Sölden/Bielefeld Jubelstimmung in der TSVE-Kurve

Radsport: Bielefelder machen Eindruck beim Ötztaler - auf und neben der Strecke

Da macht die Kurvenfahrt doppelt Spaß: Jörg Gießelmann steuert sein Tommasini durch die TSVE-Kurve in Hochgurgl. - © Eckhard Rahaus
Da macht die Kurvenfahrt doppelt Spaß: Jörg Gießelmann steuert sein Tommasini durch die TSVE-Kurve in Hochgurgl. | © Eckhard Rahaus

Sölden/Bielefeld. Besonders herausfordernde Kurven tragen in der Formel 1 einprägsame Namen wie Loews Haarnadel (Monte Carlo), Eau Rouge (Spa) oder Parabolica (Monza). Zumindest am vorigen Sonntag durfte der TSVE Bielefeld beim Ötztaler Radmarathon auch eine Serpentine für sich reklamieren: Die TSVE-Kurve nahe Hochgurgl auf der Abfahrt vom Timmelsjoch Richtung Start- und Zielort Sölden.

Hierher waren die Bielefelder Yvonne Clauß, Sabine Gießelmann und Eckhard Rahaus natürlich mit dem Rad gefahren. Aus Sölden waren immerhin auch 800 Höhenmeter verteilt 13 Kilometer zu überwinden gewesen, um dort eine rote Vereinsfahne am Felsen zu befestigen. Hier bejubelten sie mit bewundernswerter Ausdauer und einen extremen Sonnenbrand riskierend die vorbeirasenden Finisher - fairerweise nicht nur jene aus dem eigenen Verein -, hier schoss Vorstandsmitglied Rahaus hunderte von phantastischen Fotos.

Festgehalten war damit die Anstrengung in den Gesichtern nach mehr als 200 Alpenkilometern, aber auch die Zufriedenheit, das Glück. 17 von 19 gestarteten TSVE-Ötzis durften nachher das schicke schwarze Finisher-Trikot stolz in Empfang nehmen. Abteilungsleiter Jörg Gießelmann zählte dazu. Neben den zahllosen überwältigend positiven Eindrücken war er ungeheuer erleichtert darüber, alle sturzfrei wieder in Sölden zu wissen. "Überschattet wurden all meine positiven Erlebnisse von dem schlimmen Anblick eines gestürzten Fahrers auf der Kühtai-Abfahrt. Immer wieder musste ich an das momentane Befinden dieses Fahrers denken. Dieser Anblick hat den Rest meines Rennens geprägt - von da ab empfand ich mein eigenes ?Leid? als lächerlich", berichtete Gießelmann. Zu leiden hatte er im Unterschied zu fast allen Startern am monströsen und im unteren Viertel 36 Grad heißen Timmelsjoch weniger. An diesem Berg machte er mehr als 500 Plätze gut, was ihm schließlich zu der bemerkenswerten Zeit von 10:45,5 Stunden verhalf.

Vergessen waren im Ziel schon lange die brennenden Fußballen, die ihn noch am Jaufenpass gequält hatten. Als Wundermittel erwies sich die schlichte Wässerung seiner Schuhe - ab diesem Zeitpunkt lief es prächtig. Die besten TSVEler waren allerdings längst außer Reichweite und sie waren auch nicht Gießelmanns Richtgrößen. Mit Michael Gerkens, Andree Grote, Volker Schmitt und Marion Wittler hatten die Bielefelder gleich vier Fahrer, die unter 10 Stunden ankamen. Das notwendige fünfte Resultat für die Teamwertung steuerte Christian Terstesse bei, knapp über der 10-Stunden-Marke. Insgesamt reichte das für den höchst respektablen 41. Platz von 86 Teams. Der Triathlet Terstesse, dem die Winzigkeit von etwas mehr als einer Minute zur einstelligen Zeit fehlte, ärgerte sich gar nicht groß. Bei seiner Ötztaler-Premiere galt die Devise: "Hauptsache mit Anstand durchkommen." Als kleinsten Gang hatte er 39/28 zur Verfügung, bergauf konnte er so immer viele Plätze gutmachen. In den Abfahrten sei er jedoch "echt extrem defensiv gefahren, da ich das gar nicht kannte, mit über 70 den Berg runter zu knallen." Bei künftigen Ötzi-Starts ist demnach Verbesserungspotenzial vorhanden.

Information

Gerkens mit der Bestzeit

  • 1. Michael Gerkens (Rang 804/ Zeit: 9:15,1 Std.)
  • 2. Andree Grote (919/9:24,3)
  • 3. Volker Schmitt (1.111/9:36,1)
  • 4. Marion Wittler (1.403/9:55,3)
  • 5. Christian Terstesse (1.493/10:01,4)
  • 6. Raoul Kempmann (1.510/10:03,2)
  • 7. Christian Ehle (1.806/10:22,3)
  • 8. Jonathan Reuning (2.078/10:39,5)
  • 9. Jörg Gießelmann (2.164/10:45,5)
  • 10. Gerhard Dirkschnieder (2.460/11:06,5)
  • 11. Rainer Mühl (2.583/11:15,1)
  • 12. Eckhard Ahlert (3.209/12:03,1)
  • 13. Esther Ehle (3.247/12:06,5)
  • 14. Peter Voss (3.276/12:09,5)
  • 15. Rolf Rothenburg (3.387/12:17,6)
  • 16. Björn Reimann (3.457/12:26,2)
  • 17. Ulla Floer (3.614/12:43,4)

Auf der Heimfahrt war die Wiederholung des Trips ins Ötztal im kommenden Jahr schon ein Thema. "Alle TSVEler waren glücklich über die gemeinsam erlebten Tage", schildert Gießelmann. Eine für Fotos und Anfeuerung bestens geeignete Kurve kennt der Klub ja schon.

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