Paderborn Paderborns Trainer Naechster fordert neue Perspektiven

Der Trainer des Zweitligisten sorgt sich um die Zukunft des Paderborner Sports und lenkt das Augenmerk auf den möglichen Neubau einer Spielstätte

Jochem Schulze

Paderborn. Seit dem Jahr 1984 spielen Paderborner Basketballer ohne Unterbrechung in der 1. oder 2. Bundesliga. Die Domstadt gilt zurecht als ein Traditionsstandort der deutschen Korbjagd. Seit 32 Jahren aber nutzen die Sportler auch ein und dieselbe Halle. Das Sportzentrum Maspernplatz, eine Vierfachhalle für den Schulsport, ist dabei von den Zeitläuften überholt worden. Der Sanierungsbedarf ist nicht zu übersehen. Für die 1. Bundesliga ist das Sportzentrum längst nicht mehr zugelassen. Am Freitagabend vor dem Fest, nach der 73:78-Niederlage seiner Uni Baskets gegen Heidelberg, hat Uli Naechster den Finger in die Wunde gelegt. Der Paderborner Zweitligatrainer fordert für den Sport in Paderborn eine neue Perspektive. "Es muss einiges passieren, damit Basketball in dieser Stadt eine Zukunft hat. Sonst wird es diesen Sport in Paderborn irgendwann nicht mehr geben", sagte der 33-Jährige in der Pressekonferenz im Sportzentrum-Foyer. Vor Bürgermeister Michael Dreier, Landrat Manfred Müller, dem Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann und dem Landtagsabgeordneten Daniel Sieveke, die allesamt das Weihnachtsspiel der Uni Baskets besucht hatten, bat Naechster ausdrücklich darum, über den Bau einer neuen Spielstätte nachzudenken. "Wir müssen uns weiterentwickeln, um den Spielern auch Perspektiven und Möglichkeiten zu bieten. Andere Städte bauen neue, moderne Hallen, da sollte auch Paderborn irgendwann mitziehen", sagte der Coach und hatte dabei Kommunen wie Heidelberg und Ehingen im Sinn. In der schwäbischen 25.000-Einwohner-Stadt, deren Steeples ebenfalls in der 2. Liga spielen, wird die Halle am örtlichen Gymnasium aktuell für knapp zehn Millionen Euro erweitert und auf den neuesten Stand gebracht. In Heidelberg entsteht auf dem Gelände einer früheren US-Kaserne eine Sport- und Kulturhalle für 5.000 Zuschauer. Naechster zog nach dem ersten Rückrundenspiel auch ein sportliches Zwischenfazit. "Mit unseren Leistungen bin ich zufrieden. Mit unserer Bilanz nicht", erklärte der Coach nach der dritten Heimniederlage in Folge. Bei der besonders Chase Adams und Matt Vest ihre Charakterstärke gezeigt hätten. Die beiden US-Amerikaner hielten trotz ihrer Verletzungen tapfer durch. Und setzten so eine Tradition fort, die Paderborner Basketballer im Sportzentrum bereits seit mehr als 30 Jahren pflegen.

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