänsehautstimmung gesorgt wie der Auftritt des Zweitliga-Tabellenführers VfB Stuttgart am Ostermontag. Es war ein Fußballabend, an dem aus Bielefelder Sicht bis auf das Resultat vieles stimmte. Zufrieden waren die Fernsehmacher von Sport1, die mit einem Durchschnittswert von 1,16 Millionen Zuschauern eine beachtliche Quote erzielten. Gut gelaunt zeigte sich auch Stuttgarts Trainer Hannes Wolf nach dem 3:2-Sieg seiner Mannschaft. Er sprach von einem spektakulären Spiel, in dem auf die Stuttgarter Lebensversicherung namens Simon Terodde wieder einmal Verlass war. Der Torjäger erzielte in der zweiten Halbzeit die Treffer zwei und drei. Gebannt von den Ereignissen auf dem Rasen waren auch die 22.034 Zuschauer, die in dieser Saison auf der Alm für den zweitbesten Heimbesuch gesorgt haben. Das Wechselbad der Gefühl, das die Arminenfans ertragen mussten, war einerseits auf eine ziemlich perfekte Vorführung begründet, was eine technisch unterlegene Mannschaft mit den Faktoren Mut und Einsatzbereitschaft alles bewirken kann. Andererseits bereitete das späte Siegtor für die Schwaben Schmerzen bei der Bielefelder Anhängerschaft und beschwor Zukunftsängste. "Es war ein Duell auf Augenhöhe" Dass die Verlierer nach dem Abpfiff von den eigenen Fans wie Sieger gefeiert wurden, spricht für die Verbundenheit, die jetzt wieder zwischen beiden Seiten herrscht. In dieser schweren Stunde, so scheint es, ziehen alle wieder an einem Strang und bilden eine verschworene Einheit, um den vierten Zweitligaabstieg nach 1988, 2011 und 2014 zu verhindern. Die Verlierer des Abends fanden relativ rasch zur Tagesordnung zurück und besannen sich auf ihre Stärken. „Es war ein Duell auf Augenhöhe, in dem wir eine Topleistung gezeigt haben", meinte Trainer Jeff Saibene, der in seinem vierten Spiel als hauptverantwortlicher Bielefelder Coach erstmals geschlagen wurde. „Wir können darauf stolz sein und müssen am Samstag in Heidenheim daran anknüpfen." Auf drei Punkte gespielt Zu seiner Spielphilosophie gehören Siege. Deshalb erteilte der Luxemburger auch allen Experten eine Absage, die sich in der hektischen Schlussphase im Nachhinein ein Halten des Spielstandes von 2:2 gewünscht hatten. „In unserer Situation kommen wir mit einem Remis nicht weiter. Deshalb haben wir auch auf drei Punkte gespielt", lautete seine Argumentation. Das Ende ist bekannt. Arminia ging gegen Stuttgart in einer offenen Feldschlacht leer aus, so dass Saibene nur feststellen konnte: „Der Schuss ging nach hinten los." Allerdings: Bei einem Remis hätte Arminia ebenfalls nur den direkten Abstiegsplatz 17 eingenommen. Der Rückschlag für den DSC hält sich allerdings in Grenzen, da mit Aue, Karlsruhe, Würzburg und Kaiserslautern vier abstiegsgefährdete Mannschaften ebenfalls Niederlagen kassierten. Aus den verbleibenden fünf Meisterschaftsspielen sollte Arminia drei Siege holen, um mit 39 Punkten im sicheren Bereich zu landen. Die Achterbahnfahrt der Gefühle dürfte bei dem anspruchsvollen Restprogramm eine Fortsetzung finden.

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