Harry Garstecki zeigt Schwarz-Weiß-Fotos aus seiner aktiven Zeit. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Harry Garstecki zeigt Schwarz-Weiß-Fotos aus seiner aktiven Zeit. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Sein Herz hängt an Arminia

FUSSBALL: Ex-Profi Harry Garstecki wird am Sonntag 80 Jahre alt

VON PETER BURKAMP

Bielefeld. Mit einem 80. Geburtstag verbindet man gewöhnlich eine entspannte, ruhige Atmosphäre. Anders dürfte es zugehen, wenn am Sonntag Harry Garstecki sein 80. Wiegenfest feiert. Nach dem Mittagessen im Kreis der Familie und natürlich mit seinem langjährigen Weggefährten und Freund Horst Gamon im "Alt Bielefeld" drückt Garstecki seiner Arminia die Daumen, die gleichzeitig in Dresden um das Erreichen des Relegationsplatzes in der zweiten Fußball-Bundesliga kämpft.

Noch immer ist Garstecki regelmäßig auf der Alm. Der frühere Profi spielte viele Jahre in Arminias erster Mannschaft. Später engagierte er sich in der Altliga und heute betreut er den "Freundeskreis der älteren Arminen". Auch am vergangenen Sonntag fieberte er mit seinem Verein – und ärgerte sich über die vergebenen Großchancen von Kacper Przybylko und Fabian Klos gegen Frankfurt. "Ich habe ganz schön geschimpft", erzählt Garstecki. Sein Herz hängt an der Arminia. Und er hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. "Der Trainerwechsel hat letztlich nichts gebracht", sagt er. Den Beginn der Talfahrt seines Herzensklubs verortet er jedoch in die Phase des Tribünen-Neubaus. "Da wird da so ein teures Ding hingestellt. Wir haben damals immer zu Roland Kentsch gesagt: Ihr dürft nicht nur in Steine investieren, ihr müsst auch mal in Beine investieren."

Mehrmals hätten er und seine Mitstreiter von früher der Vereinsführung nahegelegt, sich auch mal Rat bei erfahrenen Ex-Spielern zu holen. "Früher gab es einen Fußball-Ausschuss. Ich muss da gar nicht drinsitzen, aber es gibt doch andere, die mit ihrer Erfahrung durchaus helfen könnten", sagt Garstecki. Als offensiver Mittelfeldspieler – früher hieß es Halbstürmer oder Außenläufer – hatte Garstecki in den 1960er Jahren für Furore gesorgt. Bevor er 1960 zur Alm kam, hatte der gelernte Betriebsschlosser zwei Jahre als Profi bei Phönix Lübeck verbracht. Dort spielte er unter anderem gegen den HSV mit den Seeler-Brüdern. 1962 holte Garstecki mit Arminia die Westfalenmeisterschaft und die WFV-Vizemeisterschaft. Zudem stieg er in die 2. Liga auf.

Ein Jahr später qualifizierte sich Garstecki zusammen mit "Stopper" Schulz und Bernd Naschke, um nur einige zu nennen, für die neu geschaffene Regionalliga.

Garstecki war nicht nur in dieser Zeit für seine gefährlichen Freistöße und Ecken bekannt. Der gebürtige Hammer feierte schon in jungen Jahren Einsätze in diversen Auswahlen. Seine Trainer hießen dabei Dettmar Cramer und Walter Ochs. Seine Beschäftigung als Gastronom, der mehrere Gaststätten führte, forderte irgendwann so viel Zeit, dass Garstecki seine Profilaufbahn beendete. Später stieg er mal als Betreuer zum Interimstrainer auf und coachte für einen Monat die erste Mannschaft in der Regionalliga. Arminia blieb er immer treu und engagierte sich in der Altliga. Auf den Sportplätzen tauchte der Name Garstecki weiter auf. Auch Harrys Sohn Peter spielte für Arminia Fußball, später auch Enkel Christian. Beide wurden jedoch von schweren Verletzungen zurückgeworfen.

Der mehrfach durch Arminia Bielefeld und den westfälischen Fußballverband ausgezeichnete Senior wünscht sich, dass die Profis den Klassenerhalt am Ende doch noch schaffen. Ein Sieg bei Dynamo Dresden wäre ein schönes Geschenk zu Harry Garsteckis 80. Geburtstag.

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