Trainiert individuell: Christian Müller ist nicht mit dem Arminia-Team nach Belek geflogen. - © Wolfgang Rudolf
Trainiert individuell: Christian Müller ist nicht mit dem Arminia-Team nach Belek geflogen. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Fabian Klos: "Müller stand mit seinen Ängsten nicht alleine da"

Arminias Sportchef Samir Arabi lehnt rechtliche Schritte gegen den nicht nach Belek geflogenen Spieler ab

Belek. Es war die Überraschung des Tages, als am Mittwochmittag bekannt wurde, dass Arminias Christian Müller die Reise ins Trainingslager nach Belek aus Sicherheitsbedenken nicht mit angetreten hatte. Scheinbar hat es aber mehrere Zweifler und auch Bedenken innerhalb der Mannschaft gegeben. Am Mittwochabend hat sich Arminias Sportchef Samir Arabi im Trainingslager zum Thema Müller geäußert, am Donnerstag erklärte sich auch Fabian Klos.

"Natürlich wurde innerhalb der Mannschaft viel über die Situation diskutiert", sagte Arabi im Teamhotel. "Die Mannschaft hat aber gemeinschaftlich entschlossen, hier nach Belek zu fliegen. Sie wollte Christian noch überzeugen, aber er ist konsequent bei seiner Linie geblieben." Nach den Anschlägen in Istanbul fühle er sich "nicht in der Lage, mit nach Belek zu fliegen. Er hat zu große Angst, als dass er hier vernünftig trainieren könnte", so Arabi weiter.

"Der Trainer, der Mannschaftsrat und ich haben mit ihm gesprochen. Wir haben versucht, mit ihm zu reden. Aber hatte seine Entscheidung gefallen." Ob und welche Konsequenzen Müllers Entscheidung haben werde und wie man auf seine Absage reagieren werde, vermochte der Sportchef nicht zu sagen: "Wir haben das erst einmal so zur Kenntnis genommen."

Arabi ganz diplomatisch

Rechtliche Schritte werde der Klub laut Arabi aber nicht einleiten, "dennoch fehlt er uns natürlich in einer ganz wichtigen Phase der Vorbereitung." Auf die Frage, ob sich der 31-jährige Mittelfeldspieler durch sein Handeln in eine ungünstige Situation bezüglich einer möglichen Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrages gebracht habe, antwortete Arabi diplomatisch: "Wir betreiben keine öffentliche Vertragspolitik."

Während seine Mannschaftskollegen in Belek im Trainingslager weilen, wird Müller bei der U23 trainieren und hat zudem ein individuelles Trainingsprogramm von Co-Trainer Uwe Speidel auferlegt bekommen.

Geschäftsführer Gerrit Meinke erklärte auf Nachfrage von nw.de, dass er Verständnis für die Entscheidung Müllers habe, denn "der Verein trägt auch die Fürsorge für die Spieler". Gejubelt habe er aber natürlich nicht. Der Verein habe im Vorfeld sowohl mit dem Aufsichtsrat, dem Präsidium und dem Auswärtigen Amt gesprochen, als auch mit Vereinen Kontakt aufgenommen, die schon in Belek gewesen sind oder derzeit noch sind (so etwa der SC Paderborn). "Zu keinem Zeitpunkt hat es in Bezug auf die Sicherheit irgendwelche Bedenken gegeben", erklärte Meinke.

Fabian Klos sagte auf Anfrage von nw.de: "Christian Müller stand mit seinen Ängsten in der Mannschaft nicht alleine da - es gab einige, die Bedenken hatten, auch ich hatte Bedenken, aber wir sind alt genug, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen." Müller habe sich so entschieden, und die Mannschaft müsse das jetzt akzeptieren. "Für uns ist das Thema jetzt aber abgehakt - wir bereiten uns auf die Rückrunde vor."

Neben Christian Müller saß auch Samir Benamar nicht mit im Flieger Richtung Belek. Bei ihm kann Arabi grünes Licht für ein Leihgeschäft geben: "Samir wird für ein halbes Jahr an einen Drittligisten ausgeliehen. Es ist mündlich alles geregelt. Zwar ist die Tinte noch nicht trocken, aber es ist alles so konkret, dass wir ihn zu Hause gelassen haben."

Verfolgen Sie Arminias Trainingslager in Belek in unserem Liveticker:


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