Paderborn Uni Baskets Paderborn landen Pflichtsieg

Zweitligist Paderborn zeigt gegen junge Ulmer zwei Gesichter. Nach einem katastrophalen Start rappeln sich die Hausherren auf und siegen mühsam 89:84

Jochem Schulze

Paderborn. In Paderborn wird ein Jubiläum vorbereitet. Im September 2019 werden in der Stadt "50 Jahre Basketball" gefeiert. Eine Festschrift mit historischem Abriss ist bereits in Arbeit. In dieser Geschichte der Korbjagd an der Pader könnte die Zweitligapartie zwischen den Uni Baskets und der Orange Academy Ulm Erwähnung finden. Denn die ersten sieben Minuten dieser Begegnung, die mit einem mühsamen 89:84-Sieg endete, gehörten zu den schlimmsten Momenten der städtischen Basketball-Historie. Vom Anwurf weg knüpften die Hausherren an die schwache zweite Halbzeit des Chemnitz-Spiels an, betrieben eine besondere Form von Arbeitsverweigerung und lagen nach 420 Sekunden mit 3:19 zurück. Da hatten selbst die sonst nimmermüden Trommler des Fanclubs Maspernpower ihre Stöcke längst beiseitegelegt. "Das war nicht akzeptabel. So darf man nicht auftreten", sagte Paderborns Guard Maxi Kuhle später zu einer Startphase, die erst der für Kapitän Morgan Grim eingewechselte Georg Voigtmann mit ein paar gelungenen Aktionen beendete. Voigtmann gehörte später ebenso wie Devonte Brown, Kuhle, Luca Kahl und Ethan O'Day zu der Baskets-Fünf, die in einem ebenso spannenden wie punktereichen Schlussviertel (29:30) den zweiten Heimsieg in Folge sicherte. Denn nachdem die Gastgeber den Rückstand bis zur Pause auf fünf Zähler verkürzt und im dritten Viertel erstmals in Führung gegangen waren, schien nach einem Technischen Foul gegen Ulms einzigen Routiners Nils Mittmann (36.; 80:72) die Sache gelaufen. Als Brown anschließend aber zweimal mit dem Kopf durch die Wand wollte und Kuhle zwei Freiwürfe liegenließ, kamen die ohne Leistungsträger Joschka Ferner angereisten Ulmer wieder bis auf zwei Zähler heran. Als nur noch taktisch gefoult wurde, behielt Brown viermal in Folge die Nerven. Die hatten auch Kuhle (mit drei Dreiern im dritten Viertel), der höchst solide O'Day und Luca Kahl im Griff. Der 20-Jährige spielte im Schlussviertel durch, versenkte zwei von drei Dreiern und zeigte eine Vorstellung, die auch einigen so genannten Führungsspielern gut zu Gesicht gestanden hätte. "Das hier ist meine Halle. Hier spiele ich für meine Leute", beschrieb Kahl seine Motivationsgrundlage. Die hat seit knapp fünf Jahrzehnten Bestand. Und sollte nun auch von allen aktuellen Akteuren verinnerlicht werden.

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