Entscheidung auf den letzten 150 Metern

RADSPORT: Schwarzer gelingt DM-Revanche

VON MARCEL KLÖPPING
Jan Eric Schwarzer (vorne) bietet dem Deutschen Meister Florian Fernow die Stirn. - © FOTO: ZOBE
Jan Eric Schwarzer (vorne) bietet dem Deutschen Meister Florian Fernow die Stirn. | © FOTO: ZOBE

Bielefeld. Mit Platz zwei im ersten und Platz eins im zweiten Lauf gelingt es dem Bielefelder Steher-Duo Jan Eric Schwarzer und Christian Dippel, Revanche am Deutschen Meister zu nehmen. Sieben Gespanne waren nach Bielefeld gekommen, um über zwei Läufe à 30 und 40 Kilometer anzutreten. Jan Eric Schwarzer galt im Voraus als aussichtsreichster Kandidat, den Deutschen Meister an einem Sieg zu hindern.

Vor etwas mehr als 500 begeisterten Zuschauern waren es dann auch erwartungsgemäß Titelträger Fernow, Schwarzer und der Routinier Keller, die das Rennen bestimmten. Im ersten Lauf übernahm Ralf Keller kurz nach dem Start das Zepter. Etwas mehr als eine halbe Runde Vorsprung erarbeitete sich der Altmeister aus Grimma, ehe die defensiv gestarteten Favoriten Schwarzer und Fernow ernst machten. Lokalmatador Jan Eric Schwarzer hatte sich vorgearbeitet und griff nach etwa 15 Kilometern den Spitzenreiter an. Keller wehrte sich, hatte aber dem hohen Tempo des Bielefelder Gespanns nichts entgegenzusetzen. Schwarzer/Dippel hatten die Führung lange inne.

Fünf Kilometer vor dem Ziel demonstrierte Fernow mit einem wahren Kraftakt seine Klasse. Schwarzer konterte, musste den Deutschen Meister aber doch ziehen lassen. "Ich habe gemerkt, wie stark Fernow aufkam, und wollte mich nicht voll aufreiben, denn es sollte ja noch einen zweiten, längeren Lauf geben", so Schwarzer nach dem Rennen. Der böige Wind setzte allen Beteiligten heftig zu. "Das war heute schon ein echter Scharfrichter, kaum bog man auf die Zielgerade, musste man sich sehr gut hinter seinem Schrittmacher positionieren. Der Gegenwind war enorm", beschrieb der Bielefelder.

Im zweiten Lauf starteten die Fahrer in umgekehrter Reihenfolge zum Ergebnis des ersten Laufes. Somit fanden sich Keller, Schwarzer und Fernow am Ende der Startaufstellung wieder. Es war der Deutsche Meister, der mit einem Blitzstart das Feld überraschte. Die Spitzenposition war umkämpft und wurde in spannenden Überholmanövern häufig getauscht. "Das war ein super Steherrennen, da war alles drin", fasste es einer der jubelnden Zuschauer am Ende zusammen. Auf den letzten sieben Kilometern ging es heiß her. Schwarzer musste zwingend im höherwertigen zweiten Lauf gewinnen, um in der Gesamtwertung den Sieg erreichen zu können. Fernow und Schwarzer waren es am Ende, die sich Rad an Rad wechselnd an der Spitze befanden.

Erst in der letzten Runde viel die Entscheidung. Die aufgesprungenen Zuschauer sahen, wie rund 150 Meter vor dem Ziel Fernow, der oberhalb von Schwarzer den etwas längeren Weg fuhr, von der Rolle seines Schrittmachers kam. Das war die Entscheidung zugunsten der Bielefelder DM-Silbermedaillengewinner. Schwarzer siegte vor Fernow und Keller.

"Ich bin überglücklich hier und heute gewonnen und gezeigt zu haben, dass ich von der Leistung ins EM-Aufgebot gehöre", so ein emotional und mit Wut im Bauch angetretener Jan Eric Schwarzer, der an diesem Wochenende einmal mehr eine tolle Leistung bot.

Ebenfalls teuer verkaufte sich der zweite Bielefelder im Herforder Trikot, Andreas Hildebrandt. In seinem vielleicht letzten Steherrennen auf der Bielefelder Bahn rehabilitierte er sich für seinen schwarzen Tag während der DM. In beiden Läufen kam er hinter den drei Spitzenfahrern auf einen soliden vierten Rang, den er damit auch im Gesamtklassement einnahm.

Das Ergebnis:

1. Jan Eric Schwarzer/Christian Dippel; 2. Florian Fernow/Peter Bäuerlein; 3. Ralf Keller/Lutz Weiß; 4. Andreas Hildebrandt/Matthias Acker; 5. Christoph Schwerdt/Frank Schwarz; 6. Danilo Kupfernagel/André Dippel; 7. Christian Passenheim/Carsten Kirchner.

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