Unter Druck: Arminia-Coach Jürgen Kramny nach der Niederlage in Nürnberg. - © Christian Weische
Unter Druck: Arminia-Coach Jürgen Kramny nach der Niederlage in Nürnberg. | © Christian Weische

Arminia Kramnys Zukunft ungewiss: Nürnbergs Petrak bestraft harmlose Arminia

DSC präsentiert sich beim 0:1 vor allem in der ersten Halbzeit wie ein Absteiger / Der große NW-Liveticker zum Nachlesen

Patrick Albrecht
Peter Burkamp

Bielefeld. Arminia Bielefeld hat sich in der 2. Bundesliga dem 1. FC Nürnberg nach einem erneut schwachen Auftritt mit 0:1 geschlagen geben müssen. Die Clubberer verpassten es in der ersten Halbzeit, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben, sodass die Kramny-Elf bis zum Schluss im Spiel blieb. Der Ausgleich wäre unter dem Strich jedoch nicht verdient gewesen. Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi kündigte unmittelbar nach dem Spiel Gespräche an. Miteinander – das heißt mit Trainer Jürgen Kramny. Es wird aber wohl auch ein Treffen innerhalb der Vereinsführung geben. „Wir müssen die Situation jetzt schnell analysieren und schnell Entscheidungen treffen", sagte Arabi. Eine Trennung von Kramny hat Arabi nicht explizit ausgeschlossen. Coach Kramny hatte im Vorfeld des Spiels für eine Überraschung gesorgt und Daniel Davari an Stelle von Wolfgang Hesl ins Tor gestellt. Zudem kehrte Tom Schütz nach abgesessener Gelbsperre für Reinhold Yabo ins defensive Mittelfeld zurück, der widerum für Keanu Staude auf der zentralen offensiven Position auflief. Sebastian Schuppan musste für Florian Hartherz als Linksverteidiger weichen, auf der linken Außenbahn ersetzte Andreas Voglsammer Christopher Nöthe. Der Club hatte in den ersten 45 Minuten Ball und Gegner komplett im Griff und war die deutlich überlegene Mannschaft. Die Kramny-Elf präsentierte sich harmlos und gehemmt und gab das Bild eines Absteigers ab. Bis auf eine Halbchance von Andreas Voglsammer (39.) erspielten sich die Arminen keine einzige Tormöglichkeit und hatten zudem Glück, das Brian Behrendt in der 21. Minute nach einer Notbremse nicht die Rote Karte sah. Nicht zweitligareif Nürnberg kam nach ruhenden Bällen durch Margreitter (7./15.), Ishak (27.) und Bulthuis (30./33) zu mehreren Abschlüssen, die DSC-Keeper Davari bis auf eine Unsicherheit aber nicht wirklich in Bedrängnis brachten. Die beste Chance bot sich Petrak, der nach einer Hereingabe von Linksverteidiger Lippert am zweiten Pfosten völlig blank stand, mit seinem Schuss aber an Davari scheiterte. In der 34. Minute zielte er dann genauer: Nach einem Einwurf auf Salli behauptete Selbiger den Ball im Sechzehner, legte zurück auf Petrak, der mit seinem Rechtsschuss flach rechts unten zum verdienten 1:0 einschob. Die Arminen mussten sich in der zweiten Halbzeit erheblich steigern, um die Chance auf einen oder sogar drei Punkte zu wahren. Jürgen Kramny brachte in der Halbzeit Keanu Staude für Stephan Salger und stellte auf ein 4-4-2 mit Fabian Klos und Andreas Voglsammer in vorderster Front um. Und zunächst sollten die Arminen leicht verbessert aus der Kabine kommen: Julian Börner scheiterte in der 52. Minute mit einem Kopfball nach einem mit viel Schnitt getretenen Freistoß von Tom Schütz an FCN-Keeper Raphael Schäfer. Fünf Minuten später zwang Nürnbergs Kempe DSC-Keeper Davari mit seinem Freistoß aus gut 30 Metern zu einer Galnzparade, Möhwald verfehlte in der 62. Minute mit seinem Distanzschuss das Bielefelder Gehäuse nur knapp. Die Kramny-Elf war in der zweiten Halbzeit zwar etwas besser im Spiel, schaffte es aber nicht, die gegnerische Defensive ins Wanken zu bringen. Julian Börner mit der besten Chance Julian Börner war mit einem Kopfball nach einem Schütz-Freistoß noch einmal nah dran am Ausgleich (75.), der in der Folge aber nicht mehr fallen sollte. Daran änderten auch die letzten beiden Wechsel (Ulm für Yabo, Prietl für Görlitz) nichts. Kempe (86.) und Möhwald (89.) sorgten auf Seiten der Gastgeber in der Schlussphase ein wenig für Entlastung, Arminia packte die Brechstange aus. Am Ende blieb es beim 1:0 für den Club. Besonders die erste Halbzeit war aus Bielefelder Sicht äußerst besorgniserregend. Die Arminen ließen Kampf, Leidenschaft und spielerisches Können vermissen. Durch die Niederlage bleibt Arminia Bielefeld auch nach Abschluss des 24. Spieltages auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt zwei Punkte, ein Nicht-Abstiegsplatz ist bereits vier Zähler entfernt. Nächste Woche Freitag geht es mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern weiter. FCK-Trainer Norbert Meier kehrt dann das erste Mal seit seinem Abgang nach Ende der letzten Saison auf die Alm zurück. Der große NW-Liveticker zum Nachlesen:

realisiert durch evolver group