Gerd Roggensack trainiert derzeit die A-Junioren des SV Ubbedissen. - © FOTO: REIMAR OTT
Gerd Roggensack trainiert derzeit die A-Junioren des SV Ubbedissen. | © FOTO: REIMAR OTT

"Zickzack" Roggensack wird heute 70

Der Flügelflitzer von der Bielefelder Alm

Bielefeld. Wenn in den 1960er- und 1970er Jahren auf der Tribüne der Alm der Schlachtruf "Zickzack" erklang, war klar: Gerd Roggensack ist am Ball. Zwischen 1963 und 1967 sowie von 1968 bis 1972 wirbelte der Flügelflitzer - meistens über die rechte Seite - die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Im Zickzackkurs wurden gleich zwei oder drei Kontrahenten ausgetrickst. "Ich habe gerne gedribbelt, da hatte ich keine bange vor", sagt der ehemalige Kicker des DSC Arminia, der am heutigen Mittwoch seinen 70. Geburtstag feiert.

Die Zeiten bei den Bielefelder Arminen waren ohnehin die schönsten Tage in der aktiven Karriere des gebürtigen Güstrowers (Mecklenburg-Vorpommern). "Das waren meine besten Fußballjahre", sagt Roggensack, dem vor allem das tolle Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans in Erinnerung geblieben ist. "Man hat sich auf der Alm richtig wohlgefühlt. Jeder Spieler hat sich für den Verein reingehangen."
Nicht viel schlechter seien seine Jahre als Coach beim DSC Arminia gewesen. Von 1979 bis 1986 war er als Jugend-, Co- und Cheftrainer (von März 1984 bis Februar 1986) auf der Alm tätig. 1984 führte er den Fußball-Bundesligisten Arminia auf den achten Tabellenplatz, ein Jahr später kam aber der Tiefpunkt: In den Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken verlor der DSC auswärts mit 0:2 und erreichte an der Melanchthonstraße nur ein 1:1. Der Abstieg war besiegelt, erst elf Jahre später sollte die Arminia in die Bundesliga zurückkehren. 
Roggensack zog weiter. Über die Stationen Eintracht Braunschweig, Wattenscheid 09, 1. FC Kaiserslautern, Preußen Münster, Fortuna Köln und SpVgg Unterhaching landete er 1995 als Trainer beim VfL Wolfsburg. Mit den "Wölfen" kam er bis ins DFB-Pokalfinale in Berlin, scheiterte dort mit 0:3 an Borussia Mönchengladbach. "Das war eine andere Welt. Gegen Effenberg und Co. hatten wir als Zweitligist keine richtige Chance", erklärt der Jubilar, der später für kurze Zeit noch beim SC Verl wirkte.

Engste Familienkreis kommt zusammen



Für die Ausbildung von jungen Spielern war und ist Gerd Roggensack immer zu haben. "Am liebsten habe ich immer mit der Jugend gearbeitet", sagt der Mann, der im Alter von 70 Jahren immer noch im Juniorenbereich aktiv ist. Als Trainer der A-Jugend des SV Ubbedissen strebt er in der Kreisliga A in dieser Saison den Klassenerhalt an. "Der Nicht-Abstieg wäre gegen Ende meiner Trainerlaufbahn die Krönung", sagt Roggensack, der beim SVU mit seinem Schwiegersohn zusammenarbeitet: Ex-Profi Bernd Gorski ist Coach der ersten Ubbedisser Mannschaft in der Kreisliga B.
Bevor es am Samstag wieder auf den Platz geht, wird bei Roggensacks erst einmal gefeiert. Aber alles im kleinen Rahmen. "Der engste Familienkreis kommt zusammen", erklärt der in Schloß Holte wohnende Roggensack. "Meine Frau macht meine Leibspeise Sauerbraten, meine beiden Kinder und die Enkel sind da. Dann fühle ich mich am wohlsten."
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