Heidenheims Timo Beermann (v) und Francisco Rodriguez von Bielefeld kämpfen um den Ball. - © picture alliance / dpa
Heidenheims Timo Beermann (v) und Francisco Rodriguez von Bielefeld kämpfen um den Ball. | © picture alliance / dpa

Arminia Bielefeld Arminia verliert unverdient in einem dramatischen Spiel gegen Heidenheim

Alle Tore fallen erst in der spannenden zweiten Halbzeit

Heidenheim/Bielefeld. Seit Oktober hat Heidenheim keinen Heimsieg mehr geschafft - beendet wird der Fluch ausgerechnet beim Spiel gegen Arminia Bielefeld. Dabei ist Bielefeld die deutlich aktivere Mannschaft und hat schon in der ersten Halbzeit durch den Lattentreffer von Hemlein (27.) und im Anschluss durch den Kopfball von Börner gute Chancen. Heidenheim trägt seine Angriffe zu nervös vor und kann sich kaum echte Torchancen erspielen. Ganz anders die zweite Halbzeit.

Nachdem Arminia nach Heidenheims Führungstreffer (48.) nach nur 90 Sekunden den Ausgleich schafft, scheint es zunächst so, als würden die Treffer von Schnatterer (54., Elfmeter) und Leipertz (62.) den Gästen aus Bielefeld den Stecker ziehen. Doch Arminia kämpft mutig weiter, auch nachdem Tom Schütz mit Gelb-Rot vom Platz muss (64.). In der 80. Minute gelingt Börner der Treffer zum 3:2. Noch einmal gibt's Hoffnung für Arminia in einer dramatischen Schlussphase, muss sich dann aber doch unverdient geschlagen geben.

Der FCH nimmt zu Beginn das Heft in die Hand. Bielefeld wirkt in den Anfangsminuten wie auch in den Spielen zuletzt noch etwas schläfrig. Dabei hatte Norbert Meier im Vorfeld erklärt, das Team wolle von Anfang an "hellwach" sein. Die Gastgeber attackieren sehr früh und versuchen, die Bielefelder schon im Spielaufbau zu stören. Überwiegend versucht Arminia jetzt, über die linke Seite anzugreifen. So steckt Nöthe in der 8. Minute auf Schuppan durch, der den Ball hoch reinflankt. In der Mitte ist allerdings keiner mitgekommen. So wird das natürlich nichts.

Stattdessen haben die Gastgeber eine erste gute Chance: Der Norweger Bard Finne taucht in der 11. Minute nach einem Zuspiel von Schnatterer frei vor dem Bielefelder Torwart auf. Hesl wehrt jedoch geschickt mit seinem Fuß ab. Die Ostwestfalen kommen nun besser ins Spiel: In der 14. Minute etwa bekommt Dick rechts den Ball und hat etwas Platz zu laufen. Seine Hereingabe kann Jan Zimmermann aber locker fangen.



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Nach 15 Minuten sehen die Zuschauer inzwischen eine äußerst temporeiche Partie, in der beide Teams bemüht sind nach vorne zu spielen. Heidenheim attackiert sehr früh und versucht so das Bielefelder Aufbauspiel zu unterbinden. Dem schnellen Spiel sind allerdings auch viele Ungenauigkeiten und Ballverluste geschuldet. Das Umschaltspiel der Heidenheimer klappt bisher auch noch nicht besonders gut.

In der 27. Minute dann die beste Chance für die Arminia in der 1. Halbzeit: Nachdem Marcel Titsch-Rivero den Bielefelder Rodriguez zum Fallen bringt, entscheidet der Schiedsrichter auf Foul. Gute Position aus rund 18 Metern. Christoph Hemlein tritt den Freistoß aus zentraler Position und trifft den Querbalken. Zimmermann hätte hier keine Chance gehabt. Kurz darauf gleich die nächste gute Chance, als Julian Börner nach einem Eckball von Florian Dick freistehend hochsteigt. Sein Kopfball verfehlt nur knapp das Heidenheimer Gehäuse.

Die Gastgeber bekommen langsam keinen Zugriff mehr aufs Spiel. Bielefeld ist um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht und erspielt sich in den letzten zehn Minuten die deutlich besseren Chancen. Mit 0:0 geht es dann in die Halbzeitpause.

