Womit die Anleger im kommenden Jahr Geld verdienen können

Die Klippen umschiffen

Womit Anleger 2013 Geld verdienen können - © Wirtschaft
Womit Anleger 2013 Geld verdienen können | © Wirtschaft

Bielefeld. Der deutsche Aktienindex nimmt Kurs auf die 8.000er-Marke. Experten sehen bereits neue Höchststände in den kommenden Monaten voraus. Ist 2013 also ein gutes Jahr, um Aktien zu kaufen? Oder steigen die Renditen von Anleihen wieder?

Im ersten Quartal 2012 stagnierte die Wirtschaft in der Eurozone noch. Im zweiten und dritten Quartal sank bereits das Bruttoinlandsprodukt. Dies gab Anfang Dezember die europäische Statistikbehörde Eurostat bekannt. Damit fällt der Euroraum erneut in eine Rezession. Und die Aussichten sind alles andere als rosig. Deutschland kann sich dieser Entwicklung nur bedingt entziehen: Die Deutsche Bundesbank schraubte jüngst ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum für 2013 von 1,6 Prozent auf magere 0,4 Prozent herunter.

Kleinere Dämpfer gehören dazu, aber auf mittlere Sicht steuert der Dax auf 8.000 Punkte zu. - © FOTO: DPA
Kleinere Dämpfer gehören dazu, aber auf mittlere Sicht steuert der Dax auf 8.000 Punkte zu. | © FOTO: DPA

Bei den Notenbanken dürfte das Geld also weiterhin locker sitzen, um die verschuldeten Staaten zu stützen. "Unterm Strich wird der Anleger dadurch auch 2013 bis zu zwei Prozent an Kaufkraft verlieren", schätzt Stephan Witt, Analyst der bundesweit tätigen Vermögensverwaltung FiNUM Private Finance, Berlin.

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Daher setzen Vermögensverwalter weiterhin stärker auf Sach- als auf Zinswerte. Sachvermögen verfügt über eine Substanz, die unabhängig von Inflation und Kursschwankungen erhalten bleibt. Zu Sachwerten zählen Aktien, Immobilien oder Rohstoffe sowie Gold. Das Edelmetall selbst erscheint noch nicht zu teuer. Stephan Witt prognostiziert 2013 Goldpreise von bis zu 2.000 US-Dollar je Unze.
Deutsche Anleger scheinen auch die deutsche (Dividenden-)Aktie als Sachvermögen wiederzuentdecken. Die Zahl der privaten Aktienbesitzer stieg zuletzt kontinuierlich an.

Nicht nur Aktien stehen ganz oben auf der Einkaufsliste

Der deutsche Aktienindex hält sich über 7.600 Punkten und erreichte damit ein Fünfjahreshoch. Deutsche Aktien profitieren mangels Anlagealternativen in fast "beschämendem Umfang von der Eurokrise", meint Matthias Steinhauer, Geschäftsführer der Concept Vermögensmanagement, Bielefeld. Daran dürfte sich 2013 nichts ändern, zumal es "nach wie vor großes Absatzpotenzial in Schwellenländern gibt, wo Produkte und Dienstleistungen made in Germany gefragt sind", fügt der Bielefelder hinzu.

Nicht nur Aktien stehen ganz oben auf der Einkaufsliste von Anlegern. Die Preise für das Betongold klettern und klettern. Selbst die Deutsche Bundesbank     schließt Preisübertreibungen in einigen Regionen Deutschlands nicht mehr aus. "Die Immobilie sollte Teil der Vermögensanlage sein – aber nicht um jeden Preis, wenn der Markt keine rentablen Objekte mehr hergibt", so Michael Graff, Prokurist der Vermögensverwaltung Spiekermann in Bielefeld.

Gehören Anleihen angesichts der Mini-Zinsen überhaupt 2013 noch in ein breit gestreutes Depot? Für deutsche Staatsanleihen gibt es aktuell nur noch 1,35 Prozent Zinsen. Eine Besserung ist so schnell nicht in Sicht. Also raus aus europäischen und amerikanischen Staatsanleihen? "Unternehmensanleihen aus diesen Ländern sind derzeit die bessere Alternative", sagt Matthias Steinhauer.

Im Gegensatz zu Staaten wie USA, Frankreich oder Deutschland haben viele Konzerne ihre Verschuldung reduziert. Ihre Firmenbilanzen sind solide aufgestellt. Unternehmensanleihen von guter bis sehr guter Bonität werfen daher allerdings in Zukunft nur noch bedingt höhere Renditen ab.

Insgesamt setzt Stephan Witt auf realistische Ziele für das nächste Jahr: "Die große Kunst ist in den kommenden Jahren nicht, eine hohe Rendite zu erzielen, sondern vielmehr die Klippen zu umschiffen und sein Vermögen gemessen an der tatsächlichen Kaufkraft zu erhalten."

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