Bajramaj ist auch dabei

FRAUENFUSSBALL: Hochkarätiges Teilnehmerfeld bei "Weltklasse 2011

VON HANS-JOACHIM KASPERS
Nationalspielerin Fatmire Bajramaj (Zweite von unten) wartet mit ihren Teamkolleginnen von Turbine Potsdam auf das nächste Spiel. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Nationalspielerin Fatmire Bajramaj (Zweite von unten) wartet mit ihren Teamkolleginnen von Turbine Potsdam auf das nächste Spiel. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Bielefeld. "Es ist natürlich Ehrensache, dass wir mit einer starken Mannschaft nach Jöllenbeck kommen. Schließlich haben wir da einen Titel zu verteidigen." Bernd Schröder, Trainer des Champions-League-Siegers und Deutschen Meisters FFC Turbine Potsdam, weiß, was er und der Klub den Zuschauern des Internationalen Frauen-Hallenfußballturniers, das am Samstag und Sonntag schon zum 32. Mal ausgetragen wird, schuldig sind.

Ähnlich wie die Potsdamer denken auch alle anderen Teilnehmer des kurz und treffend "Weltklasse 2011" betitelten Turniers, bei dem wie immer der große Pokal der Sparkasse Bielefeld ausgespielt wird. Dieses Mal sind neben Potsdam die Bundesligisten FCR Duisburg, Hamburger SV und Herforder SV, Kristianstads DFF und Kopparbergs/Göteborg FC aus Schweden, Fortuna Hjørring aus Dänemark und Arna Bjørnar Bergen aus Norwegen dabei.

"Ich freue mich schon riesig auf diese Veranstaltung", sagt Martina Voss-Tecklenburg, die Trainerin des DFB-Pokalsiegers FCR 2001 Duisburg. Sie war schon als ganz junge Spielerin für den KBC Duisburg in Jöllenbeck im Einsatz und genießt nun als Trainerin die tolle Atmosphäre des Turniers. Während Titelverteidiger Potsdam am Wochenende ein Kurz-Trainingslager in Zinnowitz absolvierte, trat der FCR beim 1. Leverkusener Hallenmasters an – einer inoffiziellen Nordrhein-Meisterschaft, mit den besten Vereinen der Fußballverbände Niederrhein, Mittelrhein und Rheinland. Das halbtägige Turnier endete mit dem erwarteten Ergebnis: Duisburg siegte vor dem Bundesliga-Konkurrenten SC 07 Bad Neuenahr.
Torschützenkönigin wurde – ebenfalls vorhersehbar – Duisburgs Top-Torjägerin Inka Grings. Ob die Nationalspielerin auch in Jöllenbeck auf Torejagd gehen wird, ist noch fraglich. Möglicherweise könnte die Belastung für die in der Bundesliga-Hinrunde leicht angeschlagene "Fußballerin des Jahres 2010" bei dem zweitägigen Turnier zu hoch sein.

Auch Bernd Schröder muss abwägen, welche Spielerinnen er mit zur "Weltklasse 2011" bringt, hat doch Turbine Potsdam parallel auch für ein Turnier in Kiel gemeldet. "Das ist sinnvoll, damit so viele Spielerinnen wie möglich zum Einsatz kommen", sagt der Coach, der über die endgültige Zusammensetzung des Bielefelder Kaders noch nicht entschieden hat. "Fatmire Bajramaj wird aber wohl in Jöllenbeck auflaufen", lüftet er immerhin ein kleines Geheimnis. Die gerade bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres auf Platz drei gekommene Ausnahmespielerin wird also das Bielefelder Publikum mit ihrer fantastischen Technik und ihrer Spielfreude entzücken.

Die internationale Konkurrenz kommt mit allem, was Rang und Namen hat. Allen voran der schwedische Vizemeister Kopparbergs/ Göteborg FC, der sechs aktuelle schwedische Nationalspielerinnen und dazu drei Teilnehmerinnen der U-20-WM 2010 in Deutschland und "Altstar" Jane Törnqvist aufbietet. "In Jöllenbeck gibt’s keine leichten Gegner", sagt Martina Voss-Tecklenburg, die deshalb auch Weltmeisterin Simone Laudehr und Japans Nationalspielerin Kozue Ando auflaufen lassen wird, die in Leverkusen noch nicht dabei waren.

Auch Achim Feifel, der Trainer des Hamburger SV, verspürt schon ein leichtes Kribbeln vor seinem Debüt in Jöllenbeck: "Ich bin sehr gespannt", sagt er, "gegen so namhafte internationale Mannschaften zu spielen, das ist schon etwas ganz Besonderes." Angeführt wird der HSV von seinem offensiven internationalen Dreiergespann: Von Europameisterin und U-20-Weltmeisterin Kim Kulig, der Schweizer Nationalstürmerin Ana Maria Crnogorcevic und der schwedischen Ballkünstlerin Antonia Göransson, die vor einem Jahr noch mit ihrem Ex-Klub Kristianstad im Finale von Jöllenbeck stand. Genau dieses Team ist der erste Gruppengegner des HSV, eine spielstarke, kombinationssichere Mannschaft. Das aufstrebende norwegische Team von Arna-Bjørnar Bergen, das derzeit fünf Nationalspielerinnen stellt, und Lokalmatador Herforder SV komplettieren das hochkarätige Teilnehmerfeld. Weltklasse eben – wie man es in Jöllenbeck seit Jahren gewohnt ist.

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