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Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Gebühren für den Stromtransport sind in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich gewachsen. Sie machen fast ein Viertel des Strompreises aus. | © Foto: Oliver Berg

Reformen beginnen zu wirken Netzagentur-Chef Homann: Anstieg bei Netzentgelten gestoppt

Bonn - Die Stromkunden in Deutschland müssen für den Posten der Netzkosten vorerst wohl nicht noch viel mehr zahlen als bisher. «Die Netzentgelte für den Verbraucher werden im kommenden Jahr in vielen Bereichen praktisch nicht steigen», sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Entwicklung sei allerdings nicht einheitlich: «In einigen Regionen wird es einen Anstieg geben, in anderen werden sie sinken.»

Die Gebühren für den Stromtransport sind in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich gewachsen. Sie machen fast ein Viertel des Strompreises aus. Von den knapp 30 Cent je Kilowattstunde, die bei einem Verbrauch zwischen 2500 und 5000 Kilowattstunden im Jahr durchschnittlich gezahlt werden, entfallen inzwischen mehr als 7 Cent auf die Netzentgelte.

Bereits 2018 sinken in einigen Regionen die Netzgebühren. Dafür haben laut Homann unter anderem geringere Ausgaben für die sogenannten vermiedenen Netzentgelte gesorgt. «Dort ist der Einstieg in den Ausstieg gemacht worden», sagte er. Vermiedene Netzentgelte zahlen die Betreiber von Verteilnetzen an lokale Stromproduzenten. Die ursprüngliche Annahme, die dezentrale Stromerzeugung vermeide Netzkosten, hat sich inzwischen als weitgehend falsch herausgestellt. Deshalb wurden die entsprechenden Zahlungen eingefroren.

Zudem werde die geplante bundesweite Verteilung der Kosten für die großen Übertragungsnetze für eine Entlastung in einzelnen Regionen sorgen. «Man kann ja nicht erklären, dass eine Region, die zufällig eine der Hochspannungsleitungen bekommt, diese auch finanzieren muss und andere nicht daran beteiligt werden», erklärte Homann.

Derzeit sind die Netzentgelte regional unterschiedlich hoch. Die höchsten Gebühren gibt es im ländlichen Raum, vor allem in den neuen Bundesländern und in Norddeutschland. Ab dem Jahr 2023 sollen sie überall in Deutschland gleich hoch sein.

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