Andre Dippel mit Chancen auf den Titel

STEHERRENNEN: EM in Nürnberg

Bielefeld (dogi). Zwei Wochen nach der Deutschen Steher-Meisterschaft in Bielefeld steigt am Wochenende in Nürnberg bei der Europameisterschaft der absolute Saison-Höhepunkt. Da Jan Eric Schwarzer als Vierter die EM-Quali knapp verpasste, ist kein Bielefelder Fahrer unter den 17 gemeldeten Startern dabei - dafür ist die heimische Schrittmacher-Zunft am legendären Reichelsdorfer Keller gleich im Dreierpack vertreten: Christian Dippel fährt mit dem Tschechen Richard Faltus, Andre Dippel spannt sich vor den Schweizer Giuseppe Atzeni, und Gerd Geßler hat sich mit dem Engländer Matt Gittings zusammengetan.

"Die größten Chancen auf einen Treppchenplatz hat natürlich Andre", sagt Christian Dippel, der seinem Filius durchaus zutraut, den mit Atzeni gewonnenen zwei EM-Titeln von 2009 und 2010 einen vierten hinzuzufügen. "Atzeni ist sehr gut in Form, er hat sich mit seinen Renneinsätzen in diesem Jahr ein bisschen zurückgehalten und ganz speziell auf die EM hin trainiert", berichtet Andre Dippel, der 2011 mit dem Schweizer auch noch Silber gewann - 2012 fiel die Europameisterschaft aus. Vater Christian und Gerd Geßler müssen dagegen mit der Außenseiterrolle vorlieb nehmen: Der Tscheche Faltus ist in seinen Leistungen ziemlich wechselhaft, der Brite Gittings ein weitgehend unbeschriebenes Blatt.

Für den Bund Deutscher Radfahrer gehen die Medaillengewinner der DM auf die Bahn: Meister Florian Fernow, Marcel Barth und Robert Retschke. Das Trio soll bei dem Versuch, den Europameistertitel nach 2008 mal wieder nach Deutschland zu holen, tunlichst zusammen arbeiten - Christian Dippel hat da so seine Zweifel. "Nach dem Streit bei der DM (Robert Retschke geriet mit Florian Fernows Schrittmacher Peter Bäuerlein wegen eines gefährlichen Manövers aneinander, die Red.) kann ich mit kaum vorstellen, dass Retschke für Fernow fährt oder umgekehrt. Da wird wohl jeder auf sich allein gestellt sein", meint der Routinier.

Für Andre Dippel sind die drei Deutschen in Abwesenheit des niederländischen Titelverteidigers Patrick Kos "allein von ihrem Leistungsvermögen her" trotzdem die schärfsten Konkurrenten im Kampf um Europas Steherkrone. Vielleicht können Andre Dippel und Atzeni ja von diesen internen Zwistigkeiten profitieren.

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