Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

Bertelsmann sorgt sich um den Gewinn

Rabe übt deutliche Kritik an Gruner + Jahr

Gütersloh (sch). Bertelsmann schraubt die Erwartungen herunter: Weil möglicherweise Wertberichtigungen in den südeuropäischen Geschäften vorgenommen werden müssten, schließe er einen Gewinnrückgang nicht mehr aus, erklärt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Dagegen entwickle sich der Umsatz "recht gut", sagte er in einem Interview mit dem Manager Magazin.

Damit Bertelsmann sich weiterentwickeln könne, brauche der Konzern "eine Eigenkapitalzufuhr in Milliardenhöhe von außen". Wenn dies nicht auf der Konzernebene passiere, "dann werden wir das auf der Ebene der Unternehmensbereiche oder Geschäfte tun". Im Sommer hatte Rabe den Konzern so umgebaut, dass ein von der Eigentümerfamilie zu kontrollierender Börsengang möglich gewesen wäre. Doch hat sich die Familie Mohn offenbar dagegen entschieden.

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Ob mit oder ohne Börsengang: ohne die Milliardenspritze sei der "Konzernumbau in den Dimensionen, die wir alle für richtig halten, nicht möglich". Eine Veränderung steht vermutlich bei der Musikrechtetochter BMG Rights Management an, an der der Finanzinvestor KKR derzeit 51 Prozent hält. "Sollte KKR ausscheiden wollen, dann werden wir wohl die Mehrheit anstreben, gegebenenfalls mit anderen Partnern", sagt Rabe.

Eine Breitseite feuert Rabe gegen die Verlagsgruppe Gruner + Jahr, die Bertelsmann im Sommer komplett hatte übernehmen wollen. Es sei "zurzeit ausgesprochen schwierig, ein Verlagshaus zu bewerten, bei dem man nicht weiß, ob sein Ergebnisrückgang temporär oder von Dauer ist." Rabe prangert zugleich Managementversäumnisse an. "Vielleicht war es ein Fehler, dass wir zu lange in den Ausbau traditioneller Printgeschäfte und zu wenig in den digitalen Umbau investiert haben."

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