Die Frage ist: Was war nur drin im Pausentee? Denn die zweite Halbzeit startet richtig durch. In der 48. Minute bestraft Heidenheim einen Katastrophen-Pass von Arminias Schuppan. Leipertz schaltet sofort und steckt auf Schnatterer durch, der freistehend Wolfgang Hesl keine Chance lässt. Es ist sein viertes Saisontor.

Und Arminia? Arminia gleicht nur 90 Sekunden später im Gegenzug zum 1:1 durch Hemlein aus (49.). Rodriguez spielt im Zentrum den Bielefelder Rechtsaußen frei, der aus rund 20 Metern flach unten links ins Tor trifft. In der 54. Minute wird es nach einem Pfostenschuss von Schnatterer hektisch, und Bielefelds Torschütze Hemlein trifft Leipertz am Bein. Thomsen zeigt auf den Punkt. Schnatterer lässt Hesl beim Elfmeter keine Chance und trifft unten links - 2:1. Trainer Schmidt hat anscheinend die richtigen Worte in der Kabine gefunden. Jetzt ist Heidenheim die aktivere Mannschaft. Schnatterer bringt mit seinen beiden Toren innerhalb von sieben Minuten sein Team auf die Siegerstraße.

Und jetzt kommt's für die Arminia richtig dicke. Börner verliert im Mittelfeld ein Kopfballduell, und Dicks Rückgabe gerät im Anschluss viel zu kurz. Der heranstürmende Leipertz legt das Leder an Torhüter Hesl vorbei und schiebt es im Anschluss aus kurzer Distanz über die Torlinie (62.). Meier stellt daraufhin um, nimmt Voglsammer runter und schickt Koen van der Biezen auf das Feld. Zwei Minuten später muss Schütz vom Platz. Er war mit gestrecktem Bein in Titsch-Rivero hineingerutscht und musste mit Gelb-Rot vom Platz.

Bielefeld gibt sich allerdings auch mit nur noch zehn Mann auf dem Platz noch nicht geschlagen. Auch wenn die Vorzeichen nicht gut stehen, spielen sie weiter nach vorne. Heidenheim verteidigt allerdings geschickt und macht die Räume eng. dennoch: Börner trifft zum 3:2 (80.): Nach einer Flanke von Nöthe steigt Börner zum Kopfball hoch und trifft aus kurzer Distanz zum 3:2. Kurz darauf auch Ulm nochmal mit einer Chance, aus halblinker Position geht sein Schuss nur weniger Zentimeter am rechten Torpfosten vorbei. Und trotz einer dramatischen Nachspielzeit bleibt es bei einem 3:2-Sieg der Heidenheimer.

Der FCH macht in der Tabelle einen Sprung auf Rang sieben, während Bielefeld weiter im unteren Tabellendrittel (Platz 13) bleibt. Weiter geht es mit der englischen Woche: Am Mittwoch (2. März) gastiert Heidenheim bei RB Leipzig (Anpfiff: 17.30 Uhr). Zur gleichen Zeit empfängt Bielefeld den Aufstiegsaspiranten SC Freiburg.

1. FC Heidenheim - Arminia Bielefeld 3:2 (0:0)

Heidenheim:
Zimmermann - Robert Strauß (90.+1 Philp), Kraus, Beermann, Feick - Griesbeck, Titsch-Rivero (66. Theuerkauf) - Leipertz, Schnatterer - Thomalla, Finne (46. Halloran). - Trainer: Schmidt

Bielefeld:
Hesl - Dick, Börner, Salger, Schuppan (83. Görlitz) - Junglas, Schütz - Hemlein, Francisco Rodriguez (76. Ulm), Nöthe - Voglsammer (63. van der Biezen). - Trainer: Meier

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)

Tore: 1:0 Schnatterer (48.), 1:1 Hemlein (49.), 2:1 Schnatterer (55., Foulelfmeter), 3:1 Leipertz (62.), 3:2 Börner (80.)

Zuschauer: 12.000

Gelb-Rote Karte: Schütz wegen wiederholten Foulspiels (64.)

Gelbe Karten: Feick (4), Titsch-Rivero (4), Halloran (4), Griesbeck (5) -

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