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Die Favoritin heißt Steinbeck

Schloß Holterin sorgt bei Halbmarathon-DM für einen Paukenschlag

VON JÖRG FRITZ
27.04.2006 | Stand 27.04.2006, 11:19 Uhr

Bielefeld. Mit Ingo Horst (Laufladen Endspurt) wird der letztjährige Hermannslaufsieger bei der 35. Auflage dieses Klassikers nicht an der Start gehen. Der 28-jährige Bauingenieur bereitet sich auf die Europameisterschaften im Orientierungslaufen vor, die vom 7. bis 14. Mai in Estland ausgetragen werden.

Auch bei den Damen wird es keine erfolgreiche Titelverteidigung geben. Anke Kemmener (ATSV Espelkamp) hat seit Monaten erhebliche Rückenprobleme und konnte nur bedingt trainieren, so dass sie bei einem möglichen Start absolut chancenlos gewesen wäre. Heike Mohn (TSVE 1890 Bielefeld), 2005 als Zweite eingelaufen, wird in diesem Jahr auch nur als Zuschauerin auf der Strecke sein. "Ich konzentriere mich auf meinen Beruf und meine Mutterrolle", begründete sie ihre Absage.

Dr. Iris Reuter (SSC Hanau/Rodenbach), die 2004 triumphierte und zwölf Monate später Dritte wurde, macht am Wochenende einen großen Bogen um den "Hermann". Aus beruflichen Gründen trat die Medizinerin eine Reise nach Montreal an.

Somit scheint die Favoritenrolle eindeutig zu sein: Gisela Steinbeck (DJK Gütersloh), die nach zwei dritten Plätzen zuvor 2005 "nur" Rang vier in persönlicher Bestzeit belegte, gilt als chancenreichste Anwärterin auf ihren ersten Hermannslaufsieg. Die in Schloß Holte lebende Sportlerin will von dieser Favoritenrolle aber nichts wissen. "Warten wir erst einmal die Nachmeldungen ab."

Die lizenzierte Personal-Trainerin, die für jedermann individuelle Trainingsprogramme entwickelt, hat in diesem Frühjahr bereits für einen Paukenschlag gesorgt. Bei den deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Herten-Bertlich lief die Mutter eines Sohnes (Leonard) ausgezeichnete 1:22:37 Stunde und verzeichnete mit Rang zwölf die beste Platzierung ihrer Laufbahn.

Das Auf und Ab ist nicht zu unterschätzen
Auch vor ihrer fünften Teilnahme am Hermannslauf hat die 37-Jährige immer noch gewaltigen Respekt vor dem 31,1 Kilometer langen Auf und Ab. "Die Steigungen und Treppen sind schon eine enorme Anstrengung für alle Teilnehmer", schildert sie ihre Erfahrungen.

Unter Anleitung ihres Trainers Hansi Böhme hat Steinbeck in den vergangenen Wochen vier Einheiten über jeweils 30 Kilometer in den Wäldern um Schloß Holte und im Teuto absolviert. "Der Muskelkater danach war schon sehr groß", beschreibt sie ihre Trainingseindrücke, "zumal ich davor nur auf flachen Strecken gerannt bin." Natürlich kommen bei Gisela Steinbeck auch Zweifel auf, ob ihre Vorbereitung ausreichend war für die bevorstehende Tortur im Teuto. "Diese Gedanken sind aber normal. Ich habe sie immer gehabt."

Auf eine Teilnahme beim Paderborner Osterlauf verzichtete Gisela Steinbeck, "weil ich eine leichte Zerrung im Oberschenkel hatte." Ihr Start beim 35. Hermannslauf sollte auf keinen Fall in Gefahr geraten.

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