Die Meisterelf von 1961, vorne von links: Bernd Kirchner, Jörg Rückwarth, Bernd Naschke, Jürgen Dieckmann, Hans-Hermann Niederlag und Horst Gamon (Mit-Organisator) sowie hinten von rechts: Jürgen Schumann, Wolfgang Schlichthaber, Heinz Nottebrock, Lothar Hirte, Gerd Runde und Dietmar Nachtigall. - © FOTO: W. RUDOLF
Die Meisterelf von 1961, vorne von links: Bernd Kirchner, Jörg Rückwarth, Bernd Naschke, Jürgen Dieckmann, Hans-Hermann Niederlag und Horst Gamon (Mit-Organisator) sowie hinten von rechts: Jürgen Schumann, Wolfgang Schlichthaber, Heinz Nottebrock, Lothar Hirte, Gerd Runde und Dietmar Nachtigall. | © FOTO: W. RUDOLF

Vor 50 Jahren wurde Arminias A-Jugend westdeutscher Meister

Treffen auf der Alm / Teamgeist wie beim Titelgewinn 1961

VON NORBERT HERBST

Bielefeld. Der Zahn der Zeit hat auch an den Alt-Arminen seine Spuren hinterlassen. Da zwickt so manches Zipperlein, doch der Teamgeist der A-Jugend-Mannschaft, die 1961 sensationell durch einen 2:1-Sieg gegen den Duisburger SV westdeutscher Meister wurde, stimmt immer noch.

Beim Spiel des DSC gegen Erfurt (0:0) trat die ehemalige Elf nahezu komplett an. Dabei folgten Kirchner, Schlichthaber und Co. einer Einladung des Vereins, die Horst Gamon und Christian Venghaus ausgesprochen hatten. Die Idee für das Treffen kam allerdings aus den eigenen Reihe. "Vadder" Gerd Runde hatte zusammen mit Bernd Kirchner und Bernd Naschke die Zusammenkunft auf den Weg gebracht. Die weiteste Anreise hatte Hans-Hermann Niederlag. Er kam aus Ratingen. Die anderen Spieler sind Ostwestfalen-Lippe treu geblieben.

"Zuletzt hatten wir uns vor 25 Jahren getroffen, da lag es auf der Hand, nach 50 Jahren eine erneute Zusammenkunft zu organisieren", erklärte "Vadder" Runde. Bilder aus der guten alten Zeit wurden gezeigt, und auch der damalige Pressebericht wurde nochmals gern gelesen. Fritz Pleitgen hatte die Arminen nach Duisburg begleitet.

"Der DSC musste mächtig kraxeln"

Der spätere Intendant des WDR war damals noch Mitarbeiter der Freien Presse, einer der Vorgängerinnen der Neuen Westfälischen. "Der DSC musste mächtig kraxeln, um den Gipfel zu erreichen", schrieb der Chronist. Und dass die größere mannschaftliche Geschlossenheit des DSC vor 2.000 Zuschauern - darunter 1.200 Bielefelder - den Ausschlag für den finalen 2:1-Sieg gegeben habe. Denn Favorit war der Nachwuchs der Duisburger, der zudem im Wedaustadion das Heimrecht auf seiner Seite hatte. Sechs seiner Akteure trainierten schon damals mit den Profis. Kirchner und Naschke sorgten allerdings durch ihre frühen Treffer für den 2:1-Erfolg.

Mehr als die westdeutsche Meisterschaft war in den 60er- Jahren nicht möglich, eine deutsche Jugend-Meisterschaft gab es noch nicht. Das hinderte die Arminen allerdings nicht, später daheim auf der gefürchteten Alm in Freundschaft gegen den süddeutschen Meister aus Fürth anzutreten. Auch in dieser Partie bewiesen die Schützlinge von Otto Hoffmann, dass sie eine Ausnahmemannschaft waren. Die Franken wurden mit 4:1 geschlagen auf die Heimreise geschickt. 8.800 Zuschauer sahen das Spiel. "Das war schon was", erinnerte sich "Vadder" Runde.

Arminias Team rekrutierte sich aus den Jahrgängen 1943 und 1944. "Wir hatten alle als Zehnjährige mit dem Fußball begonnen und waren als Mannschaft damals eineinhalb Jahre ungeschlagen gewesen", blickt Bernd Naschke noch immer stolz auf den großen Erfolg des Jahres 1961 zurück.

Es waren feucht-fröhliche Stunden

Es waren feucht-fröhliche Stunden, die die Alt-Arminen nach 50 Jahren in der Schüco-Arena und in der Gaststätte Kochsiek verlebten. Leider konnten sie über die aktuelle Mannschaft nicht viel Gutes berichten. "Es fehlt ein Knipser. Zudem gibt es keinen Spieler, der auf dem Platz Verantwortung übernimmt", sieht "Vadder" Runde sorgenvoll in die Zukunft. Dabei gilt heute wie damals die alte Addi-Preißler-Wahrheit "entscheidend is aufm Platz." Die Alt-Arminen haben sie seinerzeit perfekt umgesetzt.

Insgesamt bestand das von Otto Hoffmann trainierte und von Kurt Busse betreute 61erTeam aus Wolfgang Schlichthaber, Wilfried Ohms, Gerd Runde, Jörg Rückwarth, Lothar Hirte, Jürgen Diekmann, Heinz Nottebrock, Peter Dammann, Bernd Kirchner, Hans-Hermann Niederlag und Dietmar Nachtigall.

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