Jeder Meter zählt: Beim internationalen Grasbahnrennen auf dem Leineweberring geht es dieses Jahr um den Einzug ins EM-Finale. - © Foto: Andreas Zobe
Jeder Meter zählt: Beim internationalen Grasbahnrennen auf dem Leineweberring geht es dieses Jahr um den Einzug ins EM-Finale. | © Foto: Andreas Zobe

Bielefeld Die Besten der Besten sind am Start

GRASBAHNRENNEN: DMSC richtet am 7. Juni auf dem Leineweberring das zweite EM-Halbfinale aus

Matthias Foede

Bielefeld. "Eigentlich", sagt Markus Böke, "ist bei der Vorbereitung auf unser Grasbahnrennen alles so gelaufen wie im vergangenen Jahr." Doch bei genauerer Betrachtung irrt der Schatzmeister des DMSC Bielefeld gewaltig. Das diesjährige internationale Grasbahnrennen auf dem Leineweberring, das am 7. Juni ausgetragen wird, wartete für den Veranstalter doch mit so einigen Neuerungen auf. An erster Stelle kommt das Etikett. Aus dem WM-Lauf 2014 wurde anno 2015 ein EM-Halbfinale. Die erste Vorschlussrunde wurde bereits Ende April ausgetragen. Im englischen Swingfield qualifizierten sich für die Titeljagd am 18. Juli im niederländischen Staphorst so bekannte Namen wie Pijper, Katt, Cooper oder Appleton. Die anderen Größen der Zunft geben auf dem 700 Meter langen Oval in Bielefeld Gas, um noch einen der vakanten neun Plätze zu ergattern: Mitch Godden und Richard Hall (beide Großbritannien), Jannick de Jong (Niederlande), Jörg Tebbe oder Enrico Janoschka (beide Deutschland). "Es sind nur die Besten der Besten am Start. Niemand konnte sich bewerben, alle sind vom Verband aufgrund ihrer Leistung nominiert worden", erläutert DMSC-Pressesprecher Stephan Prante. De Jong, WM-Zweiter, sei in exzellenter Verfassung. Janoschka hat soeben Platz zwei beim traditionsreichen Bergringrennen in Teterow belegt. Und auch auf Richard Hall, seines Zeichens WM-Vierter, sowie Jörg Tebbe (gemeinsam mit Janoschka Mannschaftsweltmeister) sei zu achten. Die gegenüber dem Vorjahr veränderte Rennverteilung garantiert zusätzlich Spannung. Die 18 Fahrer bestreiten zunächst jeder vier Rennen, bei denen sie möglichst viele Punkte sammeln. Die schwächsten fahren im C-Finale um die hinteren Plätze. Sämtliche Fahrer im B-Finale haben mit einem guten Lauf noch die Möglichkeit, sich für das A-Finale zu qualifizieren und sogar den Tagessieg (1.500 Euro Prämie) abzuräumen, denn die beiden Besten des B-Finals starten auch noch einmal im A-Lauf. "Über dieses Rennschema ist in der Vergangenheit viel diskutiert worden, aber der Verband hält daran fest, weil es für die Zuschauer sehr spektakulär ist", sagt Stephan Prante. In einem spektakulär guten Zustand befinde sich auch die Bahn. "Der Eingang in die erste Kurve nach dem Start, sonst stets ein sehr kniffeliger Punkt, sieht wirklich gut aus", freut sich Ehrenmitglied Herbert Prante. Sohn Stephan erklärt: "Es hat sehr geholfen, dass wir die Grasbahn das erste Mal in diesem Jahr selber gemäht und gleichzeitig gewalzt haben." Selber Hand anlegen muss der Verein auch in den kommenden Tagen noch, denn der Tower, in dem am nächsten Sonntag die Rennleitung untergebracht ist, ist mittlerweile komplett mit Graffiti übersät. "Da hilft nichts: einrüsten und streichen", meint Stephan Prante. Auch die Startmaschine wurde noch einmal überarbeitet. "Sie zieht das Startband jetzt schneller und höher", informiert Markus Böke. Zu der Inspektion entschied sich der DMSC, nachdem beim Speedway-Grand-Prix in Warschau kürzlich vor 55.000 Zuschauern die Anlage nicht ordnungsgemäß arbeitete und letztlich der Wettbewerb abgebrochen werden musste. Zudem kümmert sich ein erstmals angeheuerter Umweltbeauftragter darum, dass am Renntag ordnungsgemäß mit Öl und Müll hantiert wird. Auf eine Wiederholung aus dem Vorjahr möchten die DMSC-Verantwortlichen allerdings liebend gerne verzichten. Einen erneuten Fahreraufstand inklusive Manipulationsvorwürfe gegen den Sieger wegen eines angeblich zu kurzen Auspuffs braucht in Bielefeld keiner mehr. Zumal der beim Verband platzierte Protest bis heute von der FIM einfach ausgesessen worden ist.

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