Alexander Schwolow (rotes Trikot) feiert neben Jarno Peters (r.) und Tom Schütz (l.) einen Sieg. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Alexander Schwolow (rotes Trikot) feiert neben Jarno Peters (r.) und Tom Schütz (l.) einen Sieg. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Schwolow ist bei Arminia längst mittendrin

Der Ex-Freiburger sieht in seinem Wechsel nach Bielefeld die richtige Entscheidung

Bielefeld. Zwei knallhart und platziert verwandelte Elfmeter kassiert, dazu noch ein Eigentor und einen Konter in viertletzter Minute, alles unhaltbar. Für einen Torwart, der fehlerlos agierte wie Alexander Schwolow in Rostock, müssen solche Niederlagen doppelt ärgerlich sein. Das Gefühl der Ohnmacht, der Arminen-Keeper lernte es beim 2:4 (0:2) intensiv kennen. "Nach dem Spiel war ich ganz schön geladen", bestätigt er, "kein Torwart kriegt gerne vier Gegentore".

Schon gar nicht auf diese Art, denn Arminia hatte den bis dahin kriselnden Nordost-Klub zu den Toren generös mit eigenen Fehlern eingeladen. Schwolow dagegen hatte sich einige Male auf dem seit Saisonbeginn gewohnt guten Niveau präsentiert. Doch trotz seiner vier nennenswerten Paraden (4. Minute gegen Srbeny, 15. Blacha, 30. Kucukovic, 65. Srbeny) schaute Schwolow nachher in leere Handschuhe. Erst nach einer Nacht hatte er sich beruhigt, ging sein Blick wieder nach vorn. Auch die sonntägliche Video-Analyse mit dem in Rostock sehr ungehaltenen Trainer Norbert Meier schärfte die Sinne der Arminen noch einmal für diese Erkenntnis: "Eigentlich wissen wir ja, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir gegen jeden Gegner alles abrufen. Aber vielleicht gab es gegen Hansa doch die Überlegung, es läuft schon irgendwie."

Die schöne Serie von fünf Ligaspielen ohne Niederlage mit 13 Punkten ist nun jedenfalls Geschichte und Platz drei damit vorerst verloren. Alexander Schwolow darf nach zehn Drittliga-Spielen trotzdem ein persönliches Zwischenfazit ziehen, das positiv ausfällt. "Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass der Wechsel von Freiburg nach Bielefeld der richtige Schritt für meine Entwicklung war", sagt er und verhehlt dabei keineswegs die Zweifel, die anfangs existierten. Und wer wollte ihm, dem 22 Jahre jungen Mann, bei seinem ersten Transfer als Fußball-Profi eine gewisse Unsicherheit verdenken?

Bernd Leno als Vorbild

Schwolow hatte noch an der Enttäuschung über die Einkaufspolitik des Bundesligisten SC Freiburg zu "schlucken", während er seine Zukunft anders als ursprünglich geplant schmieden musste. Die Breisgauer hatten überraschend den nach Hoffenheim abgewanderten Oliver Baumann durch zwei auswärtige Torhüter (Roman Bürki, Sebastian Mielitz) ersetzt, statt dem eigenen Nachwuchsmann Schwolow wenigstens als Ersatztorwart zu vertrauen. "Ich hatte das so nicht erwartet. Es war auch anders abgesprochen", erzählt Schwolow, dessen Frust aber nicht zu lange dauerte. Von Vorteil war es, dass der DFB-Auswahlspieler (U 18, U 19, U 20) schnell aus mehreren Angeboten wählen konnte. "Ich habe mich dann bewusst für Arminia und gegen die Erste Liga entschieden, weil ich dort wieder nur auf der Ersatzbank gesessen hätte", sagt Schwolow.

Der Torwart stimmte einer Ausleihe für zwei Jahre zu und genießt es längst, in Bielefeld zu sein: "Die vielen Spiele tun mir richtig gut, und den Status als Nummer eins zu haben, macht großen Spaß." Auf dem Rasen der Dritten Liga fühlt sich Schwolow jetzt wohler als auf der Ersatzbank im Oberhaus. Und schließlich verliert er ja seinen Karriere-Plan nicht aus den Augen. So schnell wie ein Torhüterreflex kommt seine Antwort auf die Frage nach einem Torwart-Vorbild für den Weg aus der Dritten Liga nach oben: "Bernd Leno." Der fand 2011 den Weg vom VfB Stuttgart II zu Bayer Leverkusen. Tagesaktuell geht es für Schwolow allerdings nur darum, "dass wir es am Mittwoch gegen Stuttgart wieder besser machen."

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