Henrik Rödl - © Foto: Sebastian Kahnert
Henrik Rödl übernimmt den Posten als Bundestrainer des deutschen Basketball-Nationalteams. | © Foto: Sebastian Kahnert

Talente-Entwickler mit Erfolg Ex-Europameister Rödl übernimmt Amt als Bundestrainer

Hagen - Mit der Erfahrung eines Europameisters soll Henrik Rödl die junge Generation um NBA-Jungstar Dennis Schröder zu den ersten Medaillen seit der Ära von Dirk Nowitzki führen.

Nach dem besten EM-Ergebnis seit zehn Jahren folgt der bisherige Assistent wie erwartet als neuer Bundestrainer der deutschen Basketballer auf Chris Fleming.

«Wir sind gut aufgestellt, haben großes Potenzial. Eine der großen Aufgaben wird sein, die Mannschaft zusammenzuhalten, um Kontinuität zu erreichen», sagte Rödl am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «Die WM-Qualifikation wird schwer, wir werden auch alles tun, um uns für Olympia zu qualifizieren. Und dann wird die EM in vier Jahren ein großes Ziel für diese Generation sein.»

Bereits seit drei Jahren stand Rödl beim Nationalteam als Co-Trainer an der Seitenlinie, fungierte als wichtiges Bindeglied zur Mannschaft, während Fleming in den USA war. Vor dem Viertelfinal-Aus in Istanbul von Schröder & Co. betreute Rödl zudem bereits die A2 und U20 des Deutschen Basketball Bunds, machte sich einen Namen in der Entwicklung von Talenten. Die Zusammenarbeit ist nun vorerst bis nach Olympia 2020 geplant.

Er sei ein «exzellenter Trainer» schwärmte Fleming, der sich zukünftig auf seinen Job beim NBA-Club Brooklyn Nets konzentrieren wird, bei seinem Abschied. «Er besticht durch seine Vorbildfunktion als Spieler und Trainer und vor allem durch seine sehr gute Vernetzung und Akzeptanz», lobte DBB-Vizepräsident Armin Andres.

Die ersten Pflichtspiele unter der Regie von Rödl stehen für die deutschen Korbjäger bereits Ende November zum Auftakt der WM-Qualifikation in Chemnitz gegen Georgien und in Österreich an. Dabei werden jedoch die vier jungen deutschen NBA-Spieler um Schröder und Daniel Theis definitiv fehlen, die Hoffnung auf die Teilnahme der Spieler von Euroleague-Clubs hat der 48-Jährige aber noch nicht aufgegeben.

«Wir hoffen, dass alle mitkommen, wir werden mit den Verantwortlichen sprechen», sagte Rödl, der die Einführung der neuen Länderspielfenster grundsätzlich begrüßt. «Allgemein ist es aber für den Zuschauer natürlich schöner, wenn alle Spieler dabei sein können.» Durch den Streit mit dem Weltverband FIBA hat die europäische Königsklasse bislang parallel Spiele zur WM-Qualifikation angesetzt.

In seiner Spieler-Karriere gewann Rödl EM-Gold 1993, holte an der Seite von Nowitzki WM-Silber 2002, feierte mit North Carolina die US-Collegemeisterschaft und zudem sieben deutsche Meistertitel. Seit 2004 arbeitet der frühere Flügelspieler als Trainer. Nach einer Zeit bei ALBA Berlin hielt der gebürtige Offenbacher TBB Trier von 2010 bis 2015 mit Erfolg in der Bundesliga.

«Niemand ist besser prädestiniert für den Job des Herren-Bundestrainers als Henrik Rödl», sagte Verbandschef Ingo Weiss. Es gebe bei der WM 2019 in China, Olympia 2020 in Tokio und der EM 2021, für die sich der DBB als Ausrichter bewerben will, «ambitionierte Ziele und Aufgaben». Dafür kann Rödl seinen Spielern aus eigener Erfahrung berichten, wie sich ein Medaillengewinn anfühlt.

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