Orkun Tosun hat soeben das 4:3 für den VfB Fichte erzielt und setzt zum Jubellauf an. - © FOTO: KREUTZER
Orkun Tosun hat soeben das 4:3 für den VfB Fichte erzielt und setzt zum Jubellauf an. | © FOTO: KREUTZER

Dank Tosun gibt es die Aufstiegschance

LANDESLIGA: VfB Fichte gewinnt an Dramatik kaum zu überbietendes Spiel in Steinhagen mit 4:3 – und kämpft um die Westfalenliga

VON CARSTEN BLUMENSTEIN

Steinhagen/Bielefeld. Es läuft die 90. Spielminute. Gerade hat der SC Herford in Bad Salzuflen das 2:1 erzielt, beim Landesliga-Spiel des VfB Fichte in Steinhagen steht es 3:3. Fichte wäre damit auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht, der VfB spielt – ohne zu wissen, was bei der Konkurrenz passiert ist – weiter voll auf Sieg – und gewinnt.

Der trotz eines gebrochenen Zehs gerade eingewechselte Avdyl Haliti flankt auf Orkun Tosun, der den Ball mit einem Kopfballwischer zum 4:3 ins Tor befördert. Der VfB Fichte ist damit Tabellenzweiter und spielt am Donnerstag um 19 Uhr um den Aufstieg in die Fußball-Westfalenliga. Gegner ist der Zweite der Landesliga 4, GW Nottuln.

Die Begegnung der Fichter in Steinhagen war nicht nur wegen der Umstände auf den anderen Plätzen ein Blockbuster, sondern in sich kaum an Spannungseffekten zu überbieten. "Ein dramatischeres Spiel habe ich noch nicht miterlebt. Wir müssen führen, liegen aber auf einmal 0:2 zurück. Aber wir geben nie auf, wir machen immer weiter bis zur letzten Minute", sagte Fichtes Coach Christopher Gliniars. "Das ist meine Mannschaft! Dieser Sieg und wie er zustande gekommen ist, das pusht uns unheimlich für das Entscheidungsspiel gegen Nottuln."

Die ersten 35 Minuten war der VfB bei der Spvg. Steinhagen die bessere Mannschaft, dank schwacher Standards und schlechter Chancenverwertung stand es aber noch 0:0. Die beste Gelegenheit für die Gäste vergab Abubakari Sadicki, der schon den Torwart umkurvt hatte, den Ball aber parallel zur Torlinie auf die andere Strafraumseite bugsierte. Dann kam es so, wie es oft im Fußball kommt: Steinhagen nutzte die erste eigene Chance eiskalt zum 1:0 durch Jochen Pape – und legte nach. Im Anschluss an eine Ecke für Fichte konterten die Gastgeber und kamen zum leicht herausgespielten 2:0 durch Pape.

In der Pause wechselte Fichte einen neuen Spieler ein und tauschte in der Aufstellung. Alkan Görler belebte das Offensivspiel, Tosun ging ins Mittelfeld, Valon Gashi dafür in die Innenverteidigung. Und endlich funktionierten die Standardsituationen: Nach einer Ecke von Görler köpfte "Chif" Sadicki das 1:2, im Anschluss an einem Freistoß tunnelte Görler den Steinhagener Torwart Schremmer zum 2:2. Und es kam noch besser für den VfB Fichte: Erneut nach einem langen Freistoß markierte Tosun das 3:2, das Spiel war gedreht.

Doch nur für wenige Minuten. Sebastian Herrmann, bester Torjäger der Landesliga, schoss das 3:3, begleitet von heftigen Protesten der Fichter. Ivica Ivicevic lag zu diesem Zeitpunkt verletzt im Strafraum, doch die Gastgeber spielten einfach weiter. Kurze Zeit schien die Situation zu eskalieren, doch die Gemüter beruhigten sich wieder.

Zum Glück für Fichte. Das Team benötigte einige Minuten, um wieder in den Spielrhythmus zu kommen, dann war wieder Offensive angesagt. Defensivspieler Tosun, der nach dem Wechsel fast nur noch in der gegnerischen Hälfte zu finden war, vergab zunächst eine große Kopfballchance, bevor er in den Schlusssekunden doch noch zuschlug.

Der Rest war eine Jubelfeier, die ein direkter Aufsteiger nicht besser hinbekommen hätte. Doch der VfB Fichte muss noch einmal gewinnen, um den Traum vom Aufstieg zu verwirklichen. "Wir haben uns den Matchball hart erkämpft, das lassen wir uns nicht mehr nehmen", ist "Crispi" Gliniars schon in Endspielstimmung. Wo die Partie stattfindet, wird am Montag bekanntgegeben.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group