Bei der Auswahl: NW-Chefredakteur Thomas Seim, Autorin Sabine Lipan, Bethel-Chef Ulrich Pohl, die frühere NRW-Schulministerin Gabriele Behler und Markus Harbaum (Leiter Interne Kommunikation bei Bertelsmann, v. l.) sichten die Bewerbungen. - © Barbara Franke
Bei der Auswahl: NW-Chefredakteur Thomas Seim, Autorin Sabine Lipan, Bethel-Chef Ulrich Pohl, die frühere NRW-Schulministerin Gabriele Behler und Markus Harbaum (Leiter Interne Kommunikation bei Bertelsmann, v. l.) sichten die Bewerbungen. | © Barbara Franke

Bielefeld Leseförderpreis der Neuen Westfälischen: Vier Sieger gekürt

2.500 Euro gehen nach Bünde

Sandra Spieker-Beutler

Bielefeld. Kreative Ideen, viele engagierte Menschen und gut durchdachte Projekte: Mehr als 30 Schulen, Kindergärten, Vereine und Organisationen haben sich in diesem Jahr um den Förderpreis "Lesen lernen" der Neuen Westfälischen beworben. Die Jury hat nun die vier überzeugendsten Projekte ausgewählt.

Sie staunten nicht schlecht: Die Auswahl fiel den Jurymitgliedern, der Autorin Sabine Lipan, Bethel-Chef Ulrich Pohl, der früheren Schulministerin Gabriele Behler, Markus Harbaum, Leiter Interne Kommunikation bei Bertelsmann, sowie NW-Chefredakteur Thomas Seim angesichts der vielen Zusendungen nicht leicht.

Mit 2.500 Euro ausgezeichnet wird der Ortsverband Bünde des Kinderschutzbundes, das Evangelische Gymnasium Werther (Kreis Gütersloh) erhält 1.500 Euro, der Grundschulverbund Lahde-Frille (Kreis Minden-Lübbecke) und der Verein Mentor - die Leselernhelfer in Bielefeld bekommen je 1.000 Euro.

Lesepaten in Bünde

Seit zwölf Jahren schon besteht beim Kinderschutzbund in Bünde das Projekt "Jugend hilft Kindern". Dabei geht es schwerpunktmäßig um Lesepatenschaften für die jungen Schüler der sogenannten Haribo-Gruppe (1. bis 5. Klasse) beim Kinderschutzbund. Jugendliche des 10. Jahrgangs der nahe gelegenen Realschule Nord lesen, lernen und üben einmal wöchentlich nachmittags zwei bis zweieinhalb Stunden mit den jüngeren Schülern. Die Lesepaten bringen dabei häufig Lieblingsbücher aus ihren eigenen Kindertagen mit.

Das Gemeinschaftsgefühl der Kinder und Jugendlichen werde zudem durch Spieleinheiten zum Abschluss des jeweiligen Nachmittags gestärkt, erklärte Doris Clöer, 1. Vorsitzende des Ortsverbandes Bünde im Kinderschutzbund. Die Realschüler erhalten für ihr regelmäßiges ehrenamtliches Engagement am Ende des Schuljahres ein Zertifikat zum Anschlusszeugnis. Jugendliche helfen Kindern. Der soziale Aspekt des Projektes gefiel der Jury, dazu die Zusammenarbeit von Organisation und Schule; eine gute Sache, waren sich die Mitglieder einig.

Information
Seit 2011
  • Zu ihrem 200. Geburtstag im Jahr 2011 verlieh die Neue Westfälische zum ersten Mal den Leseförderpreis.
  • 5.000 Euro nahm Nicolas Tsapos von der Arbeiterwohlfahrt OWL damals für das Projekt "Vorlesen macht Spaß" der Freiwilligen-Akademie in Empfang.
  • Mit mehreren Projekten macht sich die NW für die Leseförderung stark. Nähere Informationen zu den Projekten Klasse! Kinder, Klasse!, ZeitungsZeit, Lesepaten, Azubi-Abo und dem NW-Förderpreis gibt es hier.

Aber auch der Projektkurs Leseförderung des Evangelischen Gymnasiums Werther hatte es der Jury angetan. Darin entwickelten 16-jährige Schüler eine Ausstellung zum Thema "Kinderliteratur im Wandel der Zeit", die auch in der Stadtbibliothek Werther gezeigt wurde. Die Oberstufenschüler beschäftigten sich mit dem Leseverhalten von Kindern und Kinderliteratur und veranstalteten einen Leseabend für die jüngeren Schüler.

Der erfolgreiche Versuch des Grundschulverbundes Lahde-Frille, Kinder über besondere Orte ans Lesen heranzuführen, punktete ebenso bei der Jury. "Das ist wirklich originell", sagte Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit mehr als 30 Firmen durchgeführt. Die Grundschulkinder waren unter anderem in einem Kraftwerk und im Tresorraum einer Bank und hörten dort zum Ort passende Geschichten.

Mit einem Sonderpreis von 1.000 Euro zeichnet das Unternehmen Bertelsmann den Verein Mentor Bielefeld mit seinen "Leselernhelfern" aus. Besonders überzeugte hier die hohe Zahl an Ehrenamtlichen (80), die mit Kindern aller Nationalitäten nach dem Betreuungsprinzip eins zu eins lesen.

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