In Frankfurt noch voller Hoffnung: Die Mannschaft hat von der guten Pokalleistung gegen Aue nicht profitieren können. - © Christian Weische
In Frankfurt noch voller Hoffnung: Die Mannschaft hat von der guten Pokalleistung gegen Aue nicht profitieren können. | © Christian Weische

Arminia Arminia-Präsident Laufer nimmt Spieler in die Pflicht

Klubchef setzt nach dem bitteren 2:2 gegen Aue auf den Zusammenhalt innerhalb des Vereins

Peter Burkamp

Bielefeld. Von Krisensitzung mochte niemand sprechen, der Begriff dürfte jedoch die beiden Treffen passend charakterisieren: Direkt nach dem Spiel und auch am Montagmorgen saßen Arminias Verantwortliche zusammen, um über das 2:2 gegen Aue zu sprechen. Am Trainingsgelände analysierten Trainer und Mannschaft den in der zweiten Halbzeit desolaten Auftritt. Wie die Mannschaft „diese große Chance auf einen Sieg verstreichen lassen konnte", war DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer auch am Montag noch schleierhaft. Nach der Sitzung mit den Geschäftsführern Gerrit Meinke und Samir Arabi kam das Trio zu dem Schluss, „dass es jetzt ganz schlecht wäre, wenn wir anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen". Auch wenn die Situation noch so mies sei, „müssen wir an einem Strang ziehen und zusammenhalten", fordert Laufer: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Geschichte wuppen." Der DSC-Präsident nahm ausdrücklich die Mannschaft in die Pflicht. „Das sind doch Profis, dann sollen sie sich auch so verhalten. Die spielen letztlich um ihren Job." Die Stellenbeschreibung der DSC-Profis sieht derzeit schwer nach 3. Liga aus. Bis zum 15. März muss der DSC die Lizenzierungsanträge für die nächste Saison bei DFL und DFB abgeben. "Wir haben einen Plan B" Steigt Arminia nach zwei Jahren wieder ab, dürfte es einen erheblichen personellen Umbruch geben. „Wir forcieren die Drittliga-Planungen nicht, aber wir haben natürlich einen Plan B", sagte Laufer. „Mit diesem Szenario müssen wir uns auseinandersetzen. Aber auch nach einem Sieg über Aue wäre es fahrlässig gewesen, das nicht zu tun", betonte Samir Arabi. „Wir haben noch ein knappes Drittel der Saison vor uns: Jetzt dürfen wir kein Spiel mehr verschenken. Das muss jeder Spieler begreifen", betont der Sport-Geschäftsführer. Hans-Jürgen Laufer sieht in erster Linie die Chance auf den Ligaerhalt und erwartet eine Reaktion der Mannschaft im Spiel am Sonntag beim 1. FC Nürnberg: „Wir müssen uns die verlorenen Punkte dort wiederholen." Ob der fromme Wunsch des Präsidenten in Erfüllung gehen kann, hängt auch davon ab, wie es gelingt, „die Mannschaft diese Woche wieder aufzurichten", was Jürgen Kramny als eine seiner zentralen Aufgaben formuliert hat. Bei Christoph Hemlein wird der DSC-Trainer dabei wenig Mühe haben. „Sollen wir uns begraben und absteigen?", fragte der Außenangreifer nach dem 2:2 gegen Aue rhetorisch in die Journalistenrunde. „Einmal mehr aufstehen und drinbleiben" – diese Devise gab Hemlein für den Rest der Saison aus.

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