Arminias Trainergespann, Daniel Scherning (links) und Armin Perrey, hat momentan alle Hände voll zu tun. Zum einen fordert sie der laufende Liga-Betrieb, zum anderen müssen sie für die kommende Serie eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminias Trainergespann, Daniel Scherning (links) und Armin Perrey, hat momentan alle Hände voll zu tun. Zum einen fordert sie der laufende Liga-Betrieb, zum anderen müssen sie für die kommende Serie eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Arminia Bielefeld bevorzugt eine radikale Lösung

Notgedrungen wird der Umbruch in der Amateurmannschaft größer als jemals zuvor

VON MATTHIAS FOEDE

Bielefeld. Djuradj Vasic nippte am Ende der Pressekonferenz zum 0:0 des NRW-Liga-Spiels zwischen Bielefeld II und Duisburg II an seinem Getränk und verteilte großes Lob an den Arminen-Nachwuchs. "Ich finde es bemerkenswert, wie sehr sich die DSC-Spieler noch reinknien, obwohl sie in dieser Saison keine Ziele mehr haben", sagte der Duisburger Trainer.

Nur wenige Minuten zuvor hatte DSC-Kicker Nico Schneck auf dem Rasen der Rußheide über seine eigene Motivation laut nachgedacht: "Jeder spielt ja auch ein Stück weit für sich selber." Damit dürfte er unwissentlich für einen Großteil des Drittliga-Unterbaus gesprochen haben. Denn schließlich ist die Zukunft der meisten Bielefelder Amateure ungeklärt. "Es wird den größten Umbruch geben, den diese Mannschaft jemals vollzogen hat", bestätigt der zum Saisonende ebenfalls scheidende Trainer Armin Perrey. Das will schon viel heißen, denn bereits in der Vergangenheit mussten die Amateure Jahr für Jahr mit einer großen Fluktuation leben. Zweistellige Zahlen bei Ab- und Zugängen waren eher die Regel als die Ausnahme.

Zur anstehenden Spielzeit in der Oberliga 2012/13 wird es also noch turbulenter, denn der DSC Arminia Bielefeld muss drastisch sparen. Im Umfeld spricht man von einem "deutlich reduzierten Etat gegenüber dem Vorjahr". Geschäftsführer Marcus Uhlig verriet am Rande der Finanzplanungen: "Wir bevorzugen eine radikale Lösung." Radikal bedeutet, dass die zweite Mannschaft mit einem schmalen Kader auskommen muss, der neben Routinier Carsten Rump aus jungen hungrigen (weil günstigen) Talenten bestehen wird. "Wir können nur mit der Liga locken, reich kannst du bei uns nicht werden", sagt Perrey. Als der Coach am Sonntag vor dem Spiel beim Warmmachen einen Blick über seine Eleven schweifen ließ, rutschte ihm raus: "So ganz viele von diesen Jungs hier werden wahrscheinlich nicht bleiben." Daniel Scherning, Perreys Nachfolger, sieht in der "nicht einfachen Situation aber auch eine Chance".

Obwohl kaum etwas endgültig ist ("Wir sprechen mit allen und gucken, was möglich ist", Scherning), scheint sich folgendes Szenario anzubahnen: Die Torhüter Jonathan Mellwig und Tom Schmidt sind finanziell nicht zu halten, ähnlich sieht es bei Patrick Ellguth, Daniel Barton, Nico Schneck, Gökay Isitan, Stefan Langemann, Bashkim Renneke und Christopher Heermann aus. Olcay Turhan erhält einen Profivertrag, der Kontrakt von Gianluca Marzullo läuft aus. Bestehende Verträge besitzen: Daniel Mikic, Denis Kina und Roland Sitnikov. Auch André Kording und Benjamin Kolodzig werden wohl bleiben. Zum Kader stoßen die Youngster Samuel Tuffour, Nick Grieswelle und Fatih Gürer. Profis aus der neuen Ersten sowie weitere A-Jugendliche (Marvin Höner) sollen zudem regelmäßiger als aktuell dieses Kernteam unterstützen.

Auf der Suche nach Spielern

Da das natürlich noch nicht für eine schlagkräftige Truppe in der fünften Liga langt, sind die Coaches Armin Perrey und Daniel Scherning aktuell fleißig auf der Suche nach Spielern von auswärts. Leicht, so Perrey, werde die Aufgabe allerdings nicht, "da unser Rahmen extrem eng gesteckt ist". Kontakte werden dem DSC zu Khalil Rhilane und Liridon Redzepi (beide VfL Theesen) nachgesagt. Beide waren bereits zum Probetraining bei den Arminen.

Bei der Suche nach Verstärkungen unterliegt der Verein nicht mehr der so genannten U-23-Regelung für Amateurmannschaften. Da die Profis nur noch in der dritten Liga aktiv sind, fungiert der Unterbau als zweite Mannschaft - und die darf beliebig viele Akteure einsetzen, die älter als 23 Jahre sind. Trotzdem möchte Scherning wie in den zurückliegenden Jahren mit jungen Leuten arbeiten: "Natürlich könnten wir elf 28-Jährige verpflichten, doch das werden wir nicht tun, weil wir uns weiter als Ausbildungsabteilung verstehen. Das war und wird unsere Stoßrichtung bleiben."

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