Redebedarf: Paderborns Chefcoach Uli Naechster konnte mit der Vorstellung von Thomas Cooper (r.) überhaupt nicht zufrieden sein. Auch dessen Landsmann Devonte Brown (hinten l.) ließ in Hanau trotz seiner 14 Punkte viele Wünsche offen. - © Marc Köppelmann
Redebedarf: Paderborns Chefcoach Uli Naechster konnte mit der Vorstellung von Thomas Cooper (r.) überhaupt nicht zufrieden sein. Auch dessen Landsmann Devonte Brown (hinten l.) ließ in Hanau trotz seiner 14 Punkte viele Wünsche offen. | © Marc Köppelmann

Hanau/Paderborn Paderborns Korbjäger offensiv zu schwach

Basketball: Uni Baskets Paderborn verlieren 53:67 in Hanau. Fast kein Akteur der Gäste erreicht Normalform. Lediglich ein deutsches Duo wehrt sich richtig

Frank Beineke

Hanau/Paderborn. Einen Schönheitspreis haben die Uni Baskets Paderborn in dieser Saison noch nicht gewonnen. Im neuformierten Team läuft bislang vieles unrund. Immerhin aber hat der Basketball-Zweitligist von der Pader schon drei Siege eingefahren. Am Samstagabend hätte mit einer halbwegs normalen Leistung der vierte Saisonerfolg herausspringen können. Doch bei den keinesfalls Furcht einflößenden Hebeisen White Wings Hanau setzte es für völlig indisponierte Paderborner vor 780 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle eine verdiente 53:67 (21:33)-Pleite. "Wir waren an allen möglichen Stellen viel zu inkonsequent im Umsetzen der kleinen Dinge", monierte ein restlos enttäuschter Uli Naechster. Als Paradebeispiel nannte Paderborns Chefcoach das Verhalten nach Ballgewinnen. Statt schnell nach vorne zu spielen und einfache Fast-Break-Punkte zu generieren, habe das Umschalten fast immer viel zu lange gedauert. "Wir waren immer zwei, drei Sekunden zu langsam. Die Jungs laufen einfach nicht nach vorne", kritisierte Naechster. Dabei sei gerade dies nach dem Zittersieg gegen Ehingen, als die Uni Baskets gänzlich ohne Fast-Break-Punkte geblieben waren, hinreichend thematisiert worden. So aber blieben am Ende nur erschreckende Zahlen und die fünfte Saisonniederlage. Gegen ebenfalls offensivschwache Hausherren, die nur 33 Prozent ihrer Feldwürfe versenkten, verwandelten die Baskets ganze 7 von 29 Zweiern (24 Prozent). Denn fast alle Gäste-Akteure hatten einen gebrauchten Tag erwischt. Und so mancher ließ obendrein die nötige Einstellung vermissen. "Lediglich Luca und Georg haben die Fahnen hochgehalten. Sie waren die einzigen, die bereit waren", lobte Naechster seine Schützlinge Luca Kahl und Georg Voigtmann, die dementsprechend mit viel Spielzeit belohnt wurden. Auch Kapitän Morgan Grim habe versucht, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. "Er hat es immerhin noch probiert, sich aber auch ein Stück weit aufgerieben", urteilte der Baskets-Coach angesichts von nur einem Feldkorb, den Grim bei neun Versuchen einnetzte. Andere Spieler aber enttäuschten auf ganzer Linie. Devonte Brown war mit 14 Punkten zwar Baskets-Topscorer, ließ aber über weite Strecken den Biss und (wieder einmal) Führungsqualitäten vermissen. Die erfahrenen deutschen Akteure Maxi Kuhle und Phillip Daubner blieben ebenso wie Dominik Wolf weit unter Normalform. Bei den US-Spielern Armani Cotton und Thomas Cooper kamen derweil Zweifel an ihrer Zweitliga-Tauglichkeit auf. Cooper blieb gänzlich ohne Korberfolg und offenbarte erneut technische Defizite. Und so ist das Spiel in Hanau schnell erzählt. In einer Partie auf äußerst bescheidenem Niveau gingen die Hausherren mit einem 11:0-Lauf mit 22:10 (15.) in Führung, ehe es kurz vor der Pause gar 33:16 für Hanau stand. Es folgte die einzige halbwegs gute Phase der Paderborner, die bis zur 26 Minute auf 32:37 verkürzt hatten. Doch nach einer Auszeit zauberten die White Wings bis zur letzten Drittelpause einen 14:3-Lauf aufs Parkett. Das Spiel war entschieden. Denn bei Paderborn gingen selbst leichte Korbleger daneben. Zudem leisteten sich die Baskets satte 20 Ballverluste. Auch vom frühen foulbedingten Ausscheiden des Ex-Paderborners Paul Albrecht und von Josef Eichler konnten die Gäste nicht profitieren. Hanau genügte in der Offense ein glänzend aufgelegter Luquon Choice, der die Baskets mit 25 Punkten fast im Alleingang zur Strecke brachte. "Es ist verdammt ärgerlich. Wir haben eigentlich das Potenzial, um eine Mannschaft wie Hanau auswärts schlagen zu können. Aber wir sind viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt", erklärte Uli Naechster, der in dieser Woche im Training die Zügel anziehen will. Denn nun warten die Heimspiele gegen Köln (11. November) und Trier (18. November, jeweils 19.30 Uhr). Dann sollten sich die Uni Baskets tunlichst ganz anders präsentieren als am Samstag in Hanau.

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