Arminia Bielefeld Löwen-Trainer Benno Möhlmann trifft auf seinen Ex-Klub Arminia

Der 61-Jährige traut dem DSC den Ligaerhalt zu

Peter Burkamp

Bielefeld. Benno Möhlmann ist der Mann für die Rekorde. Stimmt die aktuelle Rechnung, war der 61-Jährige insgesamt 1.278 Mal mal als Trainer oder Spieler in der ersten und zweiten Bundesliga aktiv. Wenn Arminia Bielefeld am Sonntag bei 1860 München antritt, wird er sein 519. Zweitligaspiel als verantwortlicher Coach erleben. Am nächsten kommt ihm Uwe Klimaschefski (404 Spiele). Möhlmann ist ein Routinier. „Die Erfahrung eines Trainer allein entscheidet aber nicht über den Saisonerfolg. Ich kann Tipps und Hinweise geben, umsetzen muss die Mannschaft das aber selbst", sagt er. Zuletzt scheint Möhlmann die richtigen Hinweise gegeben zu haben. Vor der knappen 1:2-Auswärtsniederlage in Leipzig am vergangenen Sonntag gewannen die Münchner drei Mal in Folge und kletterten von Rang 17 auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Der Aufschwung hat Selbstvertrauen gebracht. „Wir sind jetzt in einer Verfassung, in der wir mit jedem mithalten können. In Leipzig konnte man das beobachten, auch wenn wir dort Phasen hatten, in denen RB viel Druck gemacht hat", sagt Möhlmann. "Aufhören wollte ich noch nicht" Am 6. Oktober vergangenen Jahres war er als Nachfolger des erfolglosen Torsten Fröhling angetreten – knapp fünf Monate nach seiner Entlassung beim FSV Frankfurt am 18. Mai 2015. „Ich bin nicht groß raus gewesen", sagt Möhlmann. Schon zu Beginn dieser Saison war er wieder Gast auf diversen Fußballplätzen. „Aufhören wollte ich noch nicht", erzählt der Bremer. Zwar habe er mal vor einiger Zeit angekündigt, seine Karriere mit 60 beenden zu wollen, mittlerweile hat er jedoch gedanklich bis 65 verlängert. „Mir macht es immer noch Spaß, auf dem Platz zu stehen, auch wenn das Drumherum schon mal nervig sein kann." Das Drumherum ist in München eine Nummer größer als beim FSV Frankfurt. Medial stehen die 1860er zwar im Schatten der großen Bayern, doch auch bei den Löwen besuchen täglich mehrere Journalisten das Training. Regelmäßige Schlagzeilen über die sportliche Misere und Absichten des wankelmütigen Investors Hasan Ismaik haben Möhlmann nicht abgeschreckt. „Wo Unruhe ist, kann man auch wieder Ruhe reinbringen. Ich sah die Chance, mit 1860 die Liga zu halten. Das ist machbar, nach wie vor aber eine schwierige Aufgabe", sagt Möhlmann. Von 2000 bis 2004 coachte er Arminia Bielefeld, stieg mit dem DSC 2002 in die erste Liga auf. Kontakte zum Klub bestehen nicht mehr. Ab und zu sei er mal im Stadion. Das Spiel gegen Nürnberg hat Möhlmann am Bildschirm verfolgt. „Arminia ist eine Mannschaft mit Zweitligaformat, die die Fähigkeiten hat, im Abstiegskampf zu bestehen", lautet sein Urteil. Gegen Nürnberg sei mehr als ein 0:4 drin gewesen. Allein schon wegen der Bielefelder Torchancen. Weitere Worte möchte Möhlmann, der zusammen mit Norbert Meier von 1980 bis 1988 bei Werder Bremen Seite an Seite gespielt hat, nicht über den nächsten Gegner und den Abstiegskampf verlieren. „Ich mag da gar nicht groß drüber nachdenken. Wenn wir die nötigen Punkte holen, wird der eine oder andere Verein hinter uns bleiben. Und wer das ist, ist mir letztlich egal", sagt Möhlmann.

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