Ein Küken wird flügge

VOLLEYBALL: Louisa Lippmann arbeitet erfolgreich an ihrer Karriere

VON WOLFGANG HORSTMANN
Wo Louisa Lippmann hinschmettert, wächst kein Gras mehr. Ihre Künste haben sie aus Bielefeld über Münster bis in die Juniorinnen-Nationalmannschaft gebracht. - © FOTO: HORSTMANN
Wo Louisa Lippmann hinschmettert, wächst kein Gras mehr. Ihre Künste haben sie aus Bielefeld über Münster bis in die Juniorinnen-Nationalmannschaft gebracht. | © FOTO: HORSTMANN

Bielefeld. Die stimmungsvollste Veranstaltung im deutschen Volleyball ist das Pokalfinale am ersten Märzwochenende im Gerry-Weber-Stadion in Halle. "Da will ich hin", hat Louisa Lippmann, ehemalige Nachwuchsspielerin des Telekom Post SV und in der zweiten Saison für den USC Münster spielend, klare Vorstellungen. Vor fünf Jahren, als die heute 18-jährige Schülerin des Pascal-Gymnasiums in Münster erstmals ernsthaft mit dem Volleyball beim Telekom Post SV in Kontakt kam, dürfte sie diesen Gedanken kaum in sich getragen haben. Seit ihrem Wechsel vor eineinhalb Jahren hat sich die Volleyballwelt der ehemaligen Leichtathletin aber um 360 Grad gedreht.

Aus den zwei Trainingseinheiten pro Woche in ihren Bielefelder Anfangszeiten sind jetzt häufig zwei pro Tag geworden. An Spieltagen stehen ihr nicht mehr Teams aus der näheren Umgebung gegenüber, vielmehr sind es klangvolle Namen wie Bayer Leverkusen in der 2. Bundesliga oder Erstligisten wie Allianz MTV Stuttgart. Vor einem Jahr folgte zudem die erste Nominierung in den Kader der Juniorinnen-Nationalmannschaft und die Teilnahme an den Europameisterschaften. Dort belegten Lippmann und ihre Mitspieler-innen Platz fünf. In diesem Jahr steht die Weltmeisterschaft an, für die sich die Nachwuchsauswahl im Frühsommer qualifizieren will.

Diese ständige Aufwärtsentwicklung wäre ohne den Wechsel in das Internat des USC nicht möglich gewesen. "Die Bedingungen sind in allen Bereichen wirklich gut", hat die Quereinsteigerin ihren Wechsel zum westfälischen Traditionsclub nicht bereut. "Die Betreuerinnen im Internat sind wie eine zweite Mama - alles ist sehr familiär", spricht Lippmann über den Schritt aus dem Elternhaus in Oetinghausen ins Internat.

Am Pascal-Gymnasium, einer NRW-Sportschule, kommt man den zahlreichen Kaderathleten ebenfalls entgegen. "Ich absolviere meine drei wöchentlichen Einheiten im Kraftraum während des normalen Sportunterrichts", gewährt die Außenangreiferin einen Einblick in ihren schulischen Tagesablauf.

Kein Pardon kennt die Schule dagegen, wenn die zahlreichen Trainingseinheiten und Kadermaßnahmen zu einem Abfall der Noten führen. Ist in den Klassenarbeiten zu viel rot angestrichen, werden Trainingseinheiten gestrichen, um Defizite aufzuarbeiten. "Bisher ist aber bei mir alles im Lot und 2014 will ich mein Abitur machen", ist für die Nachwuchsspielerin die Schule keineswegs lästiges Beiwerk. Nach acht Stunden Schule und dem anschließenden Training stehen deshalb weitere Übungseinheiten für den Kopf an - "auch wenn es anstrengend ist", wie Lippmann zugibt.

Die freien Tage nach Weihnachten nutzte sie für einen kurzen Aufenthalt in ihrer alten Heimat. Die Tage ohne Volleyballtraining konnte sie trotzdem nicht nur zum Müßiggang nutzen. Ihre Trainer hatten ihr Hausaufgaben aufgegeben, deshalb absolvierte sie drei Einheiten in einem Fitnesscenter "Millennium" an der Voltmannstraße.

Für Silvester und Neujahr hatte ihr Coach Axel Büring bereits die ersten Einheiten mit Ball angesetzt, bevor in Kürze wieder die Spiele in der ersten oder zweiten Bundesliga anstehen. Spätestens am ersten Märzwochenende wird die ehemalige Spielerin des Telekom Post SV erneut in heimischer Umgebung auftauchen - allerdings nur als Zuschauerin, denn der USC Münster hat das Pokalfinale 2013 in Halle verpasst.

Im kommenden Jahr ist der USC vielleicht wieder als Finalteilnehmer am Start. Auf jeden Fall wird Louisa Lippmann auch dafür alles tun.

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