Was sich hinten im Schwimmbad der Universität tut, kann der Zuschaer vorne rechts auf der Leinwand verfolgen. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Was sich hinten im Schwimmbad der Universität tut, kann der Zuschaer vorne rechts auf der Leinwand verfolgen. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Nach einer halben Minute geht es in den Aufzug

UNTERWASSERRUGBY: Die Uni Bielefeld kommt bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft auf den siebten Platz

Bielefeld (joe). Der Dackel sitzt vor dem Deckel, bevor es für beide in den Aufzug geht: Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Unterwasserrugby in der Universität Bielefeld war dieses Szenario alltäglich. Während die heimische Mannschaft Platz sieben erreichte, fuhr die Universität Karlsruhe als bestes der 14 Teams mit der Siegertrophäe nach Hause.

"Damit sind der Torhüter und der Teamkollege direkt davor gemeint, der bei Auftauchen des Deckels als eine Art Wachhund aufrückt und sich auf das Tor legt", erklärt Guido Röttgers das Vokabular des Unterwasserrugbys. Gemeinsam mit Lina Fründt hat der Sportwart der Tauchgemeinschaft Ravensberg Bielefeld die Meisterschaften federführend organisiert.

In den sogenannten "Aufzug" Richtung Wasseroberfläche geht es für die Spieler dann, wenn die Luft knapp wird. 20 bis 40 Sekunden dauert es im Schnitt, den Körper im 12,5 m langen, 8 m breiten und 3,80 tiefen Spielfeld auszupowern. Ziel im Spiel sechs gegen sechs der Mixed-Teams über eine Spielzeit von 15 Minuten ist es , den mit Salzwasser gefüllten Ball im gegnerischen Korb/Tor unterzubringen. "Der Ball sinkt pro Sekunde einen Meter und darf nicht an die Oberfläche gelangen - sonst wird abgepfiffen", sagt Röttgers.

Damit das Treiben im Wasser an die schwül-feuchte Außenwelt, an deren Stirnseite eine große Ansammlung zum Trocknen aufgehängter Handtücher einen farbenfrohen Hintergrund bilden, gelangt, transportieren vier Kameras das Spiel auf einen Monitor. So kann man auch im Westend außerhalb des Bades auf einer Leinwand verfolgen, wer am besten kombiniert oder sich mit roher Kraft den Weg zum Korb freikämpft. Trotz des ein oder anderen Gebalges um den Ball, an dem nicht selten sieben, acht Spieler beteiligt sind, bleiben Verletzungen eine Ausnahme. "Einen blutigen Finger kann man sich schon mal holen, aber das ist es dann auch", sagt Röttgers. Für die Regeleinhaltung sorgen zwei mit Tauchgeräten ausgerüstete Schiedsrichter unterhalb, sowie einer oberhalb des Wassers. Bei Verstößen ertönt ein durchdringende Hupe.

Nach einigen hundert Signalen über das Turnierwochenende erreichten die Bielefelder Rang sieben. "Das ist völlig okay", erklärt Röttgers, der den anderen Unis, die teilweise mit Nationalspielern anreisten, den Vortritt lassen musste. Es kann eben nicht jeder den besten Dackel und Deckel haben.

Die Ergebnisse:
Finale: Karlsruhe - Bamberg/Erlangen/München 5:0; Spiel um Platz 3: Münster - Wien 5:0; Spiel um Platz 5: Darmstadt/Würzburg - Bonn/Paderborn/Köln 2:1; Spiel um Platz 7: Bielefeld - Heidelberg 3:0.

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