Nils Baster, Privatkundenberater der PSD Bank Westfalen-Lippe, beantwortete die Schülerfragen zum Bitcoin. - © Foto: Ivonne Michel
Nils Baster, Privatkundenberater der PSD Bank Westfalen-Lippe, beantwortete die Schülerfragen zum Bitcoin. | © Foto: Ivonne Michel

Bielefeld Bitcoin fasziniert Jugendliche

Kurz gefragt: Auch Schüler interessieren sich schon für Finanzthemen, aktuell besonders für die rasante Entwicklung des Bitcoins. Nils Bastert, Experte der PSD Bank Westfalen-Lippe, beantwortet ihre Fragen zu dem virtuellen Zahlungsmittel.

Herr Bastert, meinen Sie, der Kurs des Bitcoins geht noch weiter in die Höhe - oder bald eher wieder bergab?                                  

NILS BASTERT: Das kann niemand sagen. Die Erfahrung zeigt aber, dass das Risiko eines Verlustes bei einer so rasanten Entwicklung groß ist. Das haben wir zum Beispiel vor Jahren schon einmal bei den Aktienmärkten erlebt. Da haben viele Menschen in kurzer Zeit viel Geld verdient, aber auch viele Menschen noch schneller viel Geld verloren.

Wo ist wohl die Grenze erreicht?                                                

BASTERT: Grundsätzlich gibt es im Preis keine Grenze nach oben, so lang sich Käufer finden, die den aufgerufenen Preis auch bezahlen. Und die Gier nach noch mehr Ertrag macht so manchen blind vor den Gefahren.

Wer sind die größten Gewinner?                                               

BASTERT: Das sind die, die sich auskennen und Erfahrung haben. Der Wert des Bitcoin hat sich allein in diesem Jahr verzehnfacht. Es gewinnt also der, der früh genug Bitcoins hatte und sie rechtzeitig wieder verkauft. Viele träumen vom großen Geld und kaufen Bitcoins, obwohl sie sich nicht so wirklich damit auskennen. Das ist gefährlich. Da sollte man sich doch besser beraten lassen.

Wird es wohl noch einmal etwas Vergleichbares mit einer ähnlich rasanten Entwicklung geben? Haben Sie da einen Tipp?

BASTERT: Wenn viele Menschen gleichzeitig etwas haben wollen, wovon es aber nur wenig gibt, treibt das die Preise nach oben. Das erleben wir gerade bei Immobilien. Viele wollen ein Haus oder eine Wohnung kaufen, aber es gibt nicht genug. Also bekommt der das Haus oder die Wohnung, der am meisten dafür bezahlt. Die Preisentwicklung bei Immobilien ist nicht so rasant wie bei Bitcoins, aber auch bei Immobilien wird hier und da schon von einer "Immobilienblase" gesprochen, die platzen könnte. Deshalb unser Tipp: Wer sein Geld gut und vor allem sicher anlegen möchte, sollte sich vorher unbedingt beraten lassen. Bankberater sind darauf geschult, für jeden Kunden die Geldanlage zu finden, die am besten zu ihm passt und vor Verlusten schützt.

Man hört auch, dass im sogenannten "Darknet" mit Bitcoin bezahlt wird. Was sagen Sie dazu?                                         

BASTERT: Bitcoins sind anonym wie Bargeld, nur nicht aus Papier, sondern virtuell. Das macht sie so interessant für Kriminelle, weil sie keine Spuren hinterlassen. Und wir alle wissen, dass sich im Darknet viele Kriminelle tummeln.

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