Kröger sprintet zum DM-Gold auf der Straße

RADSPORT: Zweiter nationaler Titel in 2011

Mieke Kröger mit der Goldmedaille. - © FOTO: KLÖPPING
Mieke Kröger mit der Goldmedaille. | © FOTO: KLÖPPING

Bielefeld (mak). Im thüringischen Meiningen kämpfte am Wochenende der Radsport-Nachwuchs bei den Deutschen Straßenmeisterschaften um die Titel 2011. Mieke Kröger vom RV Teutoburg feierte bei den Juniorinnen nach der Berg-DM ihren zweiten nationalen Titel. Mit knappem Vorsprung schlug Kröger im Zweiersprint die Lokalmatadorin Lisa Fischer vom RV Elxleben. Dritte wurde Madeleine Ortmüller von der RSG Buchenau.

Insgesamt hat die 17-jährige Mieke Kröger nun drei DM-Titel inne, Ende Juni 2010 feierte sie den Sieg im Einzelzeitfahren in Unna. Insgesamt galt es in Meiningen, 72 schwere Kilometer zu bewältigen. Unmittelbar nach dem Start folgte die erste Bergpassage, in der das Fahrerfeld zunächst geschlossen blieb. In der zweiten von insgesamt vier zu absolvierenden Runden war es Madeleine Ortmüller, die die entscheidende Attacke fuhr.

Ortmüller folgten nur die Bundesliga-Führende, Lisa Fischer, und Mieke Kröger. Ihr konstant hohes Tempo ließ den Abstand zu den Verfolgerinnen komfortabel anwachsen. Einzig Lisa Fischer hielt sich mit der Führungsarbeit zurück. NRW-Landestrainer Robert Pawlowski, im Materialwagen hinter dem Trio, ahnte etwas und warnte seine Athletin vor einem Überraschungsangriff Fischers.

In der letzten Runde war es dann soweit, Lisa Fischer setzte zur Attacke an, Kröger konnte gerade noch folgen, doch für Madeleine Ortmüller war die Tempoverschärfung zu viel. Sie musste abreißen lassen und sich allein vor dem jagenden Feld den dritten Platz sichern. "Wir sind fast die gesamte Schlussrunde zusammengefahren - niemand hat einen Angriff gewagt", schildert Kröger die letzten Kilometer: "Robert Pawlowski hat sich im Auto wohl die Haare gerauft, weil ich so gepokert habe." Taktisches Geplänkel mit dem einen oder anderen angedeuteten, aber nicht durchgezogenen Angriff folgte bis zur 1.000-Meter-Marke. "Sie ließ mich einfach nicht in die günstigere Position an ihrem Hinterrad", beschreibt Kröger. Pawlowskis Nerven lagen blank.

Es waren nur noch 400 Meter bis zur Entscheidung. Plötzlich griff Fischer an. Kröger bemerkte es etwas spät und setzte energisch nach. "Da war das Sprinterloch schon etwas groß", lacht die Bielefelderin. Die 17-Jährige gab alles. Rad an Rad ging es auf die letzten Meter. "Dann kam ich endlich vorbei", so die stolze Siegerin. Damit stand der Titel für Kröger fest.

Ärgerlich, dass die deutsche Straßenmeisterschaft nicht zur Bundesliga-Wertung gezählt wird. Hier rangiert die Bielefelder Hoffnung weiter auf Platz zwei. "Mit zwei Titeln in diesem Jahr kann ich gut leben. Es geht ja nicht nur um die Liga", sagt Kröger und spielt auf die wahrscheinlichen Start bei der Bahn- und Straßen-WM an. Im vergangenen Jahr belegte Kröger bereits Platz acht im Einzelzeitfahren auf der Straße bei der WM.

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