Kamila Kmiecik, Symela Ciesielska und Sandra Szopieray (v. l.) nehmen zentrale Rollen im Spielsystem vor Arminias Frauenfußballteam ein, das ungeschlagener Spitzenreiter der Westfalenliga ist. - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Kamila Kmiecik, Symela Ciesielska und Sandra Szopieray (v. l.) nehmen zentrale Rollen im Spielsystem vor Arminias Frauenfußballteam ein, das ungeschlagener Spitzenreiter der Westfalenliga ist. | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Arminias Zentrale spricht polnisch

FRAUENFUSSBALL: Ciesielska, Kmiecik und Szopieray sind prächtig eingeschlagen

Von Jana HAver

Bielefeld. Fünf Siege in fünf Spielen, ein Torverhältnis von 15:5 und die Tabellenführung – das ist die bisherige Bilanz der Frauenfußballmannschaft von Arminia Bielefeld in der Westfalenliga. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hat eine starke polnische Fraktion, die im Team zentrale Positionen besetzt.

In Polen spielten Symela Ciesielska und Kamila Kmiecik in der ersten Liga – jetzt mit Arminia in der Westfalenliga. „Vom Niveau her ist das in etwa vergleichbar“, meint Kamila. Die 26-jährige Mittelfeldspielerin ist seit Anfang des Jahres beim DSC. Da sie Potenzial in der Mannschaft gesehen hatte, die sich im oberen Tabellenbereich bewegte, entschied sie sich für den Wechsel vom Herforder SV, bei dem sie vorher ein halbes Jahr spielte. Weil sie dort wenig Spielpraxis bekam und ohne Deutschkenntnisse ziemlich allein da stand, fühlte sie sich schnell nicht mehr wohl. Trainer Markus Wuckel betont: „Wenn man alleine aus einem fremden Land kommt, braucht man besonders viel Aufmerksamkeit.“ Beachtung und Zuwendung bekommt die Polin jetzt bei den Armininnen, die sie schnell ins Team integriert haben. „Ich wurde sehr herzlich empfangen“, erzählt Kamila.

Auch ihre Landsfrau Symela Ciesielska ist bei ihrem neuen Klub rundum zufrieden. „Ich hatte vorher mal mit Kamila gesprochen und wusste schon, was auf mich zukommt“, sagt die 23-jährige Innenverteidigerin, die zum Saisonbeginn vom Erstligisten AZS Wroclaw (Breslau) nach Bielefeld kam.

Beide zog es wegen der Arbeit nach Deutschland. In Polen haben sie Sport studiert, hatten dort aber kaum Möglichkeiten, einen Job zu bekommen. Mangels Sprachkenntnissen geht in dieser Hinsicht immer noch nicht viel, doch beide beginnen bald einen Deutsch-Intensivkurs. „Das wird ihnen auf jeden Fall helfen, auch wenn sie irgendwann mal wieder zurück gehen“, meint ihr Trainer. Momentan arbeitet Kamila in einer Reinigungsfirma, Symela hat demnächst ein Vorstellungsgespräch. Der Verein unterstützt die Spielerinnen nicht nur bei der Arbeitsplatzsuche, sondern half ihnen auch dabei, eine Wohnung zu finden. Symela und Kamila wohnen seit kurzem gemeinsam in einer Zweier-WG. Richtig kennengelernt haben sie sich erst beim DSC, sind mittlerweile aber echte Freundinnen geworden.

Sandra Szopieray spielt ebenfalls seit einem Jahr in der ersten Damenmannschaft des DSC. Die 21-jährige hat polnische Wurzeln und spricht fließend polnisch, so kann sie perfekt zwischen Trainer und Spielerinnen vermitteln. Mittlerweile kann sich Kamila schon gut verständigen. „Sie versteht eigentlich fast alles“, meint Wuckel. Vor allem die Fußballsprache, also Vokabeln wie „Freistoß“, „Pass“ oder „Hinterlaufen“, sitzen schon. Wuckel: „Bei komplizierteren Dingen hilft Sandra weiter.“

Symela als Innenverteidigerin und Sandra und Kamila als „Sechser“ sind sehr wichtig für das Team. „Es gibt Spielerinnen, die sind ersetzbar“, meint Trainer Wuckel, „die drei nicht.“ Gemeinsam mit Kapitänin und Offensiv-Motor Maxi Birker bildet das polnische Gespann eine Art Achse, die die komplette Mannschaft stützt.

Nach dem fünften Spieltag führt Arminia die Tabelle in der Westfalenliga an. Alle Spiele haben die Frauen bisher gewonnen. Kamila schoss bereits vier Tore, und auch Symela und Sandra trafen schon jeweils einmal. Bei ihren Saisonzielen sind sich die drei einig: „Wir wollen aufsteigen.“ Trainer Wuckel dämpft die Euphorie etwas: „Wir wollen das Bestmögliche erreichen. In einer so frühen Phase kann man noch nicht von Aufstieg oder Ähnlichem sprechen.“ Auf einem gutem Weg sind sie auf jeden Fall schon mal.

Am Sonntag geht es für Arminia zu Hause gegen Germania Hauenhorst. Anstoß ist um 13 Uhr auf dem Sportplatz an der Schillerstraße. Das Spiel verspricht viel Spannung, denn als Tabellendritter liegt Hauenhorst nur knapp hinter den Armininnen und könnte durch einen Sieg auf zwei Punkte Rückstand verkürzen.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group