Abklatschen im Akkord: Phillip Daubner hatte mit den Teamkollegen auch nach Spielschluss viel zu tun. - © Marc Köppelmann
Abklatschen im Akkord: Phillip Daubner hatte mit den Teamkollegen auch nach Spielschluss viel zu tun. | © Marc Köppelmann

Paderborn Uni Baskets Paderborn unterliegen Spitzenreiter

Zweitligist unterliegt zum Serienschluss dem Spitzenreiter MBC mit 71:79. Die Hausherren spielen prima mit und werden vom Publikum frenetisch gefeiert

Jochem Schulze

Paderborn. Phillip Daubner war völlig überwältigt. "Das war sehr emotional. Dass uns so viele Leute dermaßen frenetisch gefeiert haben, ist etwas ganz Besonderes", sagte der Flügelspieler des Zweitligisten Uni Baskets Paderborn am Samstagabend im Sportzentrum Maspernplatz. Dort hatte seine Mannschaft das letzte Normalrundenspiel gegen den Mitteldeutschen BC mit 71:79 (47:48) verloren und war so aus dem Play-Off-Rennen ausgeschieden. Die mehr als 2.300 Fans in der alten Vierfachhalle aber nahmen das ihrem Team nicht krumm. Schon Minuten vor der Schluss-Sirene standen die Zuschauer auf, klatschten sich die Hände wund und wollten die Mannschaft um Cheftrainer Uli Naechster am liebsten gar nicht in die Sommerpause entlassen. Tatsächlich hätte man das wohl beste Paderborner Zweitligateam dieses Jahrzehnts in den kommenden Tagen gern nochmals erlebt. Denn auch gegen den individuell enorm starken Tabellenführer aus Weißenfels überzeugten die Uni Baskets mit guter Verteidigung, unbändigem Kampfgeist und einem tollen Zusammenspiel. So gewannen die Hausherren ein beinahe perfektes erstes Viertel mit 23:16, lagen auch zur Pause mit nur einem Zähler zurück und waren im dritten Viertel bei einer 58:57-Führung auf einem guten Weg. Dann schied Maxi Kuhle mit einem Nasenbeinbruch aus. Die sehr strukturiert und höchst überlegt agierenden Gäste nutzten die Paderborner Verunsicherung im Stil eines Spitzenreiters und erzielten 13 Punkte in Folge zum 70:58. Die Uni Baskets gaben nicht auf, kamen auf 65:72 heran und waren beim 71:77 wieder in Schlagdistanz. Mehr aber ließ der MBC nicht zu. "Die Atmosphäre war richtig toll. Und Paderborn hat so gut gespielt, dass ich in der Halbzeit einige Diskussionen führen musste", lobte MBC-Trainer Igor Jojovic Publikum und Gegner. Auch Uli Naechster war nicht unzufrieden. "Wir haben uns tapfer gewehrt. Dieses Spiel rundet eine gute Serie ab", sagte der 34-Jährige. Der war hörbar stolz, dass der Paderborner Basketball nach langen Jahren der Durststrecke in der Stadt wieder die gebührende Aufmerksamkeit erhalte. Die ist sicher bundesweit auch dem einen oder anderen Akteur aus dem Baskets-Aufgebot zuteil geworden. "Es wird sicher nicht leichter als im vergangenen Jahr, den Kader zusammenzuhalten", sagte Naechster. Nicht nur Daubner aber kennt bereits einen Grund, um in Paderborn zu verlängern.

realisiert durch evolver group