Marco Knaller (Torwart) fällt Reinhold Yabo (Bielefeld) im Strafraum, diese Szene führt zum Elfmeter für Arminia. - © imago/foto2press
Marco Knaller (Torwart) fällt Reinhold Yabo (Bielefeld) im Strafraum, diese Szene führt zum Elfmeter für Arminia. | © imago/foto2press

Arminia Bielefeld 3:1 in Sandhausen: Arminia setzt ein Ausrufezeichen

Doppelpacker Voglsammer und Julian Börner sorgen für die Tore / Der große NW-Liveticker zum Nachlesen

Patrick Albrecht

Bielefeld. Arminia Bielefeld hat durch einen über 90 Minuten überzeugenden Auftritt und etwas Glück bei Schiedsrichter-Entscheidungen den SV Sandhausen verdient mit 3:1 geschlagen. Die Elf von Trainer Jeff Saibene lieferte mit ihrem ersten Auswärtssieg seit fast einem Jahr ein Paradebeispiel dafür, wie man im Abstiegskampf bestehen kann. Im Vorfeld des Spiels hatte Trainer Jeff Saibene wenig Anlass, die siegreiche Elf vom Dienstag zu verändern und hat das bis auf eine Änderung auch nicht getan: Keanu Staude ersetzte Christopher Nöthe, der sich im Spiel gegen Düsseldorf einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Fabian Klos nahm erneut auf der Bank Platz. Von Anfang an nahm die Saibene-Elf das Zepter in die Hand, dessen Spielphilosophie erneut erkennbar wurde: Der DSC nagelte den Gegner in der eigenen Hälfte fest, verteidigte extrem hoch und ließ den SVS durch starkes Pressing kaum zur Ruhe kommen. Nach sechs Minuten war die Chance zur Führung bereits da, doch Tom Schütz beförderte einen Freistoß aus aussichtsreicher Position in die Mauer. Yabo fällt, Schiedsrichter Thomsen pfeift Dann hatten die Arminen zweimal entscheidenes Glück: Zum einen hätte es nach einem Handspiel von Keanu Staude Elfmeter für Sandhausen geben können (12.), den es dann an der Gegenseite gab - wohl zu unrecht: Über Hemlein und Voglsammer kombinieren sich die Arminen in den Sechzehner. Yabo läuft auf Keeper Knaller zu und wird von diesem zu Fall gebracht, der jedoch zuerst eindeutig den Ball erwischt. Voglsammer vollendete schließlich links unten zum 0:1. Nach dem Führungstreffer kamen die Gastgeber nach und nach besser ins Spiel. Arminia brachte sich durch zahlreiche harte und unnötige Fouls selbst aus dem Rhythmus. Dick, Prietl und Staude sahen jeweils die gelbe Karte. Letzterer wurde bereits in der 37. Minute für Leandro Putaro ausgewechselt. Trotzdem machten die Arminen das Feld weiter eng und blieben bissig, sodass die Hausherren sich schwer taten, strukturiert nach vorne zu spielen. Gutes Positionsspiel und der schnelle und laufstarke Reinhold Yabo zogen die gegnerische Defensive immer wieder auseinander. Kurz vor dem Halbzeitpfiff bot sich die Riesenchance zum 0:2: Hemlein schickte Yabo auf der rechten Seite in Richtung Sechzehner. Dieser konnte einige Meter unbedrängt laufen und legte kurz vor dem Fünfmeterraum in die Mitte ab. Putaro war einschussbereit, konnte das ungenaue Zuspiel aber nicht erreichen. Die zweite Halbzeit bot ein ähnliches Bild wie der erste Durchgang ab. Die Kurpfälzer zunächst mit Vorteilen im Ballbesitz, die jedoch ohne Wirkung blieben. Durch konsequentes Anlaufen der Bielefelder bekamen die Gastgeber keinen ordentlichen Spielaufbau und Spielfluss zustande. Die Saibene-Elf war stets den entscheidenen Schritt schneller am Ball und ließ auch ansonsten nichts in Sachen Kampf und Engagement vermissen. Doppelpacker Voglsammer Zehn Minuten nach Wiederanpfiff dann der entscheidene Schritt zum Sieg: Dick mit einem langen Einwurf auf Schütz, der mit dem Hinterkopf auf Yabo verlängerte. Dieser leitete direkt weiter auf Voglsammer, der drei Schritte der Sechzehner-Linie entlang marschierte und schließlich per Linksschuss rechts unten zum 0:2 vollendete. Jeff Saibene hatte durch die Hereinnahmen von Klos und Brandy für Yabo und Voglsammer bereits nach 68 Minuten sein Wechselkontigent ausgeschöpft. Das 0:3 eine Viertelstunde vor Schluss war dann exemplarisch für das gesamte Spiel: Nach einem Schütz-Eckball gewannen Klos, Prietl und Brandy hintereinander ihre Kopfballduelle, sodass Börner ohne Mühe zur endgültigen Entscheidung einnicken konnte. Brian Behrendt probierte sich noch einmal mit einem Distanzschuss (80.), auf der Gegenseite verpassten Höfl und Vollmann per Doppelchance den Ehrentreffer (85.). Dieser sollte schließlich doch noch fallen: Kosecki spielte den Ball im Anschluss an eine kurz ausgeführte Ecke von der Torlinie in den Rücken der Abwehr zu Karl, der den Ball mit links in der rechten unteren Ecke im Tor unterbrachte. Die Bielefelder zogen ihre kraftraubende Spielweise dennoch bis zum Abpfiff durch und machten einen überraschend fitten Eindruck. Somit landete Arminia Bielefeld am 28. Spieltag den ersten Auswärtssieg der Saison, der dafür umso überzeugender und souveräner war. Durch taktisches Geschick ihres Trainers und grundlegenden Tugenden wie Leidenschaft und Geschlossenheit lieferten die Arminen ein Paradebeispiel dafür ab, wie man im Abstiegskampf bestehen kann. Durch den Sieg klettert der DSC vorerst auf Platz 14, könnte durch den 1. FC Kaiserslautern und Erzgebirge Aue allerdings noch auf den Relegationsplatz verdrängt werden. Übernächste Woche Montag geht es mit einem Heimspiel gegen den Aufstiegsfavoriten VFB Stuttgart weiter. Das Spiel zum Nachlesen in unserem großen NW-Ticker:

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