Vorfreude auf Rödinghausen

AMATEURLAGER: VfB Fichte in knapp drei Wochen gegen den Publikumsmagneten

VON PETER BURKAMP UND CARSTEN BLUMENSTEIN
Marc Smith (l.), Vorbereiter des 1:0 in Maaslingen, und der VfB Fichte sind auf Rödinghausen gespannt. - © FOTO: OTT
Marc Smith (l.), Vorbereiter des 1:0 in Maaslingen, und der VfB Fichte sind auf Rödinghausen gespannt. | © FOTO: OTT

Bielefeld. 1.800 Zuschauer in einem Landesligaspiel - diese Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der SC Herford hat alles richtig gemacht, das Kreis-Derby gegen die "Millionentruppe" aus Rödinghausen auf Samstag vorzuziehen. Kein Profifußball, keine Alternative auf Amateurebene in der Region, tolles Wetter, dazu ein Duell zweier Aufstiegsfavoriten - bessere Voraussetzungen konnte es kaum geben. Dass die Partie am Ende mit 2:3 an den Titelanwärter Nummer eins, den SV Rödinghausen, ging, werden die Gastgeber angesichts einer vollen Kasse verschmerzt haben. Und außerdem war der Sieg der Ermisch-Schützlinge verdient.

Viele Bielefelder nutzten den kurzen Weg in das mit einer schönen Tribüne ausgestattete Herforder Jahn-Stadion, um einen Blick auf das Rödinghauser Star-Ensemble zu werfen. Ex-Armine Miron Tadic, Armin Perrey und sein Sohn Nico, Bronzemedaillengewinner bei der U-17-WM, der Ex-Herforder und aktuelle Hillegosser Trainer Stefan Braunschweig und die halbe Mannschaft des NRW-Ligisten TuS Dornberg, die ein Wiedersehen mit ihren Ex-Kollegen Jan Schönwälder, Bünjamin Atasayer, Sebastian Block, Francis Williams und Sören Siek feierten. Die Tore erzielten übrigens allesamt Ex-Bielefelder: für Herford Tolga Evcimen (2,Türk Sport), für Rödinghausen Sören Siek (Jöllenbeck, Dornberg), Thilo Versick (Arminia), Francis Williams (Dornberg). Mal abgesehen davon, dass auch beide Trainer, Georg Koch (Arminia) und Mario Ermisch (Arminia, VfB Fichte und Dornberg), eine Bielefelder Vergangenheit haben. Olaf Sieweke wäre auch gern ins Jahn-Stadion gekommen. Er war jedoch selbst mit dem VfB Fichte verpflichtet und gewann am Samstagnachmittag 2:1 in Maaslingen. "Rödinghausen wird wohl kein Spiel verlieren", war Sieweke trotzdem gut über das Herforder Derby informiert. Und wenn die Ermisch-Elf mal unterliegen sollte, dann bitte schön auf der Rußheide, flachste Sieweke.

Murat Karanfil freut sich schon auf das Gastspiel der Rödinghausener am 6. Spieltag (25. September). "Was heißt schon Millionentruppe? Rödinghausen ist eine Attraktion in der Liga und die bringen jede Menge Zuschauer." Der sportliche Leiter des VfB Fichte ist zufrieden mit dem Saisonstart in die Landesliga. "In Maaslingen hat die Mannschaft klasse Fußball gespielt. Es wird bestimmt auch mal schwächere Tage geben, aber wir bauen gerade eine junge Mannschaft neu auf. Da muss man auch Geduld haben", sagte Karanfil.

Die brauchte der Klub auch am Sonntag beim Spiel der Reserve. Schiedsrichter Patrick Riegel hatte die Partie gegen den SC Bosporus in der 85. Minute beim Stand von 3:2 abgebrochen. Riegel war nach eigener Aussage beleidigt worden und sah sich Provokationen ausgesetzt. Murat Karanfil legt Wert auf die Feststellung, dass seitens des VfB Fichte keine Beleidigungen oder Provokationen vorgekommen seien. Der Sonderbericht soll Klarheit bringen.

Bezirksliga

Zafer Atmaca könnte eigentlich rundum glücklich sein. Doch irgendwas fehlt dem Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters SuK Canlar. "Seitdem ich nur noch Trainer bin, erlebe ich die Spiele viel aufgeregter als sonst", sagt Atmaca, der sich nicht gerne als Schreihals an der Seitenlinie präsentieren möchte: "Auf dem Platz konnte ich die Kommandos direkt weitergeben. Das ist schon eine große Umstellung." Die Mannschaft mache es ihm derzeit nicht einfach, auch wenn sie bereits neun Punkte und 5:0 Tore auf dem Konto habe. "Unsere Tore fallen entweder spät oder wir legen nicht nach", sagt Atmaca. Beim 1:0-Erfolg im Derby gegen den FC Türk Sport versäumte es SuK Canlar, den Sack zuzumachen. "In der Defensive stehen wir aber sehr sicher", erklärt der Coach, der sich vor allem auf die Erfahrung von Innenverteidiger Oktay Duran verlassen kann. "Wir mussten in den vergangenen Jahren die Abwehr neu organisieren, das ist uns gut gelungen", lobt Atmaca seine neue Hintermannschaft, in der auch Rechtsverteidiger Murat Ala eine wichtige Größe ist.

Wenn man auf das Zählerkonto des VfR Wellensiek schaut, könnte Trainer Rolf Fritz eigentlich auch zufrieden sein. Doch die fünf Punkte sind "Pico" zu wenig. Dem Heimsieg gegen Türk Sport folgten zwei Remis bei Aramäer Gütersloh und gegen Marienfeld. Beides Teams mit Ambitionen auf eine vordere Platzierung. "Wir sind in beiden Spielen überlegen und haben die besseren Chancen", ärgert sich Fritz über vier verlorene Zähler. Braucht er nicht. Hält der VfR das konsequente und qualitativ gute Offensivspiel durch, wird das Team noch genügend Siege landen.

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