Ines Ratajczak (v.l.), Oliver Höner und Harald Grefe. - © FOTO: SANDRA SANCHEZ
Ines Ratajczak (v.l.), Oliver Höner und Harald Grefe. | © FOTO: SANDRA SANCHEZ

Bielefeld "Der Außenhandel ist das wichtigste Standbein"

OWL Exporterlöse erreichen Rekordniveau

Bielefeld. Zum dritten Mal in Folge verzeichnen die Unternehmen in Ostwestfalen einen Anstieg der Exporterlöse - trotz Wirtschaftskrise. "Der Außenhandel ist das wichtigste Standbein", betonte Oliver Höner, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, bei der Vorstellung des IHK-Exportbarometers 2013. "Und das seit 20 Jahren", ergänzte Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Doch es gibt auch den ein oder anderen Wermutstropfen.

Die Zahlen

Bei insgesamt 13,7 Milliarden Euro Auslandsumsatz lag die Exportquote in Ostwestfalen 2012 mit 34,2 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau (33,5 Prozent). Im Bundesvergleich bleibt die Quote unterdurchschnittlich. "Zwar konnte die Schere zum Land mit einer Quote von 43,5 Prozent etwas geschlossen werden, den Abstand zum Bund haben wir aber nicht reduziert", so Höner. Die Exportquote auf Bundesebene lag 2012 bei 46,7 Prozent. "Damit geht fast jedes zweite Produkt aus Deutschland über die Grenze", stellte Grefe fest.

Die Branchen
Als exportstärkste Branche erwies sich erneut der Maschinenbau. Er erwirtschaftete mit 24,1 Prozent (Vorjahr: 23,4 Prozent) fast ein Viertel des ostwestfälischen Auslandsumsatzes. Sorgenkind bleibt die Möbelbranche. Während die Küchenhersteller recht unbeschadet durch die Krise gekommen sind, verzeichnen die Hersteller von Polster- und Kastenmöbeln hohe Exporteinbrüche. "Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Märkte in den Nachbarstaaten weggebrochen sind", weiß Höner, zugleich Geschäftsführer des Möbelherstellers Musterring in Rheda-Wiedenbrück. "Nach Frankreich und Spanien gingen so gut wie keine Produkte mehr. Auch in den Beneluxstaaten hielten die Menschen ihr Geld beisammen."

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Bilanz der Kreise
Mit Ausnahme des Kreises Höxter konnten 2012 alle ostwestfälischen Kreise ein Plus im Außenhandel erwirtschaften - wenn auch ein geringes als im Vorjahr. Nummer eins ist der Kreis Gütersloh mit einem Auslandsumsatz von mehr als 6,4 Milliarden Euro. Der Auslandsanteil am IHK-Bezirk Ostwestfalen erreicht 47 Prozent. Damit verwies der Kreis Gütersloh die Kreise Minden-Lübbecke (16 Prozent) und Paderborn (12 Prozent) auf die Plätze zwei und drei. Bielefeld (11 Prozent), einst Spitzenreiter, bleibt nur Platz vier, vor den Kreisen Herford und Höxter.

Ausblick
Die Erwartungen bleiben optimistisch. Wie im Vorjahr rechnet ein Großteil der heimischen Unternehmen (61,1 Prozent) mit steigenden Auslandsumsätzen. Bei den erwarteten Geschäftsbeziehungen sehen ostwestfälische Unternehmen vor allem in Russland und Japan viel Potenzial. Ärgerlich sei die steigende Zahl von Handelshemmnissen, mit denen einige Länder versuchten, den Marktzugang für Unternehmen aus OWL zu erschweren. Auch der Trend zu bilateralen Handelsabkommen erschwere vor allem Mittelständlern den Export.

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