Immer mit Drang zum Tor: Christian Müller erzielte 19 Tore für Arminia – hier zum 4:2 gegen die Stuttgarter Kickers. FOTO: CHRISTIAN WEISCHE - © Christian Weische 2014
Immer mit Drang zum Tor: Christian Müller erzielte 19 Tore für Arminia – hier zum 4:2 gegen die Stuttgarter Kickers. FOTO: CHRISTIAN WEISCHE | © Christian Weische 2014

Arminia Müller heuert bei Vasas Budapest an

Peter Burkamp

Bielefeld. Christian Müller ist dann mal weg. Am Montag hatte er sich von der Mannschaft verabschiedet, um in Budapest letzte Vertragsmodalitäten zu klären. Am Mittwoch war der Wechsel perfekt. „Mü“, wie er von Fans und Mitspielern genannt wird, schließt sich dem ungarischen Erstligisten Vasas Budapest an. Der abstiegsbedrohte Klub wird seit Anfang des Jahres von Michael Oenning trainiert. Es heißt, Müller habe nur bis zum Saisonende unterschrieben. Über Beweggründe, die Umstände des Transfers und vertragliche Details haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Müller war mit seiner Entscheidung, nicht mit ins Trainingslager nach Belek zu fliegen, in Ungnade gefallen. Möglicherweise hatte die Vereinsführung aber ohnehin schon beschlossen, den am 30. Juni auslaufenden Vertrag des bald 32-Jährigen nicht mehr zu verlängern, und dem Spieler kam das Angebot aus Budapest sehr gelegen. Die Vertragsauflösung in Bielefeld verlief geräusch- und weitgehend kommentarlos. „Wir bedanken uns bei Christian Müller für seinen Einsatz im Trikot des DSC und wünschen ihm für seinen weiteren persönlichen und sportlichen Weg alles Gute“, wird Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi in einer Mitteilung zitiert. Der gebürtige Berliner und ehemalige Herthaner Bundesligaprofi spielte seit dem 1. Juli 2011 mit einem Intermezzo in Cottbus insgesamt viereinhalb Jahre in Bielefeld und hat sich durch seine kämpferische und leidenschaftliche Art Fußball zu spielen viele Freunde gemacht. Arminia hat Müller angeboten, ihn am Rande des Ligaspiels gegen Duisburg am kommenden Montag offiziell zu verabschieden, voraussichtlich lässt sich dies aber nicht umsetzen. Dass es nur 111 Pflichtspiele und 19 Tore für den DSC wurden, lag am großen Verletzungspech der Bielefelder „37“. Allein in der Hinrunde dieser Saison musste Müller mehrere Monate nach einem folgenschweren Trainingsunfall (Kopf und Schulterblessuren) pausieren. Müller selbst nahm seine vielen Krankenhausaufenthalte mit viel Humor. Zuletzt hatte er sich über die Weihnachtszeit am Blinddarm operieren lassen müssen. Sportlich gesehen spielte Müller zuletzt keine große Rolle mehr. Zwar stand er Ende vergangenen Jahres gegen Karlsruhe und St. Pauli jeweils 90 Minuten auf dem Platz, in David Ulm hatte er jedoch stets einen Konkurrenten für die zentrale Position in der Offensive. Mit den Winterverpflichtungen Seung-Woo Ryu und Francisco Rodriguez verfügt der DSC über zwei jüngere Alternativen in der Offensive. Beide Bundesliga-Leihgaben können zentral hinter den Spitzen oder auf den Flügeln für Druck und Tempo sorgen. Müller stürmt jetzt in Ungarn.

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