Der Riese vom Rhein: Kölns 2,16-Meter-Center Dennis Heinzmann (r.) angelte sich so manchen Rebound. Hier hat Baskets-Akteur Nick Tufegdzic (l.) das Nachsehen. - © Imago/Beautiful Sports
Der Riese vom Rhein: Kölns 2,16-Meter-Center Dennis Heinzmann (r.) angelte sich so manchen Rebound. Hier hat Baskets-Akteur Nick Tufegdzic (l.) das Nachsehen. | © Imago/Beautiful Sports

Paderborn Play-Offs werden für Uni Baskets Paderborn zum Rechenspiel

Auch nach dem 51:67 gegen die Hünen aus Köln hat Paderborn weiter Play-Off-Chancen. Am letzten Spieltag muss womöglich ein Rechenschieber her

Frank Beineke

Paderborn. Auf Spaziergänge musste Uli Naechster gestern am Tag seines 34. Wiegenfestes verzichten. Der Chefcoach des Basketball-Zweitligisten Uni Baskets Paderborn hatte einen dicken Fuß. Am Samstag hatte der Erfolgstrainer als Spieler in der Baskets-Reserve ausgeholfen. Der sportliche Erfolg gelang: Paderborns Zweite gewann 82:52 gegen Bulmke und machte den Klassenerhalt perfekt. Naechster aber knickte Anfang des letzten Viertels um und verletzte sich am Sprunggelenk. "Was soll's? Alle Wunden heilen", sagte das Geburtstagskind und hatte dabei auch ein Ereignis vom Freitagabend im Blick. Da nämlich verlor sein Team das "kleine" Finale um die Play-Off-Qualifikation bei den RheinStars Köln mit 51:67 (wir berichteten). "Wir werden versuchen, dieses Spiel so schnell wie möglich abzuhaken", erklärte Naechster. Einen Vorwurf konnte und wollte der Coach seinen Schützlingen nicht machen, denn Kampfgeist und Einstellung stimmten. Doch in einem extrem intensiv geführten und ziemlich zerfahrenen Spiel war die Baskets-Offensive vor 2.058 Zuschauern in der Lanxess-Arena überhaupt nicht ins Rollen gekommen. Und in einer Partie mit schwachen Trefferquoten auf beiden Seiten sollte die klare Kölner Rebound-Überlegenheit den Ausschlag geben. "Da waren wir einfach athletisch unterlegen", so Paderborns Trainer angesichts der Riesen vom Rhein um 2,16-Meter-Center Dennis Heinzmann. Am letzten Spieltag könnte unterdessen der viel zitierte "Adam Riese" gefragt sein. Denn im Kampf um die Play-Off-Plätze sieben und acht gibt es nun unzählige rechnerische Konstellationen, die genügend Stoff für eine Mathematik-Mastersarbeit bieten könnten. Selbst ein Fünfer-Vergleich zwischen Gotha, Köln, Paderborn, Hamburg und Hanau ist möglich. Es gibt sogar Fälle, in denen die Uni Baskets selbst im Falle einer abschließenden Niederlage noch die Play-Offs erreichen können. "Doch diese ganzen Rechenbeispiele sind erst einmal unwichtig", betont Uli Naechster. Entscheidend sei, dass seine Mannschaft am kommenden Samstag, 1. April, im Heimspiel gegen Spitzrenreiter Mitteldeutscher BC (19.30 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz) eine Topleistung abliefert. "Wir wollen eine sehr gute Saison abrunden. Das sind wir uns und den Zuschauern schuldig. Und vielleicht gelingt uns ja das kleine Basketball-Wunder", sagt der Baskets-Coach. Anschließend könne dann gefeiert werden. In dieser Hinsicht hat Uli Naechster noch ein wenig nachzuholen. Bei seinen Geburtstagsfeierlichkeiten musste er sich schließlich ein wenig bremsen. "Viel rumlaufen war halt nicht drin", so der frischgebackene 34-Jährige.

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