Paderborn Paderborn stellt die Mannschaft mit den zwei Gesichtern

Die Leistungen der Uni Baskets waren zuletzt höchst unterschiedlich. Nach Erfolgen gab es mitunter peinliche Vorstellungen

Frank Beineke

Paderborn. Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage - so lautet die Bilanz der Uni Baskets Paderborn aus den vergangenen sechs Spielen. Nach dem Gesetz der Serie müsste an diesem Samstag (19.30 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz) im Heimspiel gegen die Orange Academy Ulm somit wieder ein Sieg herausspringen. Und den sollten die Uni Baskets auch einfahren, um den Puffer auf die Abstiegszone zu vergrößern. "In den nächsten beiden Heimspielen gegen Ulm und Baunach können wir eine Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt herbeiführen. Diese Chance sollten wir tunlichst nutzen", betont Chefcoach Uli Naechster. Die Vorzeichen sind gut. So kann Paderborns Trainer womöglich auf alle elf etatmäßigen Zweitliga-Akteure zurückgreifen, da auch Center Ivan Buntic wieder einsatzbereit ist. Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter dem Einsatz von Armani Cotton, der bei der 53:79-Pleite in Chemnitz einen Cut an der Stirn und eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Ulm droht unterdessen unter anderem der Ausfall des Topscorers. Denn da das Erstliga-Team von Ratiopharm Ulm am Samstagabend gegen Jena spielt, könnte Shooting-Guard David Krämer (16,4 Punkte pro Spiel) in die Erste beordert werden. Auch der Paderborner Till Pape, der in Diensten der Orange Academy steht, muss damit womöglich auf die Reise in seine Heimatstadt verzichten. "Aber das ist für uns keine neue Situation. Wir müssen mental bereit sein - ob mit oder ohne einige wichtige Spieler", sagt Ulms Zweitliga-Coach Daniel Jansson und fügt mit Blick auf die Uni Baskets an: "Es fehlt ihnen noch an Konstanz. Das macht sie aber auch gefährlich, denn wir wissen nicht, welches Gesicht sie am Samstag zeigen werden." Das besagte Fehlen der Konstanz nervt seinen Paderborner Trainerkollegen ganz gewaltig. "Gerade auswärts hatten wir einige verkorkste Spiele. Man darf ja auch mal einen schlechten Tag erwischen. Aber in der Summe ist das einfach zu viel. Und man kann zumindest erwarten, dass man bis zuletzt kämpft, um noch einmal ins Spiel zurückzukommen", sagt Naechster, der beispielsweise bei den jüngsten Auswärtspleiten in Nürnberg und Chemnitz den nötigen Einsatzwillen vermisste. "Wir müssen uns auf einem guten Level stabilisieren", fordert der Baskets-Coach und nimmt dabei vor allem seine Führungsspieler in die Pflicht. Denn wenn die Einstellung nicht stimme, könne sein Team auch am Samstag gegen die blutjungen Ulmer eine böse Überraschung erleben. "Das ist eine extrem talentierte Mannschaft. Wenn man sie spielen lässt, sind sie unheimlich gefährlich", warnt Naechster. In der Tat: Zwar verlor die Orange Academy sechs ihrer letzten acht Spiele. Doch an einem guten Tag kann die Mannschaft um den ungarischen Pointguard Marcell Pongo selbst Topteams wie Vechta in Bedrängnis bringen. "Unser Weg muss es sein, über eine intensive Verteidigung zum Erfolg zu kommen und Druck auf die Aufbauspieler auszuüben", sagt Naechster. Im Hinspiel zitterten sich die Uni Baskets in der Ulmer Kuhberghalle zu einem 72:70-Erfolg, weil ausgerechnet der einzige Routinier im Team der Orange Academy patzte. Der 38-jährige Nils Mittmann vergab nämlich kurz vor der Schluss-Sirene zwei Freiwürfe. Auf ein solches Glück sollten sich die Paderborner am Samstag nicht verlassen.

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