Es gibt viel zu erzählen: Klaus Schütz (l.) im vertrauten Gespräch mit Pat Elzie. - © Yvonne Gottschlich
Es gibt viel zu erzählen: Klaus Schütz (l.) im vertrauten Gespräch mit Pat Elzie. | © Yvonne Gottschlich

Paderborn Biographie über Paderborns Ex-Coach Pat Elzie erschienen

Ein Leben wie ein Roman

Jochem Schulze

Paderborn. Pat Elzie besitzt in der langen Geschichte der Paderborner Basketball-Bundesliga-Trainer ein Alleinstellungsmerkmal. Denn der gebürtige US-Amerikaner war sich nicht zu schade, angesichts einer prekären Finanz- und Personalsituation selbst auch noch als Spieler auszuhelfen. Das war in der Zweitliga-Serie 1997/98. Elzie war damals bereits 37 Jahre alt. Jetzt zählt der Mann aus dem Landstädtchen Troy in Missouri 56 Lenze. Und hat inzwischen so viel erlebt, dass der Herforder Klaus Schütz eine Biographie über den ehemaligen Jesuitenschüler verfasst hat. "Teamplayer" heißt das Werk, in dem der pensionierte Lehrer Elzies höchst abwechslungsreiches Leben nacherzählt. Nach dem Abschluss des Betriebswirtschaftsstudiums am Holy Cross College trat der 1,98-Meter-Mann beim Erstligisten MTV Gießen seine erste Profistelle an und spielte später für Lich, Bramsche, Braunschweig und Johanneum Hamburg. Von dort eisten ihn die Paderborner im Dezember 1996 los. Elzie trat im Sportzentrum Maspernplatz die Nachfolge des glücklosen Ed Vissher an und führte das Team mit dem jungen Nino Garris noch in die Relegation. Die Baskets schlugen sogar den SSV Ulm und scheiterten nur knapp am Aufstieg in die 1.Liga. In der nächsten Saison wurde das Geld knapp. Und als der US-Amerikaner Kenneth Dion Lee in einer Nacht- und-Nebel-Aktion in seine Heimat floh, schnürte Elzie selbst die Stiefel. "Paderborn war meine erste Stelle als Trainer. Das vergisst man nie", sagt Elzie, der dann in Langen, Tübingen, Kirchheim, Bremen, Karlsruhe und Bremerhaven sowie auf Zypern und in Syrien coachte. 2009 übernahm er den Regionalligisten Rasta Vechta, den er 2013 in die 1. Liga führte. "Ein Basketball-Märchen", sagen Experten. Heute betreut der Familienvater den Drittligisten Itzehoe. An allen Stationen als Spieler und Trainer hat Elzie Eindruck hinterlassen. "Untadelig" ist ein Wort, das in Paderborn über den guten Menschen aus Troy immer wieder zu hören war. "Wo auch immer er war, lernte er Menschen kennen, berührte sie mit seiner herzlichen Art, baute sie auf und förderte sie", schreibt Markus Röwenstrunck im Vorwort des Buchs. Der jetzige Trainer des Regionalligisten BBG Herford hatte in Paderborn als Spieler und in Vechta als Co-Trainer mit Elzie zusammengearbeitet. Über Vechta kam auch der Kontakt zwischen Elzie und Schütz zustande. Dessen Sohn Julian hatte bei den Rastanern ein Probetraining absolviert. Das Buch "Teamplayer" ist bei "Books on Demand" erschienen, hat 248 Seiten und kostet 9,99 Euro.

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