Paderborner Siegertänze: (v. l.) Till Gloger, Topscorer Nick Tufegdzic und Ivan Buntic feiern nach Spielschluss ausgelassen den beeindruckenden Erfolg gegen Hanau. Im Hintergrund wagt auch Co-Trainer Claus Reinsberger ein Tänzchen. - © Marc Köppelmann
Paderborner Siegertänze: (v. l.) Till Gloger, Topscorer Nick Tufegdzic und Ivan Buntic feiern nach Spielschluss ausgelassen den beeindruckenden Erfolg gegen Hanau. Im Hintergrund wagt auch Co-Trainer Claus Reinsberger ein Tänzchen. | © Marc Köppelmann

Paderborn Paderborn ist reif für die Play-Offs

Basketball: Paderborn brilliert beim 88:63-Heimsieg gegen Hanau mit einer geschlossen starken Teamleistung. Die Uni Baskets legen hierbei mit einem Blitzstart den Grundstein

Frank Beineke

Paderborn. Freud und Leid lagen am Samstag in der Sportstadt Paderborn ganz dicht beieinander. Am Nachmittag boten die Drittliga-Kicker des SCP zunächst in der Benteler-Arena ein unansehnliches Trauerspiel gegen Jahn Regensburg. Am Abend folgte im Sportzentrum Maspernplatz eine rauschende Basketball-Party. Die Uni Baskets Paderborn fegten die White Wings Hanau mit 88:63 (45:28) vom Parkett und liegen in der ProA damit weiter auf Play-Off-Kurs. Und 2.144 Zuschauer (Saisonrekord) waren restlos begeistert. "Das war die beste Stimmung, seitdem ich in Paderborn bin", schwärmte Baskets-Topscorer Nick Tufegdzic, der von der Bank eine ungeheure Energie ins Spiel gebracht hatte. Den Grundstein zum klaren Heimsieg aber hatte die Start-Fünf um Adams, Wolf, Vest, Gloger und Grim gelegt. Die Hausherren waren vom Anwurf weg heiß wie Frittenfett und bewegten in den ersten Minuten grandios den Ball. Schon nach sieben Minuten musste Hanaus Coach Simon Cote die zweite Auszeit nehmen. Zu diesem Zeitpunkt führte Paderborn bereits mit 23:8. Erinnerungen an den 70:55-Hinspielsieg wurden wach, als die Uni Baskets mit einem 16:0-Lauf in die Partie gestartet waren. "Genau so wollten wir wieder rausgehen, um dem Gegner dieses Erlebnis wieder in die Köpfe zu knallen", erklärte Baskets-Coach Uli Naechster. "Die Jungs haben mächtig aufs Gaspedal getreten", lobte Maxi Kuhle seine Teamkollegen. Dennoch mussten die Paderborner durchaus ein, zwei kritische Phasen überstehen. So verkürzte Hanau mit einem 10:2-Lauf auf 38:28 (16.). Doch Baskets-Guard Chase Adams hatte die passenden Antworten parat, so dass Paderborn mit einer 45:28-Führung in die Halbzeit ging. Und als die Gäste nach der Pause beim 49:39 (26.) wieder halbwegs in Schlagdistanz kamen, beorderte Naechster seinen "Energizer" Tufegdzic zurück aufs Feld. Der Kanadier ließ bis zur letzten Viertelpause acht weitere Punkte folgen. Hanau war endgültig erledigt. Der Rest war eine stimmungsvolle Baskets-Gala, bei der der Lautstärke-Pegel in der Schlussminute noch einmal nach oben schnellte. Da nämlich markierte Youngster Fritz Hemschemeier mit einem blitzsauberen Dreier zum 86:63 seine ersten Zweitliga-Punkte. Zum Lohn durfte der 18-Jährige nach Spielschluss die "Humba" anstimmen. Den obligatorischen "Paaaaderboooorn"-Wechselgesang aber intonierte Nick Tufegdzic, der in nur 16 Minuten Spielzeit auf 17 Punkte (4/5 Dreier), 5 Rebounds und zwei spektakuläre Blocks gekommen war. "Nick war unfassbar", staunte auch Maxi Kuhle angesichts der Tatsache, dass sein Mitspieler erst Anfang Februar am Sprunggelenk operiert worden war. "Da wussten wir nicht, ob Nick in diesem Jahr überhaupt noch Basketball spielen kann", erklärte Naechster und verteilte daher ein Sonderlob an die medizinische Abteilung. "Es war sicher eines meiner besten Spiele bei den Baskets. Aber die Stimmung war auch unglaublich. Das hat uns enorm gepusht", bilanzierte derweil Tufegdzic und freute sich über eine geschlossen gute Mannschaftsleistung. So hatten schon zur Pause sieben Baskets-Akteure mindestens fünf Punkte erzielt. Die Paderborner können daher nun voller Selbstbewusstsein am kommenden Freitag (19.30 Uhr) das Gastspiel bei den RheinStars Köln in Angriff nehmen. Sollte Paderborn diese Partie gewinnen und Hamburg am Samstag in Crailsheim verlieren, wäre der Play-Off-Einzug vorzeitig perfekt. Ansonsten hätten die Uni Baskets am Samstag, 1. April, im heimischen Sportzentrum ein weiteres Endspiel gegen Spitzenreiter Mitteldeutscher BC. Dann könnte es die nächste Paderborner Basketball-Party geben.

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