Paderborn Baskets beklagen Heimniederlage

Zweitligist Paderborn verteidigt gegen Chemnitz zu nachlässig und verliert 78:84. Die Hausherren spielen nicht gut zusammen und suchen zu oft den Wurf aus der Distanz

Jochem Schulze

Paderborn. Da hatte sich die Marketingabteilung der Uni Baskets wohl ein Stück zu weit aus dem Fenster gelehnt. "99 Problems, but Chemnitz ain't one", war in der Vorwoche auf einer Werbeanzeige für die Paderborner Heimpartie gegen die Niners Chemnitz zu lesen. Aus der Vorhersage wurde nichts. Die Hausherren verloren am Samstagabend mit 78:84 (39:42). Und bekamen von den Sachsen die aktuellen Defizite aufgezeigt. Das größte Manko offenbarte sich in der Verteidigung. "Wir haben 84 Punkte in eigener Halle bekommen. Das ist zuviel", resümierte auch Uli Naechster nach Spielschluss. Der Baskets-Cheftrainer räumte ein, dass in der Defensive der Druck auf den Ballführenden und insgesamt der letzte Biss gefehlt hätten. So trafen die Gäste zu Beginn des Schlussviertels gegen eine unaufmerksame Paderborner Zone drei weit offene Dreier aus der Ecke in Folge. Nach 32 Minuten führten die gut harmonierenden Gäste mit 67:54 und ließen sich anschließend nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Uni Baskets aber spielten viel zu selten zusammen. Besonders die US-Amerikaner versuchten es immer wieder auf eigene Faust. Von den 18 Assists (Saisonhöchstwert) gingen 13 auf das Konto der deutschen Akteure. Playmaker Devonte Brown erzielte mit ordentlichen Quoten zwar 22 Punkte, hatte aber auch sechs Ballverluste und ließ in der Verteidigung Wünsche offen. Armani Cotton traf im Schlussviertel drei Dreier in Folge, wirkte aber manchmal wie ein Fremdkörper. Thomas Cooper begann stark, brachte nach dem Seitenwechsel jedoch nur noch einen Punkt zustande. Dass der Neuzugang exakt 16 Sekunden vor der Schluss-Sirene sein erstes Foul beging, spricht Bände. Zudem versuchten es alle Paderborner viel zu oft aus der Distanz. Am Ende wurden 34 Dreier und 29 Zweier notiert. Die "Großen" Georg Voigtmann, Morgan Grim, Armani Cotton und Ivan Buntic nahmen in Korbnähe ganze zehn Schüsse. Niners-Topscorer Joseph Lawson hatte schließlich allein 13 Zweierversuche auf dem Konto und in jeder Phase die richtige Antwort. Am Samstag, 28. Oktober, kommt nun Rasta Vechta ins Sportzentrum. Der Erstligaabsteiger hat noch kein Spiel verloren. Die Baskets-Macher haben "Rasta die Zöpfe abschneiden" als Motto ausgegeben. Ob Vechtas Coach Doug Spradley diese Woche einen Frisörtermin hat, bleibt abzuwarten.

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