Bielefeld Patrick Franziska ist bei der Tischtennis-Meisterschaft ein heißer Titelanwärter

Der 23 Jahre alte Nationalspieler würde bei der in Bielefeld beginnenden DM gerne seine erste Meisterschaft bei den Erwachsenen feiern

Matthias Foede

Bielefeld. An die Bielefelder Seidensticker Halle hat Patrick Franziska gute Erinnerungen. "Da habe ich letztes Jahr gegen Wang Xi gewonnen. Deshalb ist die Halle eine gute Halle für mich", sagt der deutsche Tischtennis-Nationalspieler von Borussia Düsseldorf. Der 3:1-Erfolg (11:3, 11:8, 6:11, 11:9) über die Spitzenkraft aus Fulda im September 2015 im Bielefelder Schmuckkästchen könnte Patrick Franziska an diesem Wochenende möglicherweise das nötige Quantum mehr an Selbstvertrauen verleihen, um endlich einmal Deutscher Meister zu werden. Am Freitag beginnen die 84. Deutschen Meisterschaften. Austragungsort ist die Seidensticker Halle. In Abwesenheit der Branchengrößen Dimitrij Owtscharow und Timo Boll sowie nach der weiteren Absage des topgesetzten Bastian Steger (Bremen) zählt der mehrfache Deutsche Juniorenmeister Patrick Franziska zu den heißesten Anwärtern auf den Titel 2016. "In letzter Zeit lief es nicht so megarund bei mir" Doch der 23 Jahre alte Rechtshänder wiegelt ab. "In letzter Zeit lief es nicht so megarund bei mir", sagt Franziska und spielt auf die "wenig berauschende Mannschafts-WM in Malaysia" sowie den mauen fünften Platz seiner Düsseldorfer in der Bundesliga an. Aus Kuala Lumpur brachten Franziska & Co. einen 13. Platz mit, das ist das schwächste WM-Ergebnis eines deutschen Herren-Teams seit 31 Jahren (1985 Rang 17 in Göteborg). "Eigentlich waren wir optimal vorbereitet, aber irgendwie fehlte die Form", analysiert die deutsche Nummer vier. Immerhin habe man nach der Gruppenphase, die die Deutschen auf Platz vier abgeschlossen hatten, noch die beiden abschließenden Partien gewonnen und das Allerschlimmste verhindert. So hakte Patrick Franziska die Team-WM auf dem Rückflug ab und fokussiert sich nun auf die neue Aufgabe in Ostwestfalen. Da er als Gesetzter nicht durch die Qualifikationsrunde muss, reist er erst im Laufe des Freitags an. Nach einem kurzen Training, "um die Halle zu fühlen" (Franziska), wird er noch etwas essen und anschließend früh ins Bett gehen. Am Samstag beginnt der Wettbewerb, "in den ich ganz entspannt gehe", wie er betont. Patrick Franziska räumt zwar ein, dass "die Chancen auf den Titel wohl noch nie so groß waren", aber trotzdem ist er auf der Hut. Die größten Konkurrenten Die größten Konkurrenten seien die noch verbliebenen Nationalspieler sowie so mancher "gefährliche Zweitliga-Spieler". Franziska erinnert an Erik Bottroff - in Bielefeld bestens als "König Erik" bekannt -, der im vergangenen Jahr bis ins Viertelfinale vorgestoßen war. Dort hatte Bottroff, den momentan die Bandscheibe zwickt, dann allerdings gegen Patrick Franziska deutlich mit 0:4 das Nachsehen. Auch Yang Lei, den einzigen Lokalmatador bei dieser DM, hat der Nationalspieler auf der Rechnung: "Er ist auf jeden Fall gefährlich", sagt Patrick Franziska. Dem Chinesen von der SV Brackwede würde der 23-Jährige gerne aus dem Weg gehen und lediglich erst im Finale über den Weg laufen. Auf diese Absprache, wenn sie möglich wäre, würde sich Yang Lei sicher einlassen.

realisiert durch evolver group