Blickwechsel: Mit der Smartphone-App möchten die Macher der Fußball-Route NRW mit der Zeit gehen und die in die Jahre gekommenen Schilder ersetzen. - © Oliver Krato
Blickwechsel: Mit der Smartphone-App möchten die Macher der Fußball-Route NRW mit der Zeit gehen und die in die Jahre gekommenen Schilder ersetzen. | © Oliver Krato

Bielefeld Neue Ideen für die Bielefelder Arminia-Fußball-Route

Einige der seit 2006 stehenden Infoschilder sind verschwunden, einige überklebt und kaputt

Mario Hellweg

Bielefeld. Nach dem 2:0-Sieg begeistert die Arminia die heimischen Fußballfans wieder. Der Spielverlauf erinnert im Vergleich zu denen davor wieder an die guten alten Zeiten. Gut, dass Bielefeld nun auch eine von insgesamt 15 auserwählten Städten Nordrhein-Westfalens ist, die zur Deutschen Fußball-Route NRW (DFR) gehört. Seit 2006 informieren Schilder an relevanten Orten über historische Höhepunkte rund um Arminia Bielefeld. Besser gesagt: sie sollten es. Überklebte Sticker und wacklige oder kaputte Schilder erinnern eher an Arminias aktuelle Situation als an glorreiche Tage. Einige der Infotafeln scheinen vor Ort unauffindbar zu sein und die alte Arminia-Kneipe Tinneff wurde nach einem Brand 2007 vor zwei Jahren abgerissen. Auf der Internetseite steht nur, sie sei geschlossen. "Die Schilder können theoretisch weg" Nachfragen bei der Stadt und Bielefeld Marketing ergaben, dass die Initiatoren der Route die Schilder aufstellen ließen und es keinen Überblick über die genauen Standorte gebe. Erdacht wurde die Fußballroute vom Westdeutschen Fußballverband (WDFV) und dem ADAC. Über die Umwege ADAC-Bestellhotline und die Zentrale in München ließ sich mit Heike Ellermann vom ADAC Westfalen die richtige Ansprechperson finden. Wo und welche Schilder noch stehen, wusste auch sie nicht. Aber: "Die Schilder könnten theoretisch weg", sagte Ellermann. "Alle Infotafeln in den 15 Städten in Stand zu halten, ist nicht möglich. Zudem ist nicht klar, wer die Kosten tragen sollte", erklärte sie. Sie räumte ein, dass das Projekt ins Stocken geraten sei. Mit der aktuellen etwas schwierigen sportlichen Situation der Arminia habe das alles nichts zu tun. "Aachen oder Krefeld sind ja auch Teil der Route", sagte sie. In Absprache mit lokalen Touristikverbänden oder nach Bekanntwerden von Veränderungen würden die Stationen von Zeit zu Zeit online angepasst werden. Smartphone-App hilft weiter Mittlerweile liegt der Fokus nicht mehr auf Infoschildern, sondern auf einer Smartphone-App. Als alternative Wegführung soll nun die App mit ihren Karten dienen, auf der alle interessanten Orte der jeweiligen Stadt eingetragen seien. Ganz ohne Schild geht es bei der Route des ADAC aber nicht. Ellermann erklärte: "Am Stadion ist jeweils eine große Infotafel, die auf die Route und die App hinweist". Denn das Stadion sei die logische erste Anlaufstelle der Fans und so der Startpunkt der Route. "In den nächsten Wochen wird sich ein Arbeitskreis aus ADAC und Westdeutschem Fußballbund treffen, um die Fußball-Route NRW wieder mit Leben zu füllen", sagte Ellermann. Die Einbindung der aktuellen Spielpläne in die App oder GPS gestützte Stadttouren seien Optionen. Außerdem soll eine modernere Wegführung erarbeitet werden. Mithilfe der App klappt es dann auch mit den Erinnerungen an bessere Zeiten. Zur jüngeren Vergangenheit stellt Ex-Arminen-Kapitän Rüdiger Kauf das Trainingsgelände vor und erklärt die Vorzüge von Patrick Owomoyela, der es sogar in die Nationalelf schaffte. 47 Jahre zurück blickt der ehemalige Mittelfeldspieler Ulrich Braun und erzählt, wie auf dem Rathausbalkon 1970 der erste Aufstieg in die Bundesliga gefeiert wurde. Die Route und die Links zur App gibt es unter www.deutsche-fussballroute.de

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