Allein auf weiter Flur: Amanal Petros vom TSVE hatte bei den Deutschen Crosslaufmeisterschaften in Markt Indersdorf am Ende satte 43 Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz. - © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE
Allein auf weiter Flur: Amanal Petros vom TSVE hatte bei den Deutschen Crosslaufmeisterschaften in Markt Indersdorf am Ende satte 43 Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz. | © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Bielefeld Petros ist eine Klasse für sich

LEICHTATHLETIK: Vierter DM-Titel für den TSVE-Läufer

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Bei den Deutschen Crosslaufmeisterschaften in Markt Indersdorf nahe München fand Amanal Petros (TSVE 1890) einmal mehr die Siegerspur. Nach einer spannenden Anfangsphase lief das rund 8,4 km lange U-23-Juniorenrennen immer mehr auf einen klaren Erfolg des 19-jährigen Bielefelders hinaus: Am Ziel betrug sein Vorsprung stolze 43 Sekunden. Es ist sein vierter DM-Triumph, seit er Mitte Februar 2014 in Sindelfingen Jugendhallenmeister über 3.000 Meter wurde. Drei Wochen später folgte der nicht weniger souverän herausgelaufene Cross-Jugendtitel; im Spätsommer setzte er sich bei der Straßenlauf-DM über 10 km bereits gegen die besten Junioren der U 23 durch - mit 29 Sekunden Vorsprung vor dem drei Jahre älteren Karlsruher Jannik Arbogast, der jetzt Vizemeister in der Hauptklasse wurde. Vorgestern blieb das Juniorenrennen bis zur vierten von sieben Runden offen: Innerhalb eines Quartetts, das sich bald nach dem Start abgesetzt hatte, gab es häufige Führungswechsel. Offensiv lief auch Mitfavorit Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid), im Vorjahr mit 29:16,14 Minuten. Deutscher Juniorenmeister über 10.000 Meter. Kurz vor Weihnachten avancierte er dann bei der Cross-Europameisterschaft in Bulgarien zum besten deutschen Läufer der U 23. Vorgestern erwischte es Pfeiffer in Runde 4, als Petros sich schon mit rund zwanzig Sekunden Vorsprung von ihm gelöst hatte: Auf schlammigem Untergrund verlor der Wattenscheider einen Laufschuh und gab auf. Ein anderer EM-Starter, der Regensburger Jonas Koller, litt noch unter den Folgen einer Verletzung und spielte als Fünfter nicht die erhoffte Rolle. Dafür überraschte sein Vereinskollege Tim Ramdane Cherif (29:27 Minuten) als Zweiter vor dem Fürther Konstantin Wedel (29:38) und dem schnellsten U-23-Halbmarathonläufer des Vorjahres, Gutu Abdeta Odde (LG Frankfurt, 29:50). Petros aber war mit 28:44 Minuten eine Klasse für sich. "Die Strecke gefiel mir gut", urteilte er geradezu begeistert, "der tiefe Boden und die steilen Passagen haben mich nicht gestört." Sein Sieg bestätigte erneut, dass er derzeit keinen deutschen Juniorenlangstreckler zu fürchten braucht. Er kann ja noch zwei weitere Jahre in der Altersklasse U 23 starten, aber leider den DLV vorerst nicht international vertreten. "Bei der nächsten Cross-DM möchte ich gern schon in der Hauptklasse laufen", kündigte er an. Thomas Heidbreder kennt den Grund: "Amanal weiß eben, dass ihm längere Distanzen besonders liegen." Übrigens fieberte vor Ort auch sein Trainingspartner Hendrik Pohle mit ihm und feuerte ihn an. Ursprünglich wollte der Brackweder selbst antreten und die Männer-Mittelstrecke laufen; doch eine Verletzung durchkreuzte die Pläne. SVB-Trainer Heidbreder war "total zufrieden mit dieser DM" und meinte auch die beiden jungen Läuferinnen seines Vereins, deren Ergebnisse er beeindruckend fand. Aline Florian wiederholte als U-23-Zehnte genau die Platzierung, die sie vor Jahresfrist in der U 20 erreicht hatte. Sie lag mit 25:52 Minuten für den ungefähr sechs Kilometer langen Cross nicht weit hinter den westfälischen Spitzenläuferinnen Marina und Linda Wrede (LGO Dortmund, je 25:33 Min.) zurück. Im starken Feld der U-20-Jugend hielt sich Valeska Vitt achtbar: Mit glatten 19:00 Minuten für 4,4 anspruchsvolle Kilometer belegte sie als beste westfälische Starterin den 14. Rang.

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