Ausgetanzt: Torschütze Michael Görlitz (l.) setzt sich gegen Maximilian Wittek durch. - © Christian Weische
Ausgetanzt: Torschütze Michael Görlitz (l.) setzt sich gegen Maximilian Wittek durch. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Görlitz ersetzt den verletzten Dick und erzielt den Treffer zum 1:1

Salger zeigt auch auf der ungewohnten Position des Sechsers eine ordentliche Vorstellung

Jörg Fritz

München. Auch wenn die Arminen im siebten Spiel hintereinander keinen Sieg errangen, war von Frust rein gar nichts zu spüren. Vielmehr herrschte die Erkenntnis vor, den Gegner stets im Griff gehabt und selbst deutliche Akzente gesetzt zu haben. Letztlich war es wohl "die fehlende Ruhe im letzten Drittel des Spiels", wie Norbert Meier die nicht immer zufriedenstellende Durchschlagskraft seiner Akteure vor dem von Stefan Ortega glänzend gehüteten Tor der Münchner Löwen erklärte. Meier freute sich besonders, dass mit Michael Görlitz ausgerechnet jener Spieler das Ausgleichstor erzielte, der in der zweiten Halbzeit Florian Dick (Sprunggelenkverletzung) auf der Position des rechten Verteidigers ersetzte. "Wir haben diese Variante bereits im Training erfolgreich getestet", erzählte Meier die Geschichte des Jokers, der auf einer ungewohnten Position stach. Görlitz selbst strahlte natürlich nach dem Schlusspfiff über sein zweites Tor im DSC-Dress überhaupt. Der 27-Jährige, so scheint es, ist der Mann für die wichtigen Treffer. Bereits beim 2:1-Derbysieg in Paderborn gelang ihm der Siegtreffer, so dass der Neuzugang aus St. Pauli einen großen Anteil an den 30 erkämpften Punkten erworben hat. Nach dem Spiel gab er sich aber äußerst zurückhaltend. "Unterm Strich sollten wir froh sein, nicht verloren zu haben." Bereits am Dienstag und Mittwoch hatte sich während der Übungseinheiten ein überraschender Plan angedeutet. Stephan Salger, bislang als linker oder Innenverteidiger in der Defensivabteilung der Arminen gesetzt, wurde auf der Position des Sechsers getestet. Salgers Auslegung dieser ungewohnten Rolle überzeugte den Trainer derart, dass der Rheinländer zum dritten Mal in seiner Zeit beim DSC Arminia im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam. "Es war wichtig, im Zentrum die Räume dicht zu machen, da die Löwen mit langen Pässen arbeiteten", beschrieb Salger seinen Aufgabenbereich, der er ordentlich erledigte. Norbert Meier: "Wir hatten zur Wochenmitte zunächst an eine andere Lösung gedacht, die wir dann aber wieder verworfen haben." Die Arminen, die die Osterpause mit einem Testspiel am Donnerstag in Mönchengladbach unterbrechen, flogen erst am Abend um 21.40 Uhr von München nach Paderborn. Bei "Weißwürsten und alkoholfreiem Bier", so Meier, war viel Zeit, in einer Lounge über das 1:1 zu diskutieren.

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