Geldscheine - © Foto: Jens Kalaene
Dank des robusten Arbeitsmarktes und steigender Reallöhne konnten viele Menschen mehr auf die hohe Kante legen. | © Foto: Jens Kalaene

Rekordwert Privates Geldvermögen wächst trotz Zinsflaute

Frankfurt/Main - Die Menschen in Deutschland sind trotz mickeriger Sparzinsen in der Summe so vermögend wie nie zuvor.

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank kletterte das Geldvermögen der privaten Haushalte im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 0,8 Prozent auf den Rekordwert von rund 5723 Milliarden Euro.

Berücksichtigt werden dabei Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - nicht jedoch Immobilien. Dank des robusten Arbeitsmarktes und steigender Reallöhne konnten viele Menschen mehr auf die hohe Kante legen. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

Mehr Geld als zu Jahresbeginn horteten die privaten Haushalte als Bargeld oder parkten es als Sichteinlagen bei Banken - also etwa auf Girokonten, deren Bestände man rasch umschichten kann.

Insgesamt 31 Milliarden Euro waren es den Angaben zufolge Endes des zweiten Quartals. Aus Spareinlagen, Sparbriefen und Termineinlagen wie beispielsweise Festgeld zogen sie hingegen Geld ab. Insgesamt belaufen sich die Bestände der privaten Haushalte an Bargeld und Einlagen nun auf rund 2248 Milliarden Euro.

In Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die ähnlich wie Bankeinlagen als risikoarm gelten, investierten die Bundesbürger mehr als 18 Milliarden Euro. Die Bestände summierten sich Ende des zweiten Quartals auf rund 2157 Milliarden Euro. Die Vorliebe der privaten Haushalte «für als besonders liquide und/oder risikoarm wahrgenommene Anlageformen ist damit weiterhin ausgeprägt», erklärte die Bundesbank.

Allerdings engagierten sich die als börsenscheu geltenden Bundesbürger den Angaben zufolge stärker als zu Jahresbeginn an den Kapitalmärkten. Sie kauften für gut 10 Milliarden Euro Anteile an Investmentfonds. Zudem steckten sie wie im Vorquartal unter dem Strich knapp 2 Milliarden Euro in Aktien und sonstige Anteilsscheine. Allerdings sorgte die durchwachsene Entwicklung an den Börsen für Bewertungsverluste, die für sich genommen das Geldvermögen um etwa 8 Milliarden Euro verringerten, wie die Notenbank erläuterte.

Zugleich nutzten die Bundesbürger die niedrigen Zinsen, um sich günstig Kredite zu verschaffen - vor allem für den Wohnungsbau. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 1,1 Prozent auf 1695 Milliarden Euro. Unter dem Strich erhöhte sich das Nettogeldvermögen im zweiten Quartal damit um 0,7 Prozent auf 4027 Milliarden Euro.

Links zum Thema
Mitteilung Bundesbank Geldvermögen 02/2017
Lange Reihe zum Geldvermögen

Copyright © Neue Westfälische 2017
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group