Torwart Wolfgang Hesl und Julian Börner nach dem Treffer zum 0:3 gegen Nürnberg. - © Christian Weische
Torwart Wolfgang Hesl und Julian Börner nach dem Treffer zum 0:3 gegen Nürnberg. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Bei Arminia ist nach der Klatsche Aufbauarbeit angesagt

DSC-Profis und Verantwortliche üben Kritik, versuchen jedoch, das Positive mitzunehmen

Peter Burkamp

Bielefeld. Manchmal kann es helfen, die Einschätzung des Gegners mitzunehmen, um ein Spiel korrekt einzuordnen. 0:4 - das sieht auf den ersten Blick deutlich aus. Bei genauerem Hinschauen und unter Berücksichtigung des Spielverlaufs war die Leistung der Arminen am Freitagabend gegen Nürnberg nicht so schlecht wie das Ergebnis aussagt. "Bielefeld hat wenige Fehler gemacht, es war eine Geduldsfrage und für uns ein hartes Stück Arbeit. Letztlich war es aber ein verdienter Sieg", meinte Nürnbergs Torwart Patrick Rakovsky, der den verletzten Raphael Schäfer bestens vertrat. Niclas Füllkrug, Elfmeterschütze zum 2:0 für den Club, fand ebenfalls anerkennende Worte für die Arminen: "Es war das erwartet schwere Spiel. Wir haben gegen eine eingespielte Mannschaft gut dagegen gehalten. Bei langen Bällen kann man nicht immer alles verteidigen. Trotzdem standen wir hinten stabil." Das hörte sich nicht so an, als wollten die Nürnberger ihre eigene Leistung durch ein Lob für den Gegner noch aufwerten, wie es häufiger vorkommt. "Bis zur 60. Minute war es ein ausgeglichenes Spiel", waren sich Norbert Meier und sein Nürnberger Kollege René Weller einig. Das 0:1 (61.) nach einem Ballverlust von Kapitän Fabian Klos und der umstrittene Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Martin Petersen kippten die Partie zu Gunsten der Nürnberger. Es passte ins Bild des aus Bielefelder Sicht unglücklichen Abends, dass die in Unterzahl spielenden Gastgeber ihre durchaus vorhandenen Torchancen zum Ausgleich vergaben und dem Gegner durch leichtfertige Aktionen noch das dritte und vierte Tor erlaubten. "Jede Niederlage tut weh", meinte Fabian Klos nach dem Spiel. Wenn man jedoch "unter Wert geschlagen wird", wie es der Teamkapitän formulierte, schmerzen sie noch ein wenig mehr. Die Frage ist, wie schnell "die Kopfe wieder frei sind", wie es Klos vor dem nächsten Spiel bei 1860 München fordert. Fans und DSC-Profis sehnen ein Ende der Misserfolgsserie herbei. Seit dem Jahresauftaktsieg gegen den MSV Duisburg am 8. Februar haben die Arminen in den darauf folgenden sechs Spielen nicht mehr gewonnen und nur zwei Punkte geholt. Die Konkurrenz hat unterdessen den Abstand verkleinert. Stephan Salger gibt sich trotz der Negativserie, was zumindest die Ergebnisse angeht, kämpferisch. "Wir müssen uns dagegen wehren und weiter arbeiten, um zu positiven Ergebnissen zu kommen." Trainer Norbert Meier und Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi haben am Tag danach versucht, die Mannschaft aufzurichten und sie an ihre Stärken zu erinnern. "Wir glauben an die Mannschaft, und die Spieler glauben an sich", sagte Samir Arabi. Für ihn wäre es ein falsches Signal, jetzt in Panik zu verfallen, anstatt die Lage in Ruhe zu analysieren. "Wir müssen berücksichtigen, dass wir mit Freiburg, Bochum und Nürnberg gegen Mannschaften aus den Top fünf gespielt haben. Selbst in Unterzahl haben wir gegen Nürnberg noch Chancen gehabt, das Spiel zu drehen." Die Moral sei weiter in Ordnung. Samir Arabi stellte allerdings auch klar, dass die Mannschaft trotz aller widriger Schiedsrichter-Entscheidungen "bei sich selbst anfangen muss. Wir haben den Fehler vor dem 0:1 gemacht. Solche Fehler werden nun mal von den Spitzenteams sofort bestraft." Dass jetzt dringend Punkte her müssen, um mehr Sicherheit zu bekommen, verhehlt Arabi nicht. "Da halte ich es mit Uli Hoeneß, der mal gesagt hat: Ab März zählen keine Leistungen, da zählen nur noch die nackten Ergebnisse."

realisiert durch evolver